Die Nutzer des Steinheimer Kunstrasen-Sportplatzes sind nicht zufrieden mit der Anlage. - © Jens Reddeker
Die Nutzer des Steinheimer Kunstrasen-Sportplatzes sind nicht zufrieden mit der Anlage. | © Jens Reddeker

Steinheim Toiletten, Flutlicht und Platzmangel - Probleme am Steinheimer Kunstrasen-Platz

Für Zuschauer gibt es keine öffentlichen Toiletten, die zwei Außenkabinen reichen auch nicht aus und beim Flutlicht wird Energie verschwendet. Die Stadt sucht Lösungen

Steinheim. Den Kunstrasenplatz in Steinheim am Schulzentrum gibt es schon seit Ende der 1980er-Jahre. Am Wochenende ist dort aber kein Schulsport, sondern es stehen Fußballspiele der Mannschaften aus der Großgemeinde Steinheim an. Bei diesen Spielen, besonders jetzt wo der TSC Steinheim in der Bezirksliga spielt, kommen auch viele Zuschauer. Eine große überdachte Tribüne gibt es schon lange. Doch wohin, wenn es mal drückt? Toiletten für Zuschauer sucht man dort vergeblich. Männer gehen oft hinter die Tribüne, um sich zu erleichtern. Frauen haben es da bedeutend schwerer. Toilettengang nur mit Aufsicht möglich Toiletten sind nur in den zwei Umkleidekabinen im Keller der angrenzenden Gymnasium-Sporthalle vorhanden, sind aber nicht öffentlich. Die Toiletten auf der Tribüne der Sporthalle können nur dann genutzt werden, wenn die Eingangstür geöffnet ist und in der Halle Spielbetrieb ist. Oder wenn jemand vom Verein, der auf dem Kunstrasen spielt, den Tribünenbereich beaufsichtigt. Dieses Problem haben die beiden Steinheimer Vereine SV 21 und der TSC, die die hauptsächlichen Nutzer des Kunstrasens sind, schon mit der Stadt erörtert. „Wir haben ein Gespräch mit den Vereinen geführt. Dieses Problem wollen wir nun auch bald baulich lösen. Denn einfach nur die Tür für den Tribünenbereich zu öffnen, das geht nicht, da dann jeder in die Sporthalle kann", erklärt Gerd Engelmann, Bereichsleiter des Bürgerservices der Stadt. Er hat bereits bei der Stadt angemeldet, Geld für dieses Vorhaben in den Haushalt einzustellen – für dieses Jahr wird es aber noch nichts. Äußerst enge Kabinensituation Ein weiteres Problem sind die Kabinen, die für die Außenanlage bereitstehen. Es gibt nur zwei – eine große, eine kleine – und der Schiedsrichter muss auch noch darin untergebracht werden. Sind an einem Tag zwei Spiele hintereinander, wird es sehr eng – auch zeitlich. „Am Sonntag haben sich die Nieheimer beschwert, dass sie nicht in die Kabine kamen, weil vorher noch ein Trainingsspiel vom SV Steinheim war. Aber das hören wir fast von jedem Gegner. Zudem ist die Gästekabine so klein, dass man sich da in drei Etappen umziehen muss. Es ist alles zu beengt", beschreibt TSC-Trainer Norbert Dölitzsch das Platzproblem. „Man hat einen großen Turnhallenkomplex mit Toiletten und sechs Kabinen und wir dürfen es nicht nutzen. Es ist ein leidiges Thema", fügt er an. Andreas Postert, 2. Vorsitzender des SV Steinheim und auch Trainer der Frauenmannschaft, würde es auch begrüßen, wenn bald etwas passieren würde. „Manchmal sind sogar drei Spiele. Und da der Rasenplatz gesperrt ist, wird es auch erst einmal so bleiben, dass der Kunstrasen hoch frequentiert ist. Und gerade die Frauenmannschaft kann nicht einfach zwischen die Herrenmannschaften springen. Zum Glück spielen wir oft um 11 Uhr als erstes."  "Münzbetrieb" für Flutlichtanlage ist in der Kritik Durch eine Notausgangstür kann man zu zwei weiteren Kabinen, die für die Hallennutzung vorgesehen sind. Aber da stellt sich dasselbe Problem wie mit den Toiletten. „Noch ist kein Verein an uns herangetreten bezüglich der Kabinen. Aber auch da kann man eine Lösung finden. Entweder müssen wir dort auch baulich eine Trennung vornehmen, so dass vier Kabinen von außen genutzt werden können oder die Spiele müssen zeitlich weiter auseinandergelegt werden, so dass es keine Überschneidungen mehr gibt", sagt Engelmann. Auf jeden Fall hat er das Thema nun auf der Agenda. Ein weiterer Aufreger ist die Nutzung des Flutlichtes. Vereine müssen Marken bei der Stadt kaufen (10 Euro für ca. 90 Minuten) und die an einem Automaten am Platz einwerfen. Wenn eine Mannschaft mit Training oder Spiel fertig ist, kann nicht einfach das Licht ausgeschaltet werden. So wird sehr oft der leere Kunstrasenplatz mit viel Licht versorgt, bis die Marke aufgebraucht ist – Energie sparen sieht anders aus. „Da muss die Stadt endlich mal ein anderes System einführen. Einen Schalter einbauen und eventuell eine Pauschale von allen Vereinen nehmen – prozentual wie sie im Winter den Kunstrasen nutzen", fordert Postert. Doch einfach einen Schalter installieren ginge nicht, versichert Gerd Engelmann von der Stadt Steinheim. „Unser Gebäudemanagement hat erst vor etwa drei Jahren einen neuen Münzautomaten dort eingebaut. Wir haben zurzeit noch keine andere Lösung. Wir denken über ein System mit Scheckkarten nach, wo jeder Verein ein Guthaben drauf hat. Ideal wäre auch, es über einen elektronischen Schlüssel abzurechnen, aber das ist relativ aufwendig", so Engelmann.

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