Gemeinsame Gasnetz-Gesellschaft: (v. l.) Der Beigeordnete Klaus Braun, Saskia Kemner vom Unternehmen Innogy, Stadtwerke-Geschäftsführer Leander Sasse und Bürgermeister Michael Stickeln freuen sich auf die Kooperation. Die Hansestadt und der Energiekonzern werden eine Netzgesellschaft zur Gasversorgung gründen. - © Hermann Ludwig
Gemeinsame Gasnetz-Gesellschaft: (v. l.) Der Beigeordnete Klaus Braun, Saskia Kemner vom Unternehmen Innogy, Stadtwerke-Geschäftsführer Leander Sasse und Bürgermeister Michael Stickeln freuen sich auf die Kooperation. Die Hansestadt und der Energiekonzern werden eine Netzgesellschaft zur Gasversorgung gründen. | © Hermann Ludwig

Warburg Warburger Stadtwerke kooperieren mit Innogy

Stadtwerke werden mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter an der neuen Gasnetz-Gesellschaft Warburg. Kommunaler Einfluss ist vertraglich gesichert

Hermann Ludwig

Warburg. Die Stadt Warburg und das Unternehmen Innogy SE werden eine Netzgesellschaft zur Gasversorgung von Warburg gründen. Die Gründung der neuen Gesellschaft wurde nach intensiven Verhandlungen einstimmig vom Rat und der Gesellschafterversammlung beschlossen. Zuvor hatte der Rat nach vielen Sitzungen und Beratungen entschieden, sowohl das Stromnetz als auch das Gasnetz wieder selbst zu betrieben. Dabei sollen Minderheitsgesellschafter helfen. Mit dem Eintritt in die Beste-Stadtwerke GmbH im Jahr 2015 waren die Netze an diesen Verbund verpachtet worden, dieses Geschäftsmodell wurde jetzt rückgängig gemacht. "Das partnerschaftliche Miteinander ist da" Während die Stadtwerke in Sachen Stromnetz noch in Verhandlungen stehen, wurde für das Gastnetz ein Partner gefunden. "Wir hatten eine lange Zeit der Kooperation mit der WFG, der RWE und jetzt kommt Innogy. Das partnerschaftliche Miteinander ist da, wir haben volles Vertrauen in den Partner", sagte Bürgermeister Michael Stickeln. An der neuen Gasnetzgesellschaft Warburg GmbH & Co. KG werden die Warburg er Stadtwerke mit 51 Prozent und Innogy mit 49 Prozent beteiligt sein. "Die Stadt kann durch diese Zusammenarbeit nicht nur maßgeblich Einfluss auf den Ausbau des Gasnetzes und dessen Instandhaltung nehmen, sondern hat auch Gestaltungsmöglichkeiten zur Erreichung ökologischer Ziele bei der Energiewende vor Ort", sagt Bürgermeister Stickeln. "Die Stadtwerke investieren rund 4,5 Millionen Euro in die Beteiligung an der neuen Gesellschaft", ergänzt Klaus Braun, erster Beigeordneter und Geschäftsführer der Stadtwerke, der mit dem Betrieb des Gasnetzes die Stadtwerke breiter aufgestellt sieht. In der Übernahme des Gasnetzes sieht Braun auch wirtschaftliche Chancen. Der Sitz der Gesellschaft werde in Warburg angesiedelt, so dass die Stadt auch von Gewerbesteuereinnahmen profitiere. Im Vorfeld der Übernahme habe man auch das Gasnetz eingehend überprüft. "Das Netz ist in einem technisch guten Zustand", bilanziert Braun. Das Energieversorgungsunternehmen verpflichte sich, eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten und die vertraglich festgelegte Konzessionsabgabe an die Kommune zu zahlen, erläutert Braun. "Wir haben motivierte Mitarbeiter, die diese Aufgabe stemmen können" Für die Betriebsführung verpachtet die gemeinsame Netzgesellschaft das rund 213 Kilometer lange Gasnetz an die Westnetz. "Die Gründung der Netzgesellschaft ist für uns Ausdruck guter Partnerschaft. Der Betrieb der Gasnetze und damit die Gasversorgung von rund 4.000 Hausanschlüssen bleibt in der Verantwortung unserer Westnetz-Mitarbeiter am Standort Brakel, die das Netz aus langjähriger Erfahrung sehr gut kennen", sagt Innogy-Regionalmanagerin Saskia Kemner. Acht Mitarbeiter betreuen das Einzugsgebiet, sie werden künftig von Stadtwerke-Mitarbeitern aus Warburg unterstützt. An dem Personalkonzept arbeitet die Stadtwerkeführung derzeit. Die zu den Beste-Stadtwerken gewechselten Mitarbeiter haben ein Rückkehrrecht. Der Partner, die Stadtwerke Warburg, übernimmt innerhalb der neuen Netzgesellschaft dienstleistend technische und kaufmännische Aufgaben. "Wir haben motivierte Mitarbeiter, die diese Aufgabe stemmen können", sagt Leander Sasse, der als operativer Geschäftsführer agiert. Die neu gegründete Gasnetzgesellschaft Warburg GmbH & Co. KG wird sich auf die Gas-Konzession in der Hansestadt bewerben. "Die Konzession wird von der Stadt im Rahmen eines transparenten Verfahrens gemäß den Kriterien des Energiewirtschaftsgesetzes vergeben", erklärt Klaus Braun, der sowohl für die Stadt als auch für die Stadtwerke auf gute Erträge hofft. Mit attraktiven Angeboten und Tarifen für Hausanschlüsse wolle Innogy jetzt dafür sorgen, dass weitere Kunden geworben werden, so Kemner. ¦ Lokalseite Höxter

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