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Viel Geduld und eine akribische Vorbereitung: Hobbyfotograf Thorsten Fritz ist seit drei Jahren im Warburger Land unterwegs und fotografiert Sternenhimmel, Sternschnuppen und andere Himmelsphänomene. - © Anna-Lena Ryczek
Viel Geduld und eine akribische Vorbereitung: Hobbyfotograf Thorsten Fritz ist seit drei Jahren im Warburger Land unterwegs und fotografiert Sternenhimmel, Sternschnuppen und andere Himmelsphänomene. | © Anna-Lena Ryczek

Warburg Warburger fotografiert eindrucksvolle Sternschnuppen

In der vergangenen Woche waren auch in Warburg einige Sternschnuppen am Himmel zu sehen. Astrofotograf Thorsten Fritz erzählt von seinem Hobby

Anna-Lena Ryczek
17.08.2016 | Stand 16.08.2016, 18:48 Uhr

Warburg. Sie sind Millionen Kilometer entfernt und trotzdem schafft es ein Warburger, die Sterne auf seinen Fotos auf einzigartige Weise einzufangen. Hobbyfotograf Thorsten Fritz ist seit drei Jahren mit seiner Kamera im Warburger Land unterwegs und verzaubert mit seinen Bildern unterschiedlichste Generationen. In der vergangenen Woche herrschte bei Fritz - sobald es dunkel wurde - höchste Anspannung, denn die Perseidennacht, ein wiederkehrendes Himmelsschauspiel, das jährlich im August stattfindet, ließ sich der Sternfotograf nicht entgehen. Am vergangenen Donnerstag sollte ein Sternschnuppenschauer vom Himmel regnen, jedoch war in Warburg nichts davon zu sehen. Sein Equipment war längst startklar, als das Wetter Thorsten Fritz einen Strich durch die Rechnung machte. "Am Donnerstag, als die meisten Sternschnuppen zu sehen sein sollten, war es in Warburg einfach zu bewölkt", sagt Fritz enttäuscht. In weiser Vorahnung legte sich der 39-Jährige bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf die Lauer. Unterhalb des Desenbergs machte er sich mit Kamera und Stativ bewaffnet auf die Jagd nach Sternschnuppen. Eineinhalb Stunden dauerte es, bis der Hobbyfotograf zufrieden nach Hause fuhr. Um ein gutes Sternenfoto zu schießen, muss es richtig dunkel sein. "Ich muss vorher gucken, ob und wie lange der Mond scheint", so Fritz. Mit speziellen Wetterapps bereite er sich vor, sagt der Fotograf. Manchmal gingen seine Pläne jedoch trotzdem nicht auf, schmunzelt Fritz. "Nebel wird in den Apps nicht angezeigt, jedoch kann ich bei Nebel keine Sterne fotografieren", so der Hobbyfotograf. Die Ergebnisse seiner nächtlichen Fotografiestreifzüge teilt Fritz in den sozialen Netzwerken und auf seinem Fotoblog. "Es ist wichtig, dass mir die Bilder selbst gefallen. Allerdings freut es mich umso mehr, wenn Andere sie auch schön finden", sagt der Hobbyfotograf, der seit drei Jahren fotografiert. Die Warburger Motive finden nicht nur rund um die Hansestadt großen Anklang, sondern beispielsweise auch in Asien oder Amerika. "Die Menschen dort sehen ganz andere Sterne als wir, und die Architektur ist auch völlig verschieden", weiß Fritz durch den Austausch mit seinen Fans. Die Arbeiten des Hobbyfotografen zeichnen sich dadurch aus, dass (Fachwerk-)Gebäude oder Sehenswürdigkeiten unter dem Sternenzelt zu sehen sind. Der Standort ist für den Astrofotografen sehr wichtig. "In der Stadt könnte ich solche Bilder gar nicht machen. Da ist es auch nachts einfach zu hell", weiß der 39-Jährige. Seine Kamera hat Fritz sich jedoch nicht der Sternfotografie wegen zugelegt. "Ich habe einen kleinen Sohn und die Kamera sollte dazu dienen, einige Fotos fürs Familienalbum zu schießen", sagt Fritz schmunzelnd. Für die Raumfahrt hat sich der Hobbyfotograf jedoch schon immer interessiert. Über die Landschaftsfotografie ist Fritz dann zur Astrofotografie gekommen. "Ich wusste beim Kauf gar nicht, dass ich mit der Kamera auch Sterne fotografieren kann", so Fritz im Gespräch. Durch Internetforen, Astrofotografiegruppen und Kontakt zu anderen Fotografen bildet sich der 39-Jährige stetig weiter. Sein Job bei Coveris Flexibles in Warburg spielt Fritz bei seinem Hobby meistens in die Karten. "Das Schichtsystem, in dem ich arbeite, lässt langfristige Planungen zu. Häufig ziehe ich nach der Spätschicht zum Fotografieren los", so Fritz. Vor größeren Events, wie zum Beispiel der Perseidennacht in der vergangenen Woche, nimmt sich der Familienvater auch gerne Urlaub. "Das Hobby lässt sich ganz gut mit dem Familienleben vereinbaren, weil ich ja nur in den klaren Nächten unterwegs bin", so Fritz. Bei so mancher Jagd auf ein tolles Bild erlebte Fritz Kurioses. "Ich wurde schon von der Polizei angesprochen, außerdem haben mich einige Rehe, Füchse und Hasen zum Teil schon sehr erschrocken. Es ist nachts also gar nicht ganz so still, wie viele sich das vorstellen", schmunzelt Fritz. Astrofotografie ist für Fritz kein Hobby, das er nur in lauen Sommernächten betreibt. "Im Winter sind die Nächte klarer", weiß der Fotograf. Dick eingepackt zieht der 39-Jährige also auch bei bitterkalten Minustemperaturen los. Es sei schon mehr als ein Mal vorgekommen, dass sein Stativ nach einer Fotonacht im Winter vom Frost überzogen war, so der Hobbyfotograf. "Durch die stetige Weiterbildung steigen meine eigenen Ansprüche, ich möchte natürlich ein bestimmtes Level halten und mich verbessern", sagt der 39-Jährige. Nachdem Fritz von einem Fotostreifzug zurückkehrt, setzt er sich an die Bearbeitung. "Die Aufnahmen wirken meistens recht farblos. Durch die Bearbeitung bringe ich etwas mehr Farbe ins Bild", sagt Fritz über die Schritte nach dem Fotografieren. Weitere Fotos unter www.thorsten-fritz.com

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