Musikschulleiterin Anna Sophie Türich (am Klavier) mit Kooperationspartnern und bisherigen Sponsoren.
© Burkhard Battran

Steinheim Musikprojekt für Generationen in Steinheim sucht Sponsoren

Seit vier Jahren läuft an der Musikschule in Steinheim das Projekt „Singen, ein Leben lang“, bei dem sich alte Menschen aus Pflegeheimen und Kindergartenkinder begegnen.

Burkhard Battran

2022-08-10 17:31:07

Steinheim. 3.600 Euro sind nicht viel Geld, wenn man bedenkt, dass man damit 200 Menschen erreicht, die dafür alle 14 Tage und teils auch jede Woche zum gemeinsamen Singen zusammen kommen. Nicht alle 200 auf einmal, sondern verteilt auf vier unterschiedliche Einrichtungen.

Im Mai 2019 hat die städtische Musikschule das Projekt „Singen, ein Leben lang“ begonnen. „Wir gehen dazu in die Alteneinrichtungen hier in Steinheim und auch ein Kindergarten ist dabei. Und mehrmals im Jahr gibt es kleine Besuchskonzerte, wo sich die Einrichtungen gegenseitig besuchen und dann sogar gemeinsam singen, was ja wegen der einheitlichen Leitung auch sehr leicht umzusetzen ist“, erklärt Musikschulleiterin Anna Sophie Türich.

Auch in der Coronabeschränkung ist das Projekt nicht eingeschlafen. „In der Anfangszeit haben wir natürlich auch ausgesetzt, aber ab Herbst 2020 konnten wir in einzelnen Wohngruppen die Arbeit wieder aufnehmen und jetzt läuft es wieder richtig gut und alle können ohne Einschränkung mitmachen“, erläutert Türich. In diesem Jahr ist auch an ein großes gemeinsames Konzert gedacht. Einen festen Termin gibt es noch nicht. August oder September sind ins Auge gefasst.

Anfangs war auch die Grundschule beteiligt. „Aber wir haben gesehen, dass das den organisatorischen Rahmen sprengt, weil das dann doch zu viele waren“, erklärt die Musikschulleiterin. Der Schwerpunkt des Gesangsprojekts liegt auf den Alteneinrichtungen. Das Helene-Schweitzer-Haus, das St.-Rochus-Altenzentrum und die Tagespflege Kleeblatt sind beteiligt, ebenso wie das städtische Familienzentrum Pusteblume.

"Es wird von allen Beteiligten gut angenommen"

„Das ist ein wirklich tolles Projekt, vor allem weil es von den Beteiligten der Pflegeeinrichtungen so gut angenommen wird“, sagt Türich. „Unsere Bewohner freuen sich immer schon sehr auf das Singen, denn es ist ja bekannt, dass gerade in der Demenztherapie dem Singen ein ganz hoher Stellenwert beigemessen wird“, erklärt Bernadette Linhoff, Leiterin des St.-Rochus-Seniorenhauses.

„Eigentlich sind es sogar fünf Einrichtungen, denn gelegentlich ist auch das St.-Nikolaus-Hospital in Nieheim dabei“, sagt Türich. Anfangs ist das Projekt über die Stiftung der Sparda-Bank finanziert worden. Seit Herbst 2020 ermöglicht der Rotary Club Detmold-Blomberg die Weiterführung des Projekts bis zum Jahresende.

„Ab Januar 2023 brauchen wir einen neuen Sponsor für dieses wunderbare Projekt, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass sich der finden lässt“, ist Musikschulleiterin Türich optimistisch. Davon ist auch Bürgermeister Carsten Torke überzeugt. „Unsere Musikschule leistet wirklich eine hervorragend Arbeit und mit der Ansiedlung der Musikschule im Friedrich-Wilhelm-Weber-Forum haben wir die besten Voraussetzungen für eine positive Entwicklung geschaffen“, betont der Bürgermeister.

Generationenprojekt strahlt in die Ensemblearbeit zurück

600 Musikschüler aller Altersgruppen nehmen die Angebote der Musikschule wahr. Zählt man das Generationenprojekt mit, sind es sogar 800. Für die Musikschule arbeiten 20 Lehrkräfte. Das Generationenprojekt strahlt auch in die Ensemblearbeit der Musikschule zurück. So nimmt an den Besuchskonzerten auch die Erwachsenen-Gesangsklasse teil und veranstaltet mit den anderen Gruppen beliebte Mitsingkonzerte.

In diesem Jahr neu gestartet ist ein inklusives Musikprojekt in Kooperation mit der Lebenshilfe. Es heißt „Musizieren inklusive“ und wird von der Aktion Mensch gefördert. Hier bekommen Menschen mit und ohne Behinderung für 25 Euro im Monat jede Woche eine Stunde Einzelunterricht sowie zwei Stunden Ensemble- oder Bandprobe, wo Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam singen und musizieren. Es wird also recht intensiv gearbeitet, um aufführungsfähige Programme auf die Beine zu stellen.

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