Kuratoren: Dozent Stefan Kreye (v. l.) mit den Söhnen der Künstlerin Raban und Benedikt von Westphalen. - © Burkhard Battran
Kuratoren: Dozent Stefan Kreye (v. l.) mit den Söhnen der Künstlerin Raban und Benedikt von Westphalen. | © Burkhard Battran

Hardehausen Landvolkshochschule Hardehausen zeigt Wisa von Westphalen

Der Heimat eng verbunden

Burkhard Battran

Hardehausen. Im Rückblick der Geschichte erscheint vieles in einem anderen Licht. Die Helmerner Malerin Wisa von Westphalen (1910 bis 1993) war als Künstlerin geachtet aber auch umstritten. Nicht wegen einer politischen Gesinnung, sondern wegen der Art, wie sie malte. Wisa von Westphalen hat im klassischen Sinn schöne Landschaften gemalt. Das war zu ihrer Zeit in der Kunst nicht gerne gesehen. "Es war kurz nach dem Krieg und jede Kunst, die nicht politisch Stellung bezog, war in den Augen der Kunst keine Kunst", erinnerte ihr ältester Sohn Raban Graf von Westphalen (70), Staatsrechtler und Professor für Politische Wissenschaften aus Eichsfeld in seiner Ausstellungseinführung. »Eine herausragende heimische Künstlerin« Am Samstag ist in der Landvolkshochschule Hardehausen eine Retrospektive mit fast 100 Bildern eröffnet worden. Seit 1996 besitzt die Landvolkshochschule eine 30 Arbeiten umfassende Dauerausstellung mit Bildern von Wisa von Westphalen. "Wir sind stolz und glücklich diese große Werkschau einer herausragenden heimischen Künstlerin zeigen zu können", sagte LVH-Dozent Stefan Kreye. Die aktuelle Ausstellung zeigt zusätzlich 67 Gemälde aus dem Bestand des jüngeren Sohnes Benedikt Graf von Westphalen (66), Unternehmensberater aus Kronberg. Wisa von Westphalen wurde auf dem Rittergut Helmern geboren. Hier hat sie auch zeitlebens gearbeitet und dort ist sie auch begraben. Studiert hat sie in München und in ihrer Technik und Stilistik wird sie der sogenannten Münchener Schule zugeordnet. In ihren Bildern verbinden sich hohe technische Versiertheit mit einer exakten Beobachtungsgabe für die Vorgänge in der Natur. "Der Reiz ihre Landschaftsbilder liegt darin, dass es ihr gelingt, den Betrachter in den Bann der Natur zu ziehen", sagte Graf Raban. Wisa von Westphalen hat sich in ihrem Schaffen nie beirren lassen. "Ich ergreife Partei für die Schönheit meiner Heimat", hat sie ihre Kunst verteidigt.

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