Packt an: Hatune Dogan öffnet die Tür zum zukünftigen geistigen Zentrum der Stiftung, dem Bildungshaus. Das einstige Kita-Gebäude an der Elisabethstraße wird zukünftig für Seminare und therapeutische Behandlungen genutzt. - © Anna-Lena Ryczek
Packt an: Hatune Dogan öffnet die Tür zum zukünftigen geistigen Zentrum der Stiftung, dem Bildungshaus. Das einstige Kita-Gebäude an der Elisabethstraße wird zukünftig für Seminare und therapeutische Behandlungen genutzt. | © Anna-Lena Ryczek

Rimbeck Schwester Hatune spricht über Pläne und Ziele ihrer Stiftung

Tag der offenen Tür: Hatune Dogan feierte die Widmung und Segnung der neu erworbenen Gebäude in Rimbeck. Neben einer Tagungsstätte sollen dort vor allem misshandelte Frauen aus den arabischen Kriegsgebieten einziehen

Rimbeck. Seit einigen Monaten besteht der Hauptsitz der Schwester Hatune-Stiftung aus vier Gebäuden. Am Sonntag stellte die syrisch-orthodoxe Schwester bei einem tag der offenen Tür die Stiftung "Helfende Hände für die Armen", ihre Ziele und Erfolge vor. Dabei wurde auch die Nutzung der frisch erworbenen Gebäude in Rimbeck präsentiert. Ein Haus an der Scherfeder Straße, die ehemalige Gaststätte Dorf-Treff, und das Gebäude, in dem zuvor der Kindergarten und das Pfarrheim beheimatet waren, erwarb die Stiftung im vergangenen halben Jahr. Nun stellten die Verantwortlichen die Nutzungspläne vor. "Das Haus am Neuen Weg, das bisher als Hauptsitz der Stiftung fungierte, wird für traumatisierte Mädchen hergerichtet", sagte Christoph Spielberger, Pressesprecher International der Stiftung. Der ehemalige Dorf-Treff solle ebenfalls als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, zuvor fielen dort aber Renovierungsarbeiten an. "Im Dorf-Treff haben wir Kapazitäten für circa 40 Personen", so Spielberger. Die Stiftung hat in den vergangenen Monaten ein weiteres leerstehendes Gebäude an der Scherfeder Straße erworben. "Das großzügige Gebäude ist nicht bezugsfertig und muss zunächst aufwendig renoviert werden", so der Pressesprecher. "Missbrauchte Frauen haben bei der Aufnahme Priorität. Ich denke an Frauen, Witwen und Kinder - erst wenn diese sicher untergebracht wurden, werden Männer aufgenommen", nannte Hatune Dogan ihre Pläne. Der Schwester liegen vor allem die geschundenen Mädchen, missbrauchte und misshandelte Frauen aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens am Herzen. Daraus macht sie keinen Hehl. Schwester Hatune sucht sich die Flüchtlinge, die nach Rimbeck kommen werden, genau aus. "Das sind keine Flüchtlinge, die einen Schlepper bezahlt haben. Es handelt sich um Menschen, die zum Teil eineinhalb Jahre in Camps gewartet haben bis sie ihre Papiere bekamen und mit denen ich persönlichen Kontakt hatte", sagte Dogan. Zum Zentrum der Stiftung wird das Gebäude, in dem sich vor dem Erwerb der Rimbecker Kindergarten und das Pfarrheim befanden. "Dieses Haus wird ein Bildungshaus und für Seminare, Fortbildungen und therapeutische Behandlungen genutzt ", so der Pressesprecher der Stiftung. Seit der Gründung verzeichnet die Schwester Hatune-Stiftung zahlreiche Erfolge. Mit weltweit mehr als 5.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern ist die Stiftung in 36 Ländern aktiv. Zweck der Stiftung ist die Hilfe für Arme, Schutzlose und Verfolgte auf der ganzen Welt. "Schwerpunktregionen sind Indien, Sri Lanka, Afrika und der Nahe Osten", so Pressesprecher Spielberger. Auf das Konto der Stiftung gehen bereits 2.800 Brunnen, 4.200 Häuser, Waisenhäuser und die medizinische Versorgung von rund 15.000 Patienten sowie Nahrungsmittelspenden für bis zu 12.000 Familien. Die syrisch-orthodoxe Schwestern ist unermüdlich. "Das Ziel ist es, 300 Brunnen und 500 Häuser pro Jahr zu schaffen", sagte die Stiftungsgründerin Hatune Dogan energisch. Auch Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln steht hinter der Arbeit der Stiftung, ist selbst Mitglied. "Sie leisten Übermenschliches - nicht nur durch das Sammeln von Spenden, sondern auch vor Ort. Nicht selten unter Einsatz Ihres Lebens", richtete Stickeln seine Worte direkt an Schwester Hatune.

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