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Kriegsgräuel am Kriegsende: Eine Gedenktafel am alten Bahnhof erinnert in Welda an das Durchgangslager, das die Amerikaner im Ort am Ende des Zweiten Weltkriegs für Kriegsgefangene einrichteten. Der Stein wurde vor 25 Jahren am Volkstrauertag auf Initiative des Ortsbeirates gesetzt. Angst, Kälte und Tod beherrschten das kurze Lagerleben für geschätzt 80.000 deutsche Soldaten. - © Dieter Scholz
Kriegsgräuel am Kriegsende: Eine Gedenktafel am alten Bahnhof erinnert in Welda an das Durchgangslager, das die Amerikaner im Ort am Ende des Zweiten Weltkriegs für Kriegsgefangene einrichteten. Der Stein wurde vor 25 Jahren am Volkstrauertag auf Initiative des Ortsbeirates gesetzt. Angst, Kälte und Tod beherrschten das kurze Lagerleben für geschätzt 80.000 deutsche Soldaten. | © Dieter Scholz

Alterkülz/Welda Erinnerungen an das Kriegsgefangenenlager in Welda

Erinnerungen 1929 bis 1945: Zeitzeuge Otto Berg hat seine Erinnerungen für die Nachwelt in einem Buch festgehalten. Der 86-Jährige aus dem Hunsrück war als Hitlerjunge am Ende des Zweiten Weltkrieges im Kriegsgefangenenlager Welda interniert

Dieter Scholz
28.11.2015 | Stand 27.11.2015, 18:45 Uhr
Alterkülz/Welda. "Wir waren vom Hitler verführt", sagt Otto Berg. Der 86-Jährige aus dem Hunsrück hat seine Erinnerungen aufgeschrieben und in einem Buch verewigt. Die sechs Tage, die er als Hitlerjunge im Kriegsgefangenlager in Welda erlebte, gehören dazu. "Die schrecklichsten meines Lebens", sagt Berg.

Seine Autobiografie ist mit "Erinnerungen 1929 bis 1945. Eine Kindheit im Dritten Reich" überschrieben. Auf 263 Seiten schildert sie Bergs Erlebnisse als Kind und Jugendlicher. In drei dicken Büchern "580 Seiten", sagt Berg, habe er seine Geschichte handschriftlich festgehalten. Sechs Monate saß er an seinem Werk. "Oftmals bis spät in die Nacht." Das Schreiben habe ihn nicht losgelassen. Ein Tagebuch, das er damals führte und gerettet habe, half dem Gedächtnis auf die Sprünge. Vieles kam wieder hoch. Und Otto Berg erzählt es in schlichten Sätzen. Erzählt von Dingen, die selbst seine Frau Elisabeth bis dahin nicht von ihm erfahren hatte. Mit ihr hatte er in all den Ehejahren niemals über seine Kriegserlebnisse aus Jugendtagen gesprochen. Ein Freund habe ihm gesagt, das er sie unbedingt aufschreiben müsse. Dann habe er mit 82 Jahren angefangen. "So einfach war das", sagt er - und sei zu einer Sucht geworden.

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