Familienbande: Die Mutter „Podreczna" ist an ihrer ungewöhnlichen Hornstellung gut zu erkennen. Sie folgt dem kleinen Wisentbaby auf Schritt und Tritt. - © Hammerhof
Familienbande: Die Mutter „Podreczna" ist an ihrer ungewöhnlichen Hornstellung gut zu erkennen. Sie folgt dem kleinen Wisentbaby auf Schritt und Tritt. | © Hammerhof

Scherfede Hammerhof mit Jubiläumsbaby und neuem Bullen im Glück

Völlig unerwartet ist am Sonntag im Flachlandwisentgehege ein Wisentmädchen geboren worden. Außerdem sind Jan Preller und Rainer Glunz auf der Suche nach einem neuen Mann für die Bergwisente fündig geworden

Scherfede. Es ist ein Mädchen, das 198. Kalb in 60 Jahren Wisentgehege, und heute fünf Tage alt. Für Hammerhofchef Jan Preller und Wisentbetreuer Rainer Glunz war die Kleine eine echte Überraschung. Am Sonntagnachmittag hat das Wisentkalb im Gehege am Turm das Licht der Welt erblickt. "Bei der Morgenkontrolle war noch nichts von ihr zu sehen. Bei Wisenten kann man äußerlich kaum erkennen, ob sie trächtig sind oder nicht", erklärt Jan Preller. Und da der alte Bulle die Herde im vergangenen Jahr verlassen musste, konnte der zeitliche Rahmen, in dem dieses Jahr Nachwuchs erwartet werden darf, relativ genau berechnet werden. "Diese Kuh hat mit etwas über neun Monaten ziemlich lange getragen", weiß Rainer Glunz, der die Tiere beider Herden - Flachland und Bergwisente - quasi in- und auswendig kennt. Die Mutter "Podreczna" kam 2006 aus dem polnischen Bialowieza nach Hardehausen. Und noch eine gute Nachricht kann der Hammerhof vermelden - in zwei Wochen komplettiert ein neuer Bulle die Bergwisentherde. Lange hat der Hof nach einem passenden Nachfolger für seinen Bullen gesucht. "Genetisches Management", nennt Jan Preller die Kunst, unter den häufig untereinander verzweigten Blutlinien noch einen Bullen zu finden, der frei von Hardehauser Blut ist und demnach für die Weiterzucht in der Herde geeignet ist. Angefragt beim internationalen Zuchtbuch in Polen, landete man jetzt einen Treffer: "Zac" heißt der Bulle, ist drei Jahre alt und kommt direkt aus der Nachbarschaft - von der Sababurg. "Das ist für uns natürlich aus vielerlei Hinsicht ein großes Glück", sagt Jan Preller erleichtert. Zum einen erspart es dem Hammerhof große Transportwege und die damit verbundenen Kosten. Zum anderen bedeutet das, dass an die Sababurg wiederum überzählige Tiere aus dem Hammerhof vermittelt werden können.

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