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In die Werke der Paderborner Künstlerin Christine Steuernagel (vorne) führte inhaltlich Dr. Alexandra Sucrow ein, während Christian Holtgreve vom Museumsverein die Verbindung der Künstlerin zu Warburg vorstellte. In ihrem Werk "Biodiversität" können besonders Warburger eine Menge Bekanntes erkennen. - © FOTO: CARMEN PFÖRTNER
In die Werke der Paderborner Künstlerin Christine Steuernagel (vorne) führte inhaltlich Dr. Alexandra Sucrow ein, während Christian Holtgreve vom Museumsverein die Verbindung der Künstlerin zu Warburg vorstellte. In ihrem Werk "Biodiversität" können besonders Warburger eine Menge Bekanntes erkennen. | © FOTO: CARMEN PFÖRTNER
Warburg

Die Welt der Christine Steuernagel

Ausstellung "Wasser - Erde - Atmosphäre" der Paderborner Künstlerin eröffnet

von carmen pförtner
13.01.2014 | Stand 12.01.2014, 18:49 Uhr

Warburg. Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit, Ökologie, Klimawandel, Emissionen, Ozonloch, Treibhauseffekt - die Liste der Begriffe könnte Christine Steuernagel beliebig verlängern. Die Schau "Wasser - Erde - Atmosphäre" der Paderborner Künstlerin, in der sie sich mit dem Menschen und seinem Umgang mit der Umwelt beschäftigt, ist am Sonntagfrüh im Museum im "Stern" eröffnet worden.

"Die menschliche Zivilisation ist es zuerst einmal, die Christine Steuernagel interessiert, die sie beobachtet, der sie nachspürt und deren Wurzeln sie in Mythologie, Geschichte und Wissenschaft immer wieder sucht und sichtbar macht", sagt Dr. Alexandra Sucrow aus Paderborn, die bei der Ausstellungseröffnung in die Arbeiten der Künstlerin einführt.

Dem Betrachter wird auf den ersten Blick nicht sofort deutlich, welche Intention Steuernagel verfolgt - was auf den Werken überhaupt zu sehen ist. Meist sind es Nahansichten, Abstraktionen und Details, die in ihrer Gänze wiederum so wichtige Themenfelder unseres Daseins betreffen. "Es sind Begriffe, die nicht nur politisch, wirtschaftlich und ethisch an Relevanz gewinnen, sondern es sind auch Sachverhalte, die spätestens hier und jetzt auch von uns nicht ignoriert werden können", sagt Sucrow.

Doch wenn man genau hinschaut, ist es offensichtlich: Viele der Arbeiten Steuernagels vereinen mehrere Qualitäten in sich: Sie beschreiben, beleuchten, auch kritisch, formulieren Fragen - aber keine Antworten. Die Antworten kann der Betrachter sich selbst geben.

Steuernagel, die sich in der Künstlervereinigung "art-Driburg" engagiert, war in den 1950er Jahren Schülerin des neusprachlichen Mädchen-Gymnasiums auf der Hüffert, wie Christian Holtgreve vom Museumsverein zu berichten weiß. So sind die Arbeiten von Steuernagel nicht zuletzt aus ihren Erfahrungen und Erinnerungen an das Warburger Land inspiriert. "Die Künstlerin selbst nimmt zwei Dinge ganz besonders persönlich: dass es sich zum einen um Gegenden handelt, die sie selbst in früheren Zeiten durchwandert und lieb gewonnen hat. Und dass es sich zum anderen teils um Landschaften hier im Umkreis von Warburg handelt", weiß Sucrow.

So ist auch das Werk "Biodiversität", eine der wenigen Leinwandarbeiten der Künstlerin, mit der Natur und dem Kartenmaterial der Warburger Börde entstanden. "Die Künstlerin hat aus verschiedenen Kartenausschnitten eine eigene Landschaft gestaltet und in rahmenden Grünstreifen verortet, die Vielfalt der Luftbilder zu einer facettenreichen Einheit zusammengefasst und so zu einem Gebiet erklärt, das auch von uns nicht einfach optisch überflogen werden darf, sondern bedacht und mit Rücksicht studiert werden muss", so Sucrow.

Ähnlich facettenreich und undurchsichtig ist auch ihre Schaffensweise: Aufgrund von unterschiedlichsten Techniken der Radierung, der Collage und Montage und der Typographie präsentieren sich die Bilder Steuernagels vielgestaltig und vielschichtig - und auch ein wenig rätselhaft. Sucrow: "Vor unseren Augen öffnet sich hinter dem so vielschichtigem Bild ihrer Kunst eine ganze, eine tiefgründige Welt: Die Welt der Christine Steuernagel".

Zu sehen ist die Schau bis zum 16. Februar täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr.

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