Klären auf: Die Diätassistentinnen Christine Leier (l.) und Sandra Eckert (r.) erklärten gemeinsam mit Küchenleiterin Bärbel Eggert (Mitte) Patienten, Mitarbeitern des Helios-Klinikums und Interessierten, wie viel Wahrheit in vielen Ernährungsmythen steckt. - © Alexander Lange
Klären auf: Die Diätassistentinnen Christine Leier (l.) und Sandra Eckert (r.) erklärten gemeinsam mit Küchenleiterin Bärbel Eggert (Mitte) Patienten, Mitarbeitern des Helios-Klinikums und Interessierten, wie viel Wahrheit in vielen Ernährungsmythen steckt. | © Alexander Lange

Warburg Diätassistenten klären im Warburger Klinikum über Ernährungsmythen auf

"Macht Schokolade wirklich glücklich?"

Alexander Lange
16.03.2018 | Stand 15.03.2018, 19:53 Uhr

Warburg. "Die Leute interessieren sich für Ernährung. Aber vor allem das Internet steckt voller Unwahrheiten", sagt Diätassistentin Sandra Eckert. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christine Leier präsentierte sie Interessierten, Patienten und Mitarbeitern des Helios-Klinikums das ABC der Ernährungsmythen, woher sie stammen und was an ihnen dran ist. Die Arbeit sei wichtiger denn je, erklärte Eckert: "Heute kann sich jeder Ernährungsberater nennen, dementsprechend kursieren auch viele Mythen, die nicht stimmen". Besonders für Patienten mit Stoffwechselerkrankungen oder Allergien sei es wichtig, auf die richtigen Nahrungsmittel zu achten. "Es geht ganz einfach um die Gesundheit und die Lebensqualität." Sich an einen strikten Ernährungsplan zu halten, sei nicht gleichbedeutend mit Verzicht, so Eckert: "Essen soll trotzdem noch Spaß machen. Gesunde Ernährung kann so einfach sein, wenn man sich damit auseinandersetzt". Die Bandbreite an exotischen wie klassischen Produkten sei groß. "Regionale Produkte sind momentan total im Trend. Das Bewusstsein wird sich in den nächsten Jahren steigern." Die Neue Westfälische stellt fünf bekannte Ernährungsmythen und ihren Wahrheitsgehalt vor: Brauner Zucker "Brauner Zucker ist gesünder als weißer Zucker" - ein Mythos. Denn die Inhaltsstoffe der beiden Zuckervarianten sind die gleichen. Beim braunen Zucker entfällt nur ein Bearbeitungsschritt. Zwar kann es dadurch passieren, dass eine geringe Menge an Vitaminen erhalten bleibt, doch ist diese zu gering, als das sie einen Unterschied zum weißen Zucker ergibt. Wenn es um die Gesundheit geht, macht es also keinen Unterschied, ob man braunen oder weißen Zucker nutzt. Diätassistentin Sandra Eckert rät: "Am besten ist es, man reduziert die tägliche Menge an Zucker. Das ist auch am einfachsten". Cola und Fruchtsäfte "Ein Glas Cola enthält dieselbe Menge an Zucker wie ein Glas Fruchtsaft" - das stimmt. Allerdings sollte man dabei einen kleinen, aber feinen Unterschied beachten: Denn beispielsweise bei Apfelsaft handelt es sich um Fruchtzucker. Das ist bei einem Glas Cola natürlich nicht der Fall. Bei erhöhtem Verzehr ist der Fruchtzucker jedoch gleich zu bewerten mit dem Zucker in einem Glas Cola. Aber: Im Gegensatz zum dunkelbraunen süßen Erfrischungsgetränk enthält ein Glas Apfelsaft noch weitere Vitamine und Mineralstoffe, die dem Körper gut tun. Kaffee "Kaffee entwässert" - Nein, das ist Quatsch, sagen Wissenschaftler, auch wenn viele Menschen nach der Tasse Kaffee schneller zur Toilette müssen. Was aber stimmt: Dass Kaffee das Krebsrisiko senken kann. Es wird vermutet, dass sogenannte Antioxidantien für diesen Effekt sorgen. Wissenschaftlich belegt ist diese Theorie aber nicht. Schokolade "Schokolade macht glücklich" - das stimmt nicht so ganz. Arbeit, Stress, Frust oder Liebeskummer - dann greifen viele zur Tafel, ob mit Vollmilch-, Nuss- oder Zartbittergeschmack. Und ja, in Schokolade sind tatsächlich Substanzen vorhanden, die Glücksgefühle auslösen. Allerdings in einer solch geringen Dosierung, dass sie nicht wirklich Auswirkungen auf das persönliche Wohlbefinden haben. Schokolade kann aber trotzdem glücklich machen. Denn viele Menschen verbinden das Naschen von Schokolade mit positiven Gefühlen und Reizen. Nimmt die Zunge dann wieder den süßlichen Geschmack und leckern Schmelz wahr, reagiert der Körper mit Glücksgefühlen. Kohlenhydrate "Wer abends viele Kohlenhydrate ist, wird dick" - da ist was dran. Es gibt den wissenschaftlichen Beweis, dass spätes Essen zur Gewichtszunahme führt. Fest steht: Die Aufnahme von Kohlenhydraten steigert die Ausschüttung von Insulin, das für einige Stunden den Abbau von Fett hemmt. Deshalb empfehlen Ernährungswissenschaftler, rechtzeitig vorm Schlafen gehen zu essen und Kohlenhydrate zu meiden, damit die nächtliche Fettverbrennungsphase von möglichst langer Dauer ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die letzte Mahlzeit um 18 oder um 21 Uhr stattgefunden hat.

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