0
Erste Nutzer: Anna-Maria Stock (v. l.), Anja Stock und Kalle Gronsenski freuen sich über die Fertigstellung des neuen Radwegs. - © Burkhard Battran
Erste Nutzer: Anna-Maria Stock (v. l.), Anja Stock und Kalle Gronsenski freuen sich über die Fertigstellung des neuen Radwegs. | © Burkhard Battran

Steinheim Neuer Radweg schließt Lücke von Steinheim nach Lippe

Das Bürgerprojekt hat allerdings einen Schönheitsfehler

Burkhard Battran
22.10.2019 | Stand 22.10.2019, 17:43 Uhr

Steinheim-Sandebeck. Es ist seit über zehn Jahren das Herzensprojekt von Senior Werner Reimann aus Sandebeck. An seinem 78. Geburtstag ist der Wunsch wahr geworden. Der Lückenschluss des Radweges zwischen Leopoldstal auf der lippischen Seite und Sandebeck im Kreis Höxter ist vollzogen worden. Im NRW-Modellverfahren „Bürgerradweg" konnte die 1.350 Meter große Lücke zwischen den bestehenden Radwegen geschlossen werden. Am Dienstag wurde der Bürgerradweg offiziell frei gegeben. „Damit gibt es nun eine durchgängige Radwege-Verbindung von Bad Meinberg bis Steinheim", sagte Heribert Gensicki, Vorsitzender des Vereins Ländlicher Raum aktiv, unter dessen Federführung der Radwegebau gemanagt wurde. Das Konzept Das ist das Besondere am Konzept des Bürgerradwegs. Radwege, die nicht in einem Verkehrskonzept eingeplant sind, können als Bürgerprojekt zeitnah umgesetzt werden. So auch beim Lückenschluss zwischen Leopoldstal und Sandebeck, der inklusive Planung und Genehmigungsverfahren in nur einem halben Jahr realisiert wurde. Beim Bürgerradweg-Programm wird nicht nur eine ehrenamtliche Projektbegleitung gefordert. Auch die Kosten werden nicht vollständig vom Träger Straßen NRW getragen, sondern ein Teil der Kosten wird über kommunale Eigenanteile und Bürgerspenden gedeckt. „Alle Vereine und Firmen haben gespendet, nur Kronospan hat keinen Cent gegeben", zeigte sich Projektbeteiligter Werner Reimann enttäuscht vom größten Arbeitgeber des Ortes. Dabei sei ja Kronospan der Auslöser des Vorhabens und auch größter Profiteur der Maßnahme. „Viele Mitarbeiter des Unternehmens werden künftig mit dem Rad zur Arbeit kommen, das habe ich von ganz vielen Seiten gehört", sagte Reimann. Großes Gefahrenpotenzial Bisher konnten sie das nicht. Zu groß die Gefahr, von einem LKW überfahren zu werden. Denn rund 300 Lasttransporter fahren täglich über die L 954 zum Sandebecker Kronospan-Spanplattenwerk. Vorsitzender Gensicki hatte mit der Werkleitung über eine Spendenbeteiligung gesprochen, war aber auf taube Ohren gestoßen. In einer schriftlichen Stellungnahme habe Kronospan den Radwegebau als „unglücklich" bezeichnet, berichtet Geniscki. „Für den Radweg gab es einen dringenden Handlungsbedarf und haben darum ebenso wie die Stadt Horn-Bad Meinberg das Anliegen des Vereins Ländlicher Raum aktiv sehr ernst genommen", sagte hingegen Steinheims Bürgermeister Carsten Torke. Die Erstellung des Radweges hat 464.000 Euro gekostet. Straßen NRW trägt 280.000 Euro sowie einen Zuschuss zu den topografiebedingten Bauwerken. 12.000 Euro beträgt der Kostenzuschuss der Stadt Steinheim, 5.000 Euro der Beitrag der Stadt Horn-Bad Meinberg. 52.000 Euro muss der Verein Ländlicher Raum aktiv einbringen. Heribert Gensicki: „Die bereits eingegangen Spenden reichen nicht aus, es fehlen noch 27.000 Euro."

realisiert durch evolver group