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Das Flüchtlingsheim soll im Laufe des Oktobers zunächst als Notunterkunft mit einer Kapazität von 150 Personen in Betrieb gehen. - © FOTO: HUBER RÖSEL
Das Flüchtlingsheim soll im Laufe des Oktobers zunächst als Notunterkunft mit einer Kapazität von 150 Personen in Betrieb gehen. | © FOTO: HUBER RÖSEL

Borgentreich Erste Flüchtlinge kommen im Oktober

Desenbergkaserne übernimmt zunächst 150 Asylbewerber aus dem Weberhaus in Nieheim

VON BURKHART BATTRAN
25.09.2014 , 01:12 Uhr

Borgentreich (bat). Mitte Oktober sollen die ersten Flüchtlinge in der ehemaligen Desenbergkaserne in Borgentreich eintreffen. "Die Sanierungsarbeiten laufen. Insbesondere die Abwasseranschlüsse und -kanäle müssen erneuert werden", informierte Amtsleiterin Elvira Tewes in der Ratssitzung am Dienstag.

Allerdings ist nicht die Stadt Bogentreich Auftraggeber, sondern die koptische Kirche in Deutschland mit Bischofssitz in Höxter-Brenkhausen.

1997 haben die Kopten die Liegenschaft in Borgentreich erworben. Jetzt macht sie sich bezahlt. Die Flüchtlingsaufnahme ist für die koptische Kirche in erster Linie ein Geschäft, denn mit der Flüchtlingsbetreuung hat die koptische Kirche nichts zu tun. Zuständig ist das Land NRW über die Bezirksregierung in Arnsberg. Sie hat die Liegenschaft zum 1. Oktober zunächst für fünf Jahre gemietet.

"Als Stadt prüfen wir natürlich den baulichen Zustand und die Eignung für die geplante Nutzung und dazu gehört natürlich auch, dass beispielsweise die abwasserrechtlichen Anforderungen erfüllt sind", sagte Bürgermeister Rainer Rauch. Für die Abwassersanierung sei das Brakeler Ingenieurbüro Turk beauftragt worden. Zwischenzeitlich sei mit der Borgentreicher Feuerwehr auch ein Evakuierungskonzept abgestimmt worden. Mit dem Kreis Höxter werde derzeit ein Brandschutzkonzept erarbeitet. Alle Unterkunfts- und Aufenthaltsräume sollen Brandmeldeanlagen erhalten und Zimmer mit Rauchmeldern ausgestattet.

Für den Betrieb des Flüchtlingslagers hat das Land einen Betreibervertrag mit den Kölner Malteser Werken gGmbH geschlossen, die im Bereich der Migrantenbetreuung über höhe Kompetenz verfügen. Seit 1989 haben die Malteser im Im Auftrag von Ländern und Kommunen mehr als 1,5 Millionen Asylbewerbern, Flüchtlingen und Aussiedlern aus mehr als 70 Ländern in stationären Einrichtungen begleitet.

"Auch wenn wir als Stadt kein offizielles Mitspracherecht haben, werden wir bei der Bezirksregierung die Berücksichtigung unseres Forderungskataloges verlangen", sagte Rauch. Dazu gehört beispielsweise eine Ordnungspartnerschaft zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit aus Stadt, Heimbetreiber, Polizei und örtlichen Gruppierungen. "Davon hängt auch ab, dass die Einrichtung von der Bevölkerung akzeptiert wird", sagte FDP-Ratsvertreter Robert Prell.

Das Flüchtlingsheim soll im Laufe des Oktobers zunächst als Notunterkunft mit einer Kapazität von 150 Personen in Betrieb gehen. Die Flüchtlinge sind bereits da. Aktuell sind sie im Weberhaus in Nieheim untergebracht, das bis Mitte Oktober vorübergehend als Unterkunft genutzt wird. In der Desenbergkaserne soll die Belegungskapazität auf 500 Personen ausgebaut werden. Das weitläufige Kasernengelände besteht aus 30 unterschiedlich großen Gebäude von denen rund 20 in das Nutzungskonzept einbezogen werden.

Die Nutzungsstruktur orientiert sich an der ursprünglichen Kasernenfunktion. Es wird sechs verschiedene Unterkunftshäuser geben, drei Kantinen zur Verpflegung der Bewohner sowie Versammlungsräume, Wäscherei, Krankenstation, Sporthallen und Krankenstation. "Wir haben uns in den Flüchtlingseinrichtungen in Schöppingen und Hemer ein Bild vom Betreuungskonzept der Malteser machen können, und das erschien uns durchdacht zu sein", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Hubertus Eikenberg.