Bürgermeister Michael Stickeln, Ulrich Klare, Klaus Leifels (UIH), Michael Hirche (Bezirksregierung), Ortsvorsteher Willi Vonde, Bernd Schackers (UIH), Markus Busche (Kreis Höxter), Markus Peters (Stadt Warburg) sowie Hans-Jürgen Kroos (Kreis Höxter) präsentieren den Plan. - © Hubert Rösel
 Bürgermeister Michael Stickeln, Ulrich Klare, Klaus Leifels (UIH), Michael Hirche (Bezirksregierung), Ortsvorsteher Willi Vonde, Bernd Schackers (UIH), Markus Busche (Kreis Höxter), Markus Peters (Stadt Warburg) sowie Hans-Jürgen Kroos (Kreis Höxter) präsentieren den Plan. | © Hubert Rösel

Warburg/Germete Kälberbach wird weiter renaturiert

Im Spätsommer beginnen die Arbeiten

Hubert Rösel
25.03.2018 | Stand 03.12.2018, 19:57 Uhr
Hermann Ludwig

Die Renaturierung des Kälberbaches in Germete kann fortgesetzt werden. Im Spätsommer soll die Baumaßnahme auf einer Länge von 460 Metern beginnen, in einem ersten Bauabschnitt war der Bach an der Quellenstraße bereits 2015 auf einer Länge von 50 Metern aus dem Kanalbett befreit worden und in einen natürlichen Zustand gebracht worden. Verpflichtende EU-Richtlinie Die Renaturierungsmaßnahme steht in Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die für alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend umgesetzt werden muss. Die Gesamtkosten beider Abschnitte bezifferte Bürgermeister Michael Stickeln auf 1,2 Millionen Euro, das Land NRW fördert die Maßnahme mit 80 Prozent bei förderfähigen Baukosten von etwa 900.000 Euro. Nach den Worten der Ingenieure wird der zweite Planungsabschnitt voraussichtlich im Februar oder März kommenden Jahres abgeschlossen sein. Wie beim ersten Planungsabschnitt zeichnet Ingenieur- und Planungsbüro UIH aus Höxter mit Diplom-Ingenieur Bernd Schackers verantwortlich. Neugestaltung: Die Pläne Bei einem Ortstermin stellte er gemeinsam mit dem gebürtigen Germeter Klaus Leifels, der für die technische Planung zuständig ist, die Neugestaltung vor. Grundgedanke ist, dass der der Bachlauf durch einen geschwungenen Verlauf verlängert wird, dabei wird die Anbindung an den Teich grundlegend geändert. Auf Wunsch einiger Bürger wurde auch der Teich eingebunden und bleibt erhalten. „Es war gut, dass sich die Bevölkerung eingebracht hat und die Wünsche auch berücksichtigt wurden", meinte Ortsvorsteher Willi Vonde. Ein zunächst geplanter Teichzulauf über ein längeres Rohr wird aufgrund von Einsprüchen abgeändert. Der Zulauf erfolgt nun über eine offene Kastenrinne. Dies stellte für die Planer eine besondere Herausforderung dar, da Leitungen der Heilquellen im Boden gequert werden mussten. Als eine der Kernmaßnahmen wird das sogenannte Kaskadenbauwerk beseitigt, das als Barriere für viele Fische und Organismen unüberwindbar war. Ein sogenannter Becken-Riegel-Pass wird erstellt, der Fischen und Fließwasserorganismen das Auf- und Abwandern wieder ermöglicht. Außerdem soll eine schmale Sekundäraue mit freier Vegetation entwickelt werden. Nach den Vorstellungen der Planer soll eine kleiner Talauebach entstehen. Struktur mit Totholz und Steinen Die Struktur des Baches wird auch mit Totholz und Steinen naturnaher gestaltet. Als weitere Maßnahmen werden die Höhendifferenzen ausgeglichen sowie das Gelände und die Sohle abgesenkt. Auf eine markante Änderung müssen sich die Gäste des Kurparks einrichten. Der Steg von der ehemaligen Trinkhalle mit direktem Zugang zum Kurmittelhaus entfällt. In dem Konzept ist vorgesehen, dass der Kälberbach für die Menschen erlebbar gemacht wird, der Zugang zum Bach wird erleichtert. Eine neue Ufermauer beim Teich kann den Besuchern auch als Sitzmöglichkeit dienen. Der Kälberbach entspringt im Nachbarkreis Waldeck bei Wethen und mündet nach etwa drei Kilometern in die Diemel. Durch das Rückhaltebecken „Teichmühle" oberhalb Germetes ist die Hochwassergefahr für den Luftkurort weitgehend gebannt.

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