"Geistige Erneuerung": Stellvertretender Landrat Heinz-Günter Koßmann (v. l.), Institutsleiterin Anna Ulrich, Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), Bundestagsabgeordneter Christian Haase (CDU), Bildungswerk-Vorsitzende Ruth Rissing-van Saan, Landtagsabgeordneter Hubertus Fehring (CDU) und Hegge-Oberin Dorothee Mann. - © burkhard battran
"Geistige Erneuerung": Stellvertretender Landrat Heinz-Günter Koßmann (v. l.), Institutsleiterin Anna Ulrich, Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), Bundestagsabgeordneter Christian Haase (CDU), Bildungswerk-Vorsitzende Ruth Rissing-van Saan, Landtagsabgeordneter Hubertus Fehring (CDU) und Hegge-Oberin Dorothee Mann. | © burkhard battran

Niesen Das christliche Bildungswerk Die Hegge feiert sein 70-jähriges Bestehen

Schulministerin Sylvia Löhrmann gratuliert zum Jubiläum

Burkhard Battran

Niesen. Es ist eine außergewöhnliche Einrichtung: Das christliche Bildungswerk Die Hegge bei Niesen hat am Wochenende sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Festakt am Samstag war auch die Bildungsministerin des Landes NRW, Sylvia Löhrmann (58), auf die Hegge gekommen. "Die Hegge ist ein Kleinod in der Bildungslandschaft unseres Landes. Getragen von Glauben und Gemeinschaft leistet sie seit 70 Jahren einen wichtigen Beitrag zur geistigen Erneuerung", sagte die Ministerin. Die Hegge sei ein Lernort des Dialogs und passe mit ihrer Themenauswahl in die heutige Zeit, betonte Löhrmann. Der Bielefelder Europaparlamentarier Elmar Brok (69) hob die Bedeutung der Hegge für den interreligiösen Dialog hervor. "Die Hegge leistet wichtige Orientierungsarbeit, indem sie zur Differenzierung beiträgt, statt zur Allgemeinverdammnis aufzurufen", sagte Brok. Gerade auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise sei es wichtig, dass Einrichtungen wie die Hegge auch auf die geistige Dimension von aktuellen Vorkommnissen hinwiesen. "Wir erleben eine Völkerwanderung, die noch sehr lange andauern wird und die kein Zaun der Welt aufhalten kann", rief Brok zu einem sachlichen und offenen Umgang mit der Flüchtlingssituation auf. Die Bildungswerk-Vorsitzende Ruth Rissing-van Saan (69) aus Bochum hob die besondere Pionierleistung der Hegge-Frauen hervor. "Man muss die Hegge-Gründung auch im Spiegel der Zeit betrachten", betonte die ehemalige Vorsitzende Richterin am Bundesgerichtshof, denn es habe damals noch keine rechtliche Gleichstellung der Frau gegeben und trotzdem hätten die Hegge-Frauen ihren Auftrag durchgesetzt. Van Saan erinnerte daran, dass die Hegge, als erstes nach dem Krieg gegründetes Bildungsinstitut auch einen beträchtlichen Anteil an der Gründung der Bochumer Ruhr-Uni, der ersten nach dem Krieg gegründeten Hochschule, hatte. Bis heute erinnere das Wohnheim Hegge-Kolleg an diese Zeit. Auch Hegge-Oberin Dorothee Mann (50) widmete ihre Begrüßung der historischen Einordnung des Hegge-Bildungswerks. "Die Hegge repräsentiert auch ein Stück Frauengeschichte im 20. Jahrhundert", sagte Oberin Mann. Anlässlich des Jubiläums hatte die Hegge eine Buchpublikation der deutsch-belgischen Bildhauerin Maria Eulenbruch (1899-1972) in Auftrag gegeben, die zum Festakt präsentiert wurde. "Wir haben Maria Eulenbruch ausgewählt, weil sie die erste Frau war, die sich in besonderer Weise im Bereich der sakralen Monumentalplastik kunstgeschichtlich ausgezeichnet hat", erläuterte Mann. Die Hegge-Kunstsammlung umfasst auch eine Tonbrandplastik der Anna Selbdritt (Darstellung der heiligen Maria mit dem Jesuskind und mit ihrer Mutter Anna), die Maria Eulenbruch gegen 1930 schuf und die seit 1979 im Besitz der Hegge ist.

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