Begegnungspunkt: Am Naturschutzgebiet Schwiemelkopf treffen sich auf dem Diemelradweg viele Radfahrer wie am Montagmittag Erich Grühl (v. l.), der vom Edersee nach Polle radelte, die beiden Rösebecker Jörg Redeker und Max Wetzel sowie Günter Böhle aus Wolfhagen, der auf dem Rückweg von der Therme in Bad Karlshafen den Diemelradweg nutzte. - © Hermann Ludwig
Begegnungspunkt: Am Naturschutzgebiet Schwiemelkopf treffen sich auf dem Diemelradweg viele Radfahrer wie am Montagmittag Erich Grühl (v. l.), der vom Edersee nach Polle radelte, die beiden Rösebecker Jörg Redeker und Max Wetzel sowie Günter Böhle aus Wolfhagen, der auf dem Rückweg von der Therme in Bad Karlshafen den Diemelradweg nutzte. | © Hermann Ludwig

Warburg/Hümme Vier-Sterne-Auszeichnung für Warburger Diemelradweg

Radweg von Willingen-Usseln über Brilon, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau, Trendelburg bis nach Bad Karlshafen

Hermann Ludwig

Warburg/Hümme. Der Diemelradweg ist jetzt vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) mit vier von fünf Sternen ausgezeichnet worden. "Das ist Verpflichtung und Ansporn zugleich", sagte Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln am Montag in Hümme bei der Zertifikat-Übergabe an die Rathauschefs der Anrainerkommunen. Der Radweg beginnt in Willingen-Usseln und verläuft durch die Stadtgebiete von Brilon, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau, Trendelburg bis nach Bad Karlshafen an der Weser. Am Rande gestreift wird Hofgeismar, das sich aber ebenso dem Gesamtkonzept verpflichtet fühlt und sich an den Kosten beteiligt. "Wir haben hier stark vernetzte Rad- und Wanderwege, davon profitiert die ganze Region", sagte Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth, der den Verkehrsknotenpunkt Hümme als Basis für die Tourenplanung empfahl. Großzügig unterstützen auch der Landkreis Kassel und der Hochsauerlandkreis das Konzept, während die Stadt Warburg Projekte im Stadtgebiet allein stemmen muss. An der Strecke wurden die Beschilderungen erneuert und die Wege ausgebessert. Auch die Homepage wurde optimiert. "Der Radtourismus ist im Sauerland in den vergangenen Jahren insgesamt immer wichtiger geworden", erklärte Ulrich Bork als Vorsitzender der Sauerland-Radwelt. Er hob die wachsende Bedeutung des Radtourismus im Sauerland hervor, die durch die weitere Marktdurchdringung mit E-Bikes weiter beflügelt werde. Die Wertschöpfung stieg auf 150 Millionen Euro "In einer Studie wurde 2013 ein Bruttoumsatz durch den Radtourismus im Sauerland von 66,1 Millionen Euro ermittelt. Dazu trugen 3,7 Millionen Tagesausflüge und 400.000 Rad fahrende Übernachtungsgäste bei. Diese Wertschöpfung hat sich bei einer weiteren Untersuchung im Jahr 2016 auf 150 Millionen Euro gesteigert", erklärte Bork. Tourismusförderung sei Wirtschaftsförderung. Bork hob das Gemeinschaftsprojekt der neuen Radbrücke bei Wrexen hervor. Diese Stelle habe sich bei einer Tour im Freundeskreis als Schwachstelle gezeigt. Mit der neuen Brücke sei der ohnehin schon sehr schöne Radweg weiter aufgewertet worden. "Die neuen Flyer, der Internetauftritt, das passt jetzt alles, ein tolles Projekt", lobte der Tourismusexperte. Bürgermeister Michael Stickeln zeigte sich begeistert von der Zusammenarbeit der Kommunen über die Landesgrenzen hinweg. "Das macht richtig Spaß, dabei hat der Arbeitskreis tolle Vorarbeit geleistet, wir Bürgermeister ernte die Lorbeeren dieser Anstrengungen", stellte Stickeln klar. Für die Stadt habe der Radweg ein enormes wirtschaftliches Potenzial. "Davon profitieren Hotels, die Gastronomie und der Einzelhandel", sagte Stickeln. "In diesen global unsicheren Zeiten ist der Urlaub in der Heimat nachgefragt", da biete der Diemelradweg eine wichtige Verbindung. Langfristig sei geplant, an der Diemel einen Flussbegegnungspunkt einzurichten. Dies ist auch von den anderen beteiligten Kommunen geplant. Perspektivisch sei es Ziel, den begehrten fünften Stern zu bekommen. Dabei muss noch eine Schwachstelle bei Helmarshausen beseitigt werden, wo der Weg noch nicht geteert ist. Wie in der Sitzung zu hören war, will der Landkreis Kassel da helfen. "Die Mittel, die in diese Maßnahmen fließen, sind nachhaltig investiertes Geld", sieht Stickeln in den gemeinschaftlichen Anstrengungen eine enorme Hebelwirkung, von der auch die Bürger der Städte profitierten. "Es ist doch wunderschön, diesen Radweg vor der eigenen Haustür nutzen zu können", betonte Stickeln. Auch in anderen Kommunen wird der Radweg optimiert. In Marsberg soll der Weg bei der Wepa-Papierfabrik neu gestaltet werden, auch im Stadtgebiet selbst ist eine bessere Anbindung geplant.

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