Stellen die Ergebnisse vor: Elmar Meyer (Stadt Marienmünster, v. l.), Gerhard Engelmann (Stadt Steinheim), Sandra Elsner (Stadt Nieheim), Lia Potthast (Leader) und Nicola Pilz (gpdm). - © Katharina Thiel
Stellen die Ergebnisse vor: Elmar Meyer (Stadt Marienmünster, v. l.), Gerhard Engelmann (Stadt Steinheim), Sandra Elsner (Stadt Nieheim), Lia Potthast (Leader) und Nicola Pilz (gpdm). | © Katharina Thiel

Nieheim/Steinheim/Marienmünster Regionales Projekt schafft Perspektiven für Geflüchtete

Die drei Kommunen beziehen Geflüchtete beruflich und privat mit in das Leben auf dem Land ein

Nieheim/Steinheim/Marienmünster. Vor zwei Jahren ging ein Projekt an den Start, das sich insbesondere an geflüchtete Familien in den drei Gemeinden Nieheim, Steinheim und Marienmünster im Kreis Höxter richtete. „Alle drei Städte sind stark vom demografischen Wandel geprägt", sagt Sandra Elsner. Sie ist die Integrationsbeauftragte der Stadt Nieheim. In der Flüchtlingswelle haben die Kommunen eine „Chance gesehen", sagt sie. „Ziel war es, Flüchtlingen eine berufliche und private Perspektive aufzuzeigen – und dass man auf dem Land gut leben kann." Das sei jetzt, mit Ende des Projektes, erreicht. Lia Potthast vom Förderprogramm Leader stimmt zu: „Es ist wichtig aufzuzeigen, dass man hier ein wunderbares Leben führen kann und eine große Willkommenskultur herrscht." Da die drei Städte personell jedoch nicht gut genug aufgestellt seien, um dieses Projekt alleine zu schaffen, wurde die Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm) dafür gewonnen. Ihre Wirtschaftsexperten stellten die wichtigen Schnittstellen zwischen Geflüchteten und ansässigen Handwerksbetrieben her. „Was wir gemacht haben, war Kontakt aufnehmen mit den Flüchtlingen", sagt Netzwerkplanerin Nicola Pilz. "Sie haben uns nicht geglaubt, dass es Arbeitsplätze gibt" Durch regelmäßige Sprechstunden, Café-Angebote und Besuche in den Familien sei eine Beziehung zu Geflüchteten aufgebaut worden. „Vielen war gar nicht bekannt, dass es die Gewerbegebiete gibt. Sie haben uns nicht geglaubt, dass es Arbeitsplätze gibt", so Pilz. Durch die Kooperation mit anderen Institutionen wie dem Jobcenter oder Ortsvereinen und Ehrenamtlichen hätten nun „mindestens 100 Personen" eine Arbeit gefunden. Dabei liege das Hauptaugenmerk nicht zwingend auf der Vermittlung von Jobs, sagt Pilz. „Unsere Spezialität ist die Beratung." Ein weiterer Bestandteil sei gewesen, die Geflüchteten in das Leben vor Ort zu integrieren. „Bildung ist hier in der Region ein wichtiges Thema", sagt die Netzwerkplanerin. So wurde das Pilotprojekt „Chancen sehen, Chancen erkennen" in Nieheim gestartet, bei dem rund 40 Jugendliche an einem Berufsorientierungstag in Bielefeld teilgenommen haben. Anschließend wurden Workshops angeboten, die sich mit den Fragen rund um den Start ins Berufsleben beschäftigt haben. „Das ist insgesamt sehr gut angekommen", sagt Pilz. Positive Bilanz In Nieheim wurden sogenannte „Sprach-Kleeblätter" gegründet. Drei bis vier Männer und Frauen treffen sich regelmäßig mit Bürgern der Stadt, um Deutsch zu lernen und weiter integriert zu werden. Zusätzlich gibt es einen Frauentreff, den zwei Ehrenamtliche auch nach Beendigung des Projektes weiter führen. Auch die Integrationsbeauftragten der Städte Steinheim, Gerhard Engelmann, und Marienmünster, Elmar Meyer, berichten positiv über das Projekt. Engelmann gibt jedoch zu bedenken: „Das ist ein Prozess, der nicht in zwei Jahren über die Bühne geht." Für den Zeitraum des Projektes „Expo – Existenzsicherung, Partnerschaft, Ortsbelebung Höxter" standen 150.000 Euro zur Verfügung. Davon wurden 65 Prozent über Leader finanziert, die restlichen 35 Prozent teilten sich die drei Städte (Steinheim 17,5 Prozent, Nieheim und Marienmünster jeweils 8,75 Prozent).

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