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Geselliges Beisammensein: Abendstimmung auf dem gut gefüllten Altstadtmarktplatz. - © Burkhard Battran
Geselliges Beisammensein: Abendstimmung auf dem gut gefüllten Altstadtmarktplatz. | © Burkhard Battran

Warburg Organisatoren ziehen ein positives Kälkenfest-Fazit

Anarcho-Wasserwippe zum Abschluss

Burkhard Battran
17.08.2015 | Stand 17.08.2015, 17:23 Uhr |

Warburg. Wegen des strömenden Regens war am Sonntag das Kälkenfest am frühen Nachmittag offiziell beendet worden. Dennoch kamen später noch viele Schaulustige in Erwartung der traditionellen „Wasserwippe“. Sie wurden dennoch nicht enttäuscht. In einer spontanen Anarcho-Fassung setzten einige Akteure aus den Reihen der Bürgerspieler und des Stadtorchesters den Kälkenfest-Klassiker spontan in Szene. Saxofonist Karsten Müller wurde ins Kostüm des armen Knechts Peter Pannenstiel gesteckt. Die Bürgerspiele des Kälkenfests erzählen Anekdoten aus der Warburger Historie. Auch die Wasserwippe hat einen geschichtlich realen Hintergrund. Ein Knecht hatte tatsächlich einmal aus einem Garten ein Hitjen, (Ziege) gestohlen. Er wurde der Tat überführt und verurteilt, zum Gespött der rechschaffenden Bürger und um Diebe abzuschrecken, in die Diemel getaucht zu werden, „damit seine Finger sauber werden und er unrechtes Tun künftig unterlasse“. Der Spontaninszenierung fehlte zwar die imposante Wasserwippen-Konstruktion, aber der Wasserbottich stand bereit, unter lautem Applaus der knapp 100 Unverdrossenen, den Pannenstiel hineinzuwerfen.Fantastische Stimmung „Im nächsten Jahr, zur 40. Auflage, wird es wieder eine vollständige Wasserwippe zu sehen geben“, versprach der Vorsitzende des Warburger Heimat- und Verkehrsvereins, Klaus Stalze, der sich trotz des verregneten Abschlusstages mit dem 39. Kälkenfest zufrieden zeigte. „Die Stimmung an den ersten beiden Tagen war fantastisch, der Marktplatz war gut gefüllt und das Programm war wirklich erstklassig. Man muss bei einer Freiluftveranstaltung aber immer damit rechnen, dass einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht“, sagte Stalze. So sah das auch Brauchereichef Franz-Axel Kohlschein. „Wir freuen uns über die guten Tage und jammern nicht über die schlechten“, sagte Kohlschein. Orientalisches Flair verbreiteten die Bürgerspiele am Samstagabend mit dem Stück „Der Prinz von Wasiristan“. Es endete mit den Worten des Bürgermeisters: „Wir sind blamiert bis auf die Knochen. Noch in 100 Jahren wird man über uns lachen.“ Wie wahr. Das Stück erzählt, wie ein Hochstapler sich als Prinz von Wasiristan ausgibt und in Warburg Geschäftsleute übers Ohr haut, mit dem Versprechen, er werde die Rechnung später durch die „Bank of England in „Pfund Sterling“ begleichen. Doch bereits am nächsten Abend waren der Prinz und seine Entourage über alle Berge verschwunden. Die Geschichte beruht auf einem wahren Kern. „Ich habe den Stoff in einer Zeitungsnotiz aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert gefunden und daraus dann das Stück gemacht“, erläutert Bürgerspielautor Winni Volmert.Spontane musikalische Einlage Eine spontane musikalische Einlage gab es am Samstag nach der Bürgerspielaufführung. Der Warburger Pianist Andreas Schub (46) und einige Altstädter Musikfreunde präsentierten seine frisch komponierte Hymne auf die Brautradition der Hansestadt. „Das beste an ihr, ist das Warburger Bier. Wir trinken es gerne und verleih’n ihm fünf Sterne“, hieß es im Refrain, der sofort von den Zuhörern auf dem Marktplatz mitgesungen wurde. Bürgermeister Michael Stickeln lobte das Kälkenfest als eine unverwechselbare Tradition, die sichtbar die Stadt und die Region prägt. Sein besonderer Dank galt dem Heimat- und Verkehrsverein dessen großes Engagement zur Ausrichtung des Kälkenfests, viel zur Lebensqualität in Warburg beitrage.

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