Maßarbeit: 4,5 Tonnen wiegt der polierte Marmorblock, der just am Gedenktag des Kirchenpatrons am Haken eines Schwerlastkrans vor die Eingangspforte von St. Antonius in Menne gesetzt wird. Zuvor hatte das Team der Steinmetz-Brüder Roberto (r.) und Peter (l.) Hanser bereits die 2,5 Tonnen des Ambos durch den engen Türrahmen ins Gotteshaus gebracht. Noch gut verpackt wartet am Fuß der Treppe der Taufstein in seiner hölzernen Kiste auf den Einsatz. - © Dieter Scholz
Maßarbeit: 4,5 Tonnen wiegt der polierte Marmorblock, der just am Gedenktag des Kirchenpatrons am Haken eines Schwerlastkrans vor die Eingangspforte von St. Antonius in Menne gesetzt wird. Zuvor hatte das Team der Steinmetz-Brüder Roberto (r.) und Peter (l.) Hanser bereits die 2,5 Tonnen des Ambos durch den engen Türrahmen ins Gotteshaus gebracht. Noch gut verpackt wartet am Fuß der Treppe der Taufstein in seiner hölzernen Kiste auf den Einsatz. | © Dieter Scholz

Menne Neuer Altar für Menner Kirche

Menne. Bereits um sechs Uhr in der Früh machte sich Kirchenvorstand Erwin Peine daran, die provisorisch angebrachte Holzplatte an der Kirchentür abzuschrauben. Die Tür selbst und das Türfutter lagen schon seit Tagen im Kirchenschiff. An diesem Morgen sollte der neue Altar geliefert werden, 4,5 Tonnen schwer, 1,20 Meter breit. Nur wenige Zentimeter weniger als die enge Pforte des Gotteshauses in Menne. „Vorne spielt die Musik, in den Kirchenbänken geht’s dagegen eher passiv zu", beschreibt Pastoralverbundleiter Gerhard Pieper das gewohnte Bild in den katholischen Kirchen. Das werde sich im Menner Gotteshaus nun ändern. Der Grund: Es entspreche nicht dem eigentlichen Verständnis von Kirche. „Gott spricht sein Wort und sucht unter den Menschen Adressaten", sagt Pieper. Die Gläubigen versammelten sich, um Gottes Wort zu hören und die Eucharistie zu feiern. Das mache der Entwurf augenfällig. Altartisch und Verkündigungsort stehen sich gegenüber, sind architektonisch aufeinander bezogen. Entlang der Achse, die durch ein marmornes Bodenfries sichtbar wird, erheben sich ähnlich eines Chorgestühls rechts und links jeweils zwei Bankreihen, die insgesamt 88 Besuchern Platz bieten. Erweiterbar durch eine mobile Bestuhlung auf 122 Sitze. „Die Leute sind näher am Geschehen", sagt der Geistiche. Durch Wechsel der Orte entstehe eine Dynamik im Raum „und damit auch in der Liturgie". Im Bodenfries werde eine Nachbildung des Labyrinths aus der Kathedrale in Chartres eingelassen. So ausgerüstet eigne sich der Raum sowohl für größere, als auch für kleinere Gruppen. Die Mittelachse wird bis zum Eingangsbereich fortgeführt. Dort lädt die Gottesmutter an einem ellipsenförmigen Verehrungsort zu Andacht und Gebet ein. Die Marienstatue stand bisher an der nördlichen Wandseite. Zwischen Orgelempore und Altar werden Taufbecken und Prie-stersitze stehen. Der Hochaltar, der zurzeit eingelagert ist, wird wieder seinen ehemaligen Platz in der östlichen Apsis finden. Darin eingelassen der Tabernakel. In welcher Form, stehe noch aus, sagt Pieper. Doch er werde das Geheimnisvolle betonen. Es sei der Wille von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand gewesen, dieses „grundsätzlich andere Raumkonzeptes in Menne" auch als Alternative den Katholiken im Warburger Pastoralen Raum anzubieten. Die Planungen stammen aus dem Bochumer Architekturbüro von Dirk Boländer, der vor Jahren auch die Kirche „Maria im Weinberg" der evangelischen Kirchengemeinde in Warburg umgebaut hatte und damals in dort Presbyter war. Ideen für die Kunstschmiedearbeiten, für Beleuchtung und Beschallung werden aktuell ausgearbeitet, die Sitzbänke werden aus der Werkstatt Himmler in Warburg kommen. Darauf wartet nicht nur Kirchennachbar Erwin Peine. „Vor fünf Jahren war mit den Planungen begonnen worden, dann ging der Antrag ins Generalvikariat nach Paderborn", sagt Peine. Es habe doch eine arg lange Zeit gebraucht, bis zu Beginn dieses Jahres die Kirche ausgeräumt werden konnte. Die Kernstücke des neugestalteten Innenraums von St. Antonius von Padua – Altar, Ambo, Taufstein und Bodenfries – stammen aus Italien, feiner weißer Marmor aus der Region Carrara. Der wurde zum Unternehmen Hartinger nach Rimbeck geliefert. Von dort ging es am Dienstag in Richtung Menne. Ein Schwerlastkran hob am Haken die Prinzipalstücke auf die Treppenanlage vor der südlichen Pforte auf eine Palette. Dann wurde es eng. Steinmetzmeister Roberto Hanser aus Kaarst am Niederrhein war eigens angereist, um drinnen Altar und Ambo auf neuen Fundamenten zu montieren. „Schöne Steine", befanden die Seniorinnen Marianne und Anne Schäfers. Die beiden Schwestern wagten als erste einen Blick auf das neue liturgische Interieur. Am Nachmittag war auch die Tür schnell eingesetzt. Das besorgten Kirchenvorstand Peine mit einigen Helfern dann wieder geschwind selbst.

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