Mit heimischer Rhabarberschorle stoßen Tobias Bielenstein (v. l.), Ralf Kleine und Andreas Schöttker auf den 50. Geburtstag der Perlenflasche an. - © Josef Köhne
Mit heimischer Rhabarberschorle stoßen Tobias Bielenstein (v. l.), Ralf Kleine und Andreas Schöttker auf den 50. Geburtstag der Perlenflasche an. | © Josef Köhne

Steinheim Graf-Metternich-Quellen steigern ihren Umsatz

Seit 50 Jahren gibt es schon das Markenzeichen des Unternehmens - die Perlenflasche

Steinheim-Vinsebeck. Anstatt sich vom Mainstream leiten zu lassen, setzt Andreas Schöttker seit vielen Jahren auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dass sich diese Kontinuität sowie das Bekenntnis zur regionalen Vermarktung für sein Unternehmen ausgezahlt hat, wurde beim Jahresgespräch der Graf-Metternich-Quellen mit der Stadt Steinheim deutlich. Um 6,15 Prozent stieg im vergangenen Jahr das Mengenwachstum, der Umsatz kletterte sogar um 8,8 Prozent. Damit liegt der Steinheimer Mineralwasserproduzent im Branchenvergleich (5,3 Prozent) über dem Durchschnitt. Dass sich der höhere Umsatz nicht 1:1 bei den Gewinnen wiederfindet, liegt Schöttker zufolge daran, dass im Sommer 2018 aufgrund der großen Nachfrage mehrere Wochen im Dreischichtbetrieb abgefüllt werden musste. „Die Kosten sind folglich höher", zeigte Schöttker ein Problem auf, dem er sich mit seinem Unternehmen zu stellen hatte. Hinzu kamen zusätzliche Fahrten. Und es mussten in großen Mengen Flaschen eingekauft werden, deren Kosten über dem des Pfandwertes liegen. Damit aber konnten die Metternich-Quellen erreichen, dass ihre Kunden auch an den heißesten Tagen nicht auf dem Trockenen saßen. Als Riesenerfolg werten sowohl Andreas Schöttker als auch der Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Steinheim, Ralf Kleine, den Einsatz der 1969 eingeführten Perlenflasche. Laut Schöttker ist sie das Markenzeichen und der Garant für hochwertiges Mineralwasser. Bedauerlich sei, dass mehrere Mitbewerber sich im Laufe der Jahre von der Perlenflasche trennten, denn bei ihrer bundesweiten Verwendung konnte man sie in Steinheim kaufen und sich in München das Flaschenpfand zurückholen. Bestätigt in der Unternehmensphilosophie sieht sich auch der Unternehmensberater und Leiter der Geschäftsstelle Arbeitskreis Mehrweg, Tobias Bielenstein. „Wenn wir uns heute die Umweltbelastung durch Kunststoffe und Plastikmüll vor Augen führen, müssen wir feststellen, dass sich die gute alte Mehrwegflasche aus Glas allen Unkenrufen zum Trotz als die bessere Lösung bestätigt hat. Somit sind die Metternich-Quellen in ihrem Handeln nicht rückständig, sondern hochmodern und der Zeit weit voraus." Markenzeichen für Mineralwasser Rückblickend berichtete Schöttker, dass die 1969 eingeführte unverwechselbare Perlenflasche die damals handelsübliche Hebelverschlussflasche ablöste. „Sie ist relativ schnell zu dem Markenzeichen für Mineralwasser geworden. Sie ist eine Poolflasche. Sie ist über alle drei Säulen – ökonomisch, ökologisch, sozial- nachhaltig", so Schöttker. Laut einer Emnid-Umfrage vom September 2015 verbinden 97 Prozent aller Deutschen mit der 50 Jahre alten Perlenflasche ein Markenzeichen für Mineralwasser. Sie gilt als Designklassiker und wurde im Februar 2019 mit dem German Award in der Kategorie „Classics" ausgezeichnet. Ähnlich wie eine Champagnerflasche zeigt sie als Flaschenmarke an, was ihr Inhalt ist. Aus Anlass des 50-Jährigen der Jubiläumsflasche werden die Graf-Metternich-Quellen ab Mitte Mai 17 unterschiedliche Rückenetiketten anbringen, die ausführlich über den langen Erfolgsweg der „Perlenbesetzten" informieren. Bäume pflanzen Einen runden Geburtstag feiert auch das von Andreas Schöttker ins Leben gerufene und finanzierte Lebensbaumprojekt. Es findet zum zehnten Mal statt. Bei der Lebensbaumaktion werden jeweils zwei Bäume für die im Jahr zuvor in der Stadt Steinheim sowie der in den Ortschaften geborenen Kinder gepflanzt. Neben den Bäumen werden Tafeln mit den Namen der Neugeborenen angebracht. Anschließend sind in diesem Jahr alle Teilnehmenden nach Schloss Thienhausen zum Feiern eingeladen. Unterhalten werden dort der Sänger Florian Timm und die Gruppe „Shade Makers". Den Kindern bieten die Schlossbesitzer von Kuper-Kanne die Möglichkeit zum Ponyreiten. Der Start für die Pflanzaktion ist am Samstag, 4. Mai, um 15 Uhr am städtischen Bauhof. Per Pedes geht’s zum Pflanzort Alten Hagen. Die Kinder aus den Ortschaften treffen sich am Eichholzer Weg in Vinsebeck. Beginn an Schloss Thienhausen ist gegen 16.30 Uhr. Lobend äußerte sich Ralf Kleine über das Projekt: „Eltern und Kinder kommen zu den Tafeln zurück, weil sie spüren, dass sie hier ihre Wurzeln haben." Kleine zufolge kommen Eltern jedes Jahr am Pflanztag zu den Hinweisen zurück, um von ihren auf dem Stein sitzenden Kindern Fotos zu machen.

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