Gefährliche Blutsauger: Zecken können Krankheitserreger übertragen. Dabei übertragen unterschiedliche Zeckenarten unterschiedliche
Krankheitserreger. An der Borreliose-Infektion erkranken in Deutschland
jährlich 60.000 bis 70.000 Menschen. - © Andreas Frücht
Gefährliche Blutsauger: Zecken können Krankheitserreger übertragen. Dabei übertragen unterschiedliche Zeckenarten unterschiedliche
Krankheitserreger. An der Borreliose-Infektion erkranken in Deutschland
jährlich 60.000 bis 70.000 Menschen. | © Andreas Frücht

Warburg Warburger Förster gibt Tipps zum Thema Zecken

Wer in der warmen Jahreszeit durch Sträucher, hohe Gräser und Büsche spaziert, läuft Gefahr, sich einen Zeckenbiss einzufangen. Förster Florian Bitter gibt Tipps, wie das vermieden werden kann

Jan Ahlers

Warburg. Sie lauern im hohen Gras und kleinen Gebüschen, an Wegrändern und auf Waldlichtungen: Zecken. Kleine Blutsauger und elende Quälgeister zugleich. Hundehalter drehen im Verlauf eines Sommers Dutzende der Parasiten aus den Fellen ihres Vierbeiners. Während dieser meist ohne Erkrankung davonkommt, können Menschen von Zeckenbissen schwere Infektionen davontragen. "Die Zahl der Borreliose-Infektionen hat in diesem Jahrtausend stetig zugenommen", sagt Florian Bitter. Das liege daran, dass mehr Leute in den Wald gehen. Er ist Förster am Waldinformationszentrum Hammerhof und weiß, dass es im Waldgebiet bei Scherfede jede Menge Zecken gibt. Soll man daher gar nicht mehr im Wald wandern? "Das wäre übertrieben", sagt Bitter. Man müsse nur aufpassen. Spaziergänger und Jogger schützen sich beispielsweise vor Zecken, indem sie die Waldwege nicht verlassen. Von Bäumen droht keine Zeckengefahr, sagt Bitter. Im Gelände lohnen sich lange Hosen und Shirts mit langen Ärmeln. Nach dem Ausflug sollten Hosenbeine und Schuhe abgesucht oder mit einer Kleiderbürste gereinigt werden. Am Körper sind Kniekehlen, Achselhöhlen, Leistengegend, Schritt und Haaransatz nach Zecken zu durchsuchen. Hat sich bereits eine Zecke festgebissen, muss ein Werkzeug zum Einsatz kommen. Bewährt haben sich Pinzette, Zeckenzange und Zeckenkarte. "Eins davon sollte man bei sich haben", rät Bitter. Bei allen drei Werkzeugen ist es wichtig, die Zecke leicht drehend aus der Haut zu ziehen. Jährlich erkranken bis zu 70.000 Menschen an Borreliose Bleibt ein Teil der Zecke in der Bisswunde hängen, sei das kein Grund zur Panik. "Nur wenn der Stich tagelang gerötet bleibt und juckt oder sich eine ringförmige Rötung bildet, sollte ein Arzt aufgesucht werden." Borreliose ist die häufigste Krankheit, die von Zecken übertragen wird. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 60.000 bis 70.000 Menschen an der Lyme-Borreliose, eine Schutzimpfung gibt es nicht. Betroffene leiden unter verschiedenen Symptomen, die von Muskelkater über Erbrechen bis hin zu Gesichtslähmung und Herzproblemen reichen. Infizierte, die nicht oder nicht ausreichend behandelt würden, können langfristig an schweren chronischen Symptomen leiden, die auch das zentrale und periphere Nervensystem, Gelenke und Muskeln befallen können. Eine weitere Krankheit, die durch die kleinen Blutsauger übertragen wird, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Diese Viruserkrankung kann im schlimmsten Fall tödlich enden, allerdings gibt es deutlich weniger Infektionen: Nur etwa 500 Menschen stecken sich in Deutschland pro Jahr mit FSME an. Früher seien vor allem die Monate Mai, Juni und Juli betroffen gewesen, erzählt Bitter. "Doch inzwischen dauert die Zeckensaison fast das ganze Jahr an." Sobald das Wetter wärmer als acht Grad Celsius ist und dazu feucht genug, lauern die Zecken auf Wirte. Weil der Speichel des kleinen Tiers betäubend wirkt, bekommt ein Mensch einen Zeckenbiss meist gar nicht mit.

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