Kreis Höxter "Wir ziehen weiter an einem Strang"

Tennet-Alternativvorschläge stoßen bei Stromtrassen-Gegnern auf Ablehnung

VON MANUELA PULS UND MATHIAS BRÜGGEMANN

Jutta Fritzsche von den Marienmünsteraner Stromtrassen-Gegnern. - © ARCHIVFOTO: DAVID SCHELLENBERG
Jutta Fritzsche von den Marienmünsteraner Stromtrassen-Gegnern. | © ARCHIVFOTO: DAVID SCHELLENBERG

Kreis Höxter. Die Alternativvorschläge des Netzbetreibers Tennet zur Suedlink-Stromtrasse stoßen bei den Trassen-Gegnern und den Bürgermeistern der Städte auf einhellige Ablehnung. Wie berichtet, hat Tennet seit Freitag unter www.suedlink.tennet.de Vorschläge für weitere Trassenkorridore auf seine Internetseite gestellt. Neben Höxter, Brakel, Marienmünster, Beverungen und Warburg könnten auch Nieheim, Bad Driburg, Willebadessen und Borgentreich betroffen sein. Am Donnerstag, 2. Oktober, sollen die Pläne in der Höxteraner Stadthalle ab 17 Uhr öffentlich vorgestellt werden.

Die Gegner wollen demonstrieren: Jutta Fritzsche von der Bürgerinitiative "Lebenswertes Marienmünster" hofft, dass sich viele an der Protestaktion am Donnerstag in Höxter beteiligen werden. Immerhin seien jetzt mehr Kreisbewohner betroffen. "Auch Dörfer und Städte, die bisher dachten, das ist weit weg, damit haben wir gar nichts zu tun", sagt sie. Jutta Fritzsche fühlt sich von Netzbetreiber Tennet belogen, weil er, anders als versprochen, keine großräumige Alternativplanung vorgelegt habe. "Das ist kein grundlegend anderer Trassenverlauf, die haben nur von einem Planungsbüro kleinräumig ein paar Linien einmalen lassen", so die Papenhöfenerin. Ihrer Meinung nach hat Tennet seit dem Frühjahr nichts wirklich getan, um die Bedenken der Bürger aufzugreifen.

Michael Stickeln. - © FOTO: NW
Michael Stickeln. | © FOTO: NW

Enttäuscht von den Tennet-Alternativplanungen ist auch Gabriele Böker von der Initiativgruppe Dalhausen, Tietelsen, Borgholz. "Wir hatten auf etwas anderes gehofft und nicht, dass die Alternativrouten ebenfalls durch den Kreis Höxter laufen." Ähnlich wie Jutta Fritzsche verspricht sich Gabriele Böker jetzt ein "Aufwachen" auch in den Ortschaften, die bislang nicht direkt vor der Trassenführung betroffen waren. "Wir hatten beim Blütenfest in Beverungen einen Informationsstand aufgebaut und mussten mit Entsetzen feststellen, wie uninformiert und gleichgültig doch manche Menschen waren, nur weil sie nicht direkt betroffen waren." Von der Veranstaltung am Donnerstag in Höxter verspricht sie sich nicht allzu viel. "Bislang waren das immer Pseudo-Informationsveranstaltungen. Die grundsätzlichen Fragen blieben unbeantwortet. Wie etwa die Frage, warum die Trasse nicht in den Bereich an der A 7 gelegt wird. Das wäre die kürzeste Trassenführung", sagt sie. "Der eigentliche Kampf", befürchtet Gabriele Böker, "wird wohl vor Gericht geführt werden".

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group