Offiziell: Bürgermeister Michael Stickeln (v. l.) nimmt den Zuwendungsbescheid aus der Hand von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl entgegen. In der Stadtverwaltung sind Rainer Ehle und Ulrich Klare aus dem Bauamt für das Projekt zuständig. - © Dieter Scholz
Offiziell: Bürgermeister Michael Stickeln (v. l.) nimmt den Zuwendungsbescheid aus der Hand von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl entgegen. In der Stadtverwaltung sind Rainer Ehle und Ulrich Klare aus dem Bauamt für das Projekt zuständig. | © Dieter Scholz

Warburg Millionen-Zuschuss für die Anbindungsstraße zum Industriegebiet

Zwischen dem Warburger Gewerbegebiet Nord und der B 252 werden Anfang kommenden Jahres die Bagger rollen, im Frühjahr darauf dann die ersten Autos über den neuen Asphalt fahren

Dieter Scholz

Warburg. Jetzt freue sie sich auf die Bratwurst vom Grill, die ihr der Bürgermeister zum Spatenstich für die neue Anbindungsstraße zwischen dem Industriegebiet Nord/Obere Hilgenstock und der Ostwestfalenstraße versprochen habe, bemerkte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl. Am Freitagvormittag übergab sie im Rathaus einen letzten Bewilligungsbescheid über 1,82 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm Kommunaler Straßenbau des Landes. Damit seien abschließend die fördertechnischen Voraussetzungen für den Bau dieser verkehrswichtigen Straße gegeben, so die Detmolderin. Insgesamt sind für die Straße 5,4 Millionen Euro an Baukosten veranschlagt. 1,74 Millionen Euro aus Mitteln der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" waren für den ersten, rund 900 Meter langen Streckenabschnitt entlang der Bahnlinie bereits im Dezember bewilligt worden. Strittig waren rund eineinhalb Millionen Euro an Fördergeldern, die zunächst nicht für den Bau der geplanten Straße gezahlt werden sollten. Denn der Bund vertrat die Auffassung, die Kosten der beiden Auffahrtsarme seien nicht förderungsfähig. Schließlich könne sich der Bund nicht selber fördern, da die vom Landesbetrieb Straßenbau geforderten verlängerten Arme und Beschleunigungsstreifen des Knotenpunktes zur Ostwestfalenstraße künftig in der Straßenbaulast des Bundes stehen werden. Am Ende waren dann doch 4,9 Millionen Euro der Baukosten zu 66 Prozent förderfähig. Nach Abzug der förderfähigen Kosten bleibt der Stadt ein Eigenanteil an den Baukosten von knapp 2 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für Ablöse, Planung, Gutachten, Grunderwerb und Ausgleichszahlungen. Unterm Strich wird der Bau der Stadt rund 4 Millionen Euro kosten. Inklusive der 1,4 Millionen Euro, die für die Pflege und Unterhaltung der Auf-und Abfahrtsarme an der B 252 als einmalige Ablöse an den Landesbetrieb fällig werden. Archäologische Untersuchungen sollen begonnen werden Nach der Ernte auf den Ackerböden nördlich der Warburger Bahngleise soll dort mit archäologischen Untersuchungen begonnen werden. "Da wird an der Oberfläche gekratzt", sagt Bürgermeister Michael Stickeln. Anfang 2019 werde dann mit dem Straßenbau begonnen, kündigte er an. Die anvisierte Bauzeit von einem Jahr für das rund 1,5 Kilometer lange Asphaltband nannte die Regierungspräsidentin ebenso wie das gesamte Projekt "ambitioniert". Obwohl in zwei Streckenabschnitte geteilt, werde "bautechnisch in einem Guss gearbeitet", sagt Bauamtsleiter Rainer Ehle. Die Anbindung des Industriegebietes an die Ostwestfalenstraße erfolge über eine sichere Auffahrt, eine Querung der Straße werde es nicht geben. Auch sei ein zu einem späteren Zeitpunkt möglicher "2plus1"-Ausbau der vielbefahrenden Straße bereits berücksichtigt. Der bestehende Tunnel unter der Bundesstraße bleibe, abge-sprochen mit Verkehrsplanern, in seinen Ausmaßen bestehen. "Fahrzeuge werden einspurig durch die Unterführung geführt", so Ehle. 4,5 Meter misst das Bauwerk in der Höhe. Sowohl Bürgermeister als auch die Regierungspräsidentin unterstrichen beim Termin im Rathaus die große Bedeutung des Bauvorhabens für die Wirtschaft in der Region. Der schnelle, unkomplizierte Weg zur Autobahn schaffe Wettbewerbsvorteile für bestehende und ansiedlungswillige Unternehmen, waren sich Stickeln und Marianne Thomann-Stahl einig. Beide betonten die vertrauensvolle Zusammenarbeit "in einem äußerst komplexen Verfahren".

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