Spendenübergabe: Auch Fernsehmoderator und Arzt Eckart von Hirschhausen (6. v. r) trägt bei der Übergabe der Spendenschecks inmitten der radelnden Schornsteinfeger eine rote Clownsnase. Werner Überdick (hintere Reihe Mitte) präsentierte sich mit einem weißen Hut. - © Corina Trummer
Spendenübergabe: Auch Fernsehmoderator und Arzt Eckart von Hirschhausen (6. v. r) trägt bei der Übergabe der Spendenschecks inmitten der radelnden Schornsteinfeger eine rote Clownsnase. Werner Überdick (hintere Reihe Mitte) präsentierte sich mit einem weißen Hut. | © Corina Trummer

Warburger Land Engagement: Schornsteinfeger sammeln 181.250 Euro für krebskranke Kinder

Der Warburger Dietmar Weber und Werner Überdick aus Helmern sind seit Jahren mit dabei

Corina Trummer
27.07.2016 | Stand 26.07.2016, 21:14 Uhr

Warburger Land. Wenn Dietmar Weber von der Glückstour spricht, dann strahlen seine Augen. Der Schornsteinfeger aus Borgentreich setzte sich auch in diesem Jahr wieder aufs Crossrad, um für krebskranke Kinder Spenden zu sammeln. Sieben Tage treten jedes Jahr engagierte Schornsteinfeger in die Pedale. Knapp 1.000 Kilometer legen sie dabei zurück. In diesem Jahr ging die Tour von Neckarsulm bis Köln. Endziel ist der jeweilige Bundesverbandstag der Schornsteinfeger. Dort werden dann ein Großteil der Spenden in Empfang genommen, Spenden an Vereine oder Institutionen übergeben und an dieser Stelle zum Bundesverbandstag veröffentlicht. Ralf Helbrok, Hauptorganisator der Glückstour, nennt immer voller Spannung die Gesamtsumme der gesammelten Spenden des Jahres. In diesem Jahr waren es enorme 181.250 Euro, die komplett an krebskranke Kinder übergeben werden. "Es ist total befriedigend, anderen zu helfen", so Weber, der zum zehnten Mal dabei war. Auch Werner Überdick, ehemaliger Schornsteinfeger aus Höxter stimmt dem nur zu. Überdick gehört seit fünf Jahren aktiv zum Team der Glückstourfahrer. Er fährt ein Begleitfahrzeug und könnte sich nichts schöneres vorstellen, um bei der Glückstour seinen Beitrag für krebskranke Kinder zu leisten. Einmal im Jahr schlüpfen die beiden Männer des Schornsteinfegerhandwerks ins Trikot. Dann sind die beiden Männer mal weg für 10 Tage. "Wir sind wie eine große Familie", so Weber. "Das Wetter ist dabei völlig nebensächlich. Wir alle fahren für ein Ziel, das schweißt uns zusammen und deshalb bin ich sehr glücklich, dabei sein zu dürfen." Werner Überdick nickt dem zu. "Der Termin steht wie Weihnachten und Ostern," ergänzt dessen Frau Ulrike. Dietmar Weber hält sich über das gesamte Jahr sportlich fit. Der leidenschaftliche Tisch-tennisspieler geht sehr gern wandern oder eben auch Rad fahren. In Vorbereitung auf die Tour kommen jedes Jahr mehrere hundert Kilometer auf den Tacho. "Der berufliche Zusammenhalt der Schornsteinfeger ist sehr groß," erzählt Weber während er auf dem Dach einen Schornstein fegt. Extra fürs Foto zog er die edle Fegeruniform an - samt Zylinder. Und für die Zukunft wünscht sich Dietmar Weber, dass die Glückstour noch lange weitergeht. Dass es immer weiter Menschen gibt, die das Projekt unterstützen. Auch in seinem Kehrbezirk gehören viele dazu. Das freut ihn sehr. Das ganze Jahr über sammelt er, freut sich über jede noch so kleine Unterstützung, die ihm Kunden mitgeben. "Ich erzähle jedem von der Glückstour", ergänzt Überdick, der fast täglich in Willebadessen auf dem Tennisplatz steht." Die Glückstour sei ein Teil seines Lebens geworden, so der 51-jährige Familienvater. Und ständig überlege er, wo und wie er noch Geld für Kinder sammeln könne, die an Krebs erkrankt sind. Familiengeburtstage, Feste und Feiern stehen oft unter dem Motto. Auch Zuhause oder bei Wettkämpfen trage er die Trikots der Glückstour. Diese Sache mache ihn einfach stolz. Viele Autogramme von Olympiasiegern und berühmten Sportlern wie Steiner oder Heppner zieren die Trikots von Überdick und Weber und beide denken darüber nach, das eine oder andere vielleicht einmal zu versteigern. Und so sind die beiden Glücksbringer schon wieder in Gedanken bei der nächsten Tour. Der Glückstour der Schornsteinfeger, die beide von Herzen leben. Doch ohne das große Engagement der Organisatoren um Ralf Helbrok, Werner Klein und Hans Schreiber wäre diese Tour nicht so erfolgreich. "Dafür kann ich mich gar nicht genug bedanken", so Überdick.

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