Verkauft: Der Tabakkonzern Hall hat die Firma Berost aufgekauft. Standort und Arbeitsplätze bleiben aber bestehen. - © Hermann Ludwig
Verkauft: Der Tabakkonzern Hall hat die Firma Berost aufgekauft. Standort und Arbeitsplätze bleiben aber bestehen. | © Hermann Ludwig

Scherfede Scherfeder Tabakfirma Berost ist verkauft

Wirtschaft: Standort in Scherfede bleibt ebenso wie die Arbeitsplätze bestehen. Grund für den Verkauf seien wachsende staatliche Auflagen und strenge Regularien wie das Nichtraucherschutzgesetz

Scherfede. Die Scherfeder Traditionsfirma Berost ist verkauft. Fortan laufen die Firmengeschicke durch die Hände des Mönchengladbacher Tabakwarenkonzerns Hall. Der Standort in Scherfede bleibe aber bestehen, erklärt Michael Schön, Prokurist der Firma Hall. Aus Berost werde so die zehnte Hall-Niederlassung in den Regionen Ostwestfalen-Lippe, Sauerland und Waldecker Land. Auch die Arbeitsplätze am Standort Scherfede bleiben bestehen. Dies sei auch ein Anliegen der bisherigen Firmeninhaber Fritz und Friedrich Berost gewesen, so die beiden: "Trotz des bisher höchsten Umsatzes seit Bestehen, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden". Grund für die Entscheidung, den Familienbetrieb an den Hall-Konzern zu verkaufen, seien die wachsenden staatlichen Auflagen, regulative Eingriffe wie das Nichtraucherschutzgesetz und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: "Schon jetzt ist absehbar, dass diese Entwicklung in Zukunft kein Ende finden wird. Die Einbindung in größere Organisationseinheiten hilft, diese Herausforderungen besser zu bewältigen". Die Geschichte der Firma Berost begann 1930 in Scherfede. In den schwierigen Zeiten der Weltwirtschaftskrise gründete Fritz Berost senior dort die Tabakfabrik. In den Kriegsjahren führte seine Frau Maria den Betrieb. Die beiden hatten drei Kinder: Willi, Fritz und Günter. In den Nachkriegsjahren schloss sich Berost dem Dachverband für Tabakwaren an und zählte 1982 auch zu den Mitbegründern der noch heute existierenden DTV Tabakwaren Vertriebsgesellschaft. Auch in den Industrie- und Handelskammern war die Firma Berost stets vertreten. Insgesamt 36 Firmenübernahmen in der Berost-Geschichte trugen dazu bei, dass das Verkaufsgebiet stetig erweitert und über die ostwestfälischen Grenzen hinaus gefördert wurde. 1958 übernahm Sohn Fritz Berost junior die Geschicke des Betriebes. Im gleichen Jahr heiratete er seine Frau Marianne, die sich ebenso in die Unternehmensführung einbrachte. Aus der Ehe gingen die Kinder Ingrid, Friedrich und Brigitte hervor. 1960, nur zwei Jahre nach der Übernahme durch Fritz junior, wurde das Unternehmensgebäude in der Scherfeder Uhlandstraße bezogen. Ab 1981 stieg auch Sohn Friedrich Berost in die Unternehmensführung ein. Seitdem lenkte er gemeinsam mit seinem Vater die Geschicke des Tabakwarenkonzerns. Berost setzte im vergangenen Jahr mit knapp 2.700 Zigarettenautomaten und 200 Großhandelskunden 48 Millionen Euro um. Hall plant durch die Übernahme für 2018 einen Gesamtumsatz von 1 Milliarde Euro.

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