Herzlicher Empfang beim Kardinal: Der äthiopische Außenminister Tedros Adhanom (v. l.), Rosi und Klaus Krekeler sowie Kardinal Berhaneyesus.
Herzlicher Empfang beim Kardinal: Der äthiopische Außenminister Tedros Adhanom (v. l.), Rosi und Klaus Krekeler sowie Kardinal Berhaneyesus.

Peckelsheim In den Dörfern ist die Armut besonders groß

Das Ehepaar Krekeler berichtet nach ihrer Reise ans Horn von Afrika über Freud´ und Leid in Äthiopien

Peckelsheim. Rosi und Klaus Krekeler sind aus Afrika zurück: Sechs Wochen lang bereisten sie im Rahmen ihres Hilfsprogramm "Von Mensch zu Mensch" Äthiopien. "Eine Typhuserkrankung machte diesen Aufenthalt zu Beginn zuerst zu einer großen Strapaze", sagt Klaus Krekeler. Doch der Peckelsheimer Diakon berichtet auch von vielen schöne Momenten, die Begegnungen mit sich brachten. Darunter unter anderem von der Feier nach der Ernennung des äthiopischen Erzbischofs Brahaneyesus zum Kardinal. Wieder besuchten die Krekelers Patenkinder in den Regionen Harar, Meki, Nekemte und Hosanna. "Es macht uns stets große Freude zu sehen, wie toll sich die Kinder entwickeln", zieht Rosi Krekeler ein Fazit. "Es geht einem regelrecht das Herz auf, wenn sie mit einem weitgehend sauberen, manchmal jedoch auch nur geliehenen Kleidchen und frisch geflochtenen Haaren vor uns stehen", schildert sie ihre Eindrücke.Fertigstellung eines Kindergartens Eines der Projekte, die von den Krekelers unterstützt werden ist der Kindergarten in Jajura. An den Gebäuden werde zurzeit noch gebaut, sagt Klaus Krekeler. Die Menschen warteten auf die Fertigstellung. "Dies kann jedoch erst geschehen, wenn das von unseren Sternsingern gesammelte und an das Hilfswerk Kindermissio weitergeleitete Geld dort angekommen ist", meldet der 68-Jährige. Dann könne es an den dritten Bauabschnitt, die Mehrzweckhalle gehen. Diese werde benötigt, "damit die Kinder in der Regenzeit im Trockenen ihr Mittagessen einnehmen können". Außerdem solle sie Kindern und Eltern als Versammlungsraum dienen. Für den Besuch der neuen Kindergärten in der Jimma-Bonga-Region blieb auf dieser Reise nicht genug Zeit. "Leider", sagt Krekeler. Der Bischof von Jimma habe jedoch über den derzeitigen Stand der Dinge berichtet. Bei ihrem nächsten Aufenthalt in Äthiopien in den Monaten Oktober und November, werden die Krekelers dort wieder erwartet. Gemeinsam mit drei Paten aus Deutschland werden sie die Kinder besuchen und Neuigkeiten mitbringen. Zu besonderen Erlebnissen gerieten die Besuche der Kindergärten in den Orten Dodo Wedera (Gora Lemma), Adama Fesses und Meleya. "Die Rohbauten stehen", berichtet Krekeler. "Während sich die Menschen aus den umliegenden Dörfer versammelten, um uns zu begrüßen, gingen die Arbeiten weiter", zeigt sich Krekeler beeindruckt. Mitgebracht haben die beiden Peckelsheimer viele Glück- und Segenswünsche an alle Spender und Helfer in Deutschland. Als Termin für die Einweihung wurde der Oktober festgelegt.Infrastrukturen im Land verbessern "Ansonsten sind im Land dort leichte Verbesserungen der allgemeinen Situation festzustellen, besonders in den Städten", sagt Krekeler. "China und die Europäische Union helfen, eine bessere Infrastruktur zu schaffen." Krekeler berichtet von einem kurzen Autobahnstück eine im Bau befindliche Eisenbahnstrecke. "Das ist genau der richtige Weg", betont er. Nur wenn man die Infrastrukturen im Land verbessere und damit auch für Arbeit sorge, könne etwas bewirkt werden. Nun muss diese Entwicklung in die Dörfer vordringen. "Dort trifft man weiterhin auf große Armut", sagt Krekeler. "Zum ersten Mal nach Jahren trafen wir wieder auf Kinder in einem lebensbedrohlichen Entwicklungsstand." Ordensschwestern versuchten solche Kinder zu finden und "in ihren Kliniken zurück ins Leben zu holen". Auch in diesem Jahr sei die kleinen Regenzeit im März ausgefallen, sagt Krekeler. "Viele Brunnen und Flüsse sind ausgetrocknet." Wasser für den täglichen Bedarf müsse aus schmutzigen Resten geschöpft oder teuer eingekauft werden. "Was das für eine Bevölkerung heißt, die bereits ständig krank ist und kein Geld zur Verfügung hat, kann sich jeder vorstellen." So bitten die Krekelers darum, weiterhin mitzuhelfen. "Hilfen beim Brunnenbau oder beim Verlegen von Pipelines von Quellen oder Flüssen zu einem Brunnen für jedes Dorf sind lebensnotwendige Projekte, damit das Wasser nicht mehr literweise gekauft und kilometerweit transportiert muss", pflichtet Rosi Krekeler bei. Wichtig sei außerdem die Unterstützung der Frauen, um in den Orten Getreidemühlen zu bauen, "damit sie nicht mehr kilometerweit mit ihren Lasten laufen müssen". Auch Kindergärten für Millionen von Kindern hätten obere Priorität.Feier beim Erzbischof "Wie glücklich können wir uns alle in Europa schätzen, dass uns das alles in unbegrenztem Maß zur Verfügung steht", bemerkt Krekeler im Gespräch. Gefreut hatte sich das Ehepaar auf die Feier des äthiopischen Erzbischofs Brahaneyesus, zu der sie eingeladen waren. Der Geistliche war von Papst Franziskus zum Kardinal ernannt worden. "Darüber herrschte eine große Freude in Äthiopien", sagt Krekeler. Nun habe man auch einen Fürsprecher in Rom. Die Krekeler genossen das Zusammentreffen mit unzähligen Freunden, die sie oftmals jahrelang nicht mehr gesehen hatten.

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