Mit Anfeuerung: Während die zwei Mitglieder vom DRK-Team das Fass durch den Parcours rollten, wurden sie lautstark angefeuert. - © Jonas Gröne
Mit Anfeuerung: Während die zwei Mitglieder vom DRK-Team das Fass durch den Parcours rollten, wurden sie lautstark angefeuert. | © Jonas Gröne

Steinheim Keltisches Wetter bei Highland Games in Steinheim

Wettbewerb: 19 Clans treten auf Einladung der Jungen Kultur Steinheim bei den ungewöhnlichen Wettbewerben wie Steinstoßen, Baumstamm-Überschlag oder Hufeisen-Zielwurf gegeneinander an – stilecht alle in Kilts

Jonas Gröne

Steinheim. Bei den Highland Games dieses „Folk for Friends"-Festivals gestaltete sich auch das Wetter keltisch: Die 18 teilnehmenden Clans trotzten den verregneten Windböen und maßen sich ab morgens beim Baumstamm-Slalom, Strohsack-Hochwurf oder dem Fässer-Rollen. Der Vinsebecker „Royal Teutonia Clan" war am Ende der Tagessieger. Anschließend startete das Musikfestival, bei dem vier Bands aus Deutschland und Italien ruhigen und klassischen Folk spielten. Ob Steinstoßen oder Hufeisen-Zielwurf: Bei den sportlichen Disziplinen der Highland Games sind sowohl Kraft als auch Präzision gefragt. „Bei dem Baumstamm-Slalom muss man schnell durch die engen Lücken laufen. Da kommt es auf Teamfähigkeit an", erzählte Marita Kaufmann von der Jungen Kultur Steinheim, die das „Folk for Friends"-Festival zum zweiten Mal am Steinheimer Heideweg auf dem Gelände der Firma Hobatex ausrichtete. Beim Baumstamm-Slalom müssen fünf Clanmitglieder einen Baumstamm auf der Schulter durch aufgestellte Stämme führen. Zwei mutige Frauen-Teams Das Frauenteam Kumpelstilzchen der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Steinheim hatte einen guten Ansatz: „Die Schnellen müssen nach außen. Zwei von uns führen dann die anderen durch die Bäume und machen Mut", sagte Julia Claes von den Kumpelstilzchen. Sie hatten sich im Tauziehen gegen das andere Frauenteam Branding Girls durchgesetzt: „Da ist viel Schweiß geflossen. Das war sehr anstrengend, aber wir haben es geschafft", freute sich Claes. Bescheiden gab sich zur Halbzeit der Vorjahressiegerclan der „Cherusker": „Vergangenes Jahr war es eine Überraschung, dass wir gewonnen haben. Dieses Jahr sieht es bei uns noch ähnlich aus", meinte Patrick Forrester. Dabei komme es eben auch auf Taktik an: „Es wird einiges gefordert. Jetzt müssen wir mit einer Axt einen Nagel in einen Holzbalken schlagen – mit so wenigen Schlägen wie möglich. Viel Wucht bringt hier nichts, man muss sachte sein", erzählte Pascal Klaas von den „Cheruskern". Die Clans können dagegen unterschiedlicher nicht aufgestellt sein. Marco Bester hat vom Deutschen Roten Kreuz aus Blomberg ein Team zusammengestellt: „Das ist eine gute Gelegenheit, auch mal Teambuilding zu betreiben und etwas für den Teamgeist zu machen." Viele Clans bestanden aus Freunden oder Arbeitskollegen. Auf sie warteten die Disziplinen Steinstoßen, Baumstamm-Überschlag oder Hufeisenzielwurf. Kontrahenten auf dem Schwebebalken Letzte Herausforderung: das Strohsack-Schlagen. Dabei sitzen sich zwei Kontrahenten auf einem Schwebebalken gegenüber. Mit einem Strohsack müssen sie den jeweils anderen von dem Balken schlagen: „Der kann nicht mehr", wurde von der Zuschauermenge regelmäßig skandiert. Dabei setzte sich am Ende der „Royal Teutonia Clan" durch, der schließlich auch Tagessieger wurde. Bei den Frauen haben die „Branding Girls" gegen die Kumpelstilzchen ihren Titel zum Vorjahr verteidigt. Musikalisch begleitet wurden die Highland Games von der Wupper District Pipe and Drum Band, die mit ihrer Dudelsackmusik für die passende Atmosphäre sorgte. Zudem konnten Gäste und Teilnehmer reichlich Guinness und weitere irische Köstlichkeiten genießen.

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