Die Dozenten Fradreck Mujuru (v. l.) aus Simbabwe und Erica Azim aus den USA sind von Linda Kniep (vorne) nach Deutschland eingeladen worden. - © Foto: Madita Peine
Die Dozenten Fradreck Mujuru (v. l.) aus Simbabwe und Erica Azim aus den USA sind von Linda Kniep (vorne) nach Deutschland eingeladen worden. | © Foto: Madita Peine

Hagedorn Mbira-Musik lockt internationale Gäste an

Afrikanische Klänge bei Workshop in Hagedorn

Hagedorn (map). Im ersten Moment klingt die Musik exotisch und ungewöhnlich, und doch zaubert sie binnen weniger Minuten ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer: Wenn Fradreck Mujuru und Erica Azim auf ihren Mbiras spielen, fühlt man sich wie in eine ferne Welt versetzt. Die Mbiras, traditionelle Instrumente der Shona in Simbabwe, erfordern von ihren Spielern ein gutes Rhythmusgefühl.

Eine Woche lang haben internationale Gäste bei einem Workshop in Hagedorn das Spielen der Instrumente gelernt. Am Wochenende gaben sie in "Lip’s Hof" ein Abschlusskonzert.

Die Dozenten Mujuru und Azim sind extra für den Kurs aus Simbabwe und den USA nach Deutschland gereist. "Ich bin sehr froh, hierher gekommen zu sein", erzählte Mujuru den Gästen des Konzerts auf Englisch. Er und die Amerikanerin kennen sich seit mehr als 20 Jahren und arbeiten gern zusammen. Die Dozentin Azim reist fast jedes Jahr für mehrere Wochen nach Simbabwe, besucht dort die Musiker und nimmt ihr Mbira-Spiel auf CD auf. Den Erlös der Musikplatten lässt sie den afrikanischen Musikern zugutekommen.

Gebaut wurden die Mbiras, auf denen die Kurs-Teilnehmer spielten, von Dozent Mujuru. Mehrere Einwohner Simbabwes beherrschen diese Kunst. "Aber Mujuru ist der Beste", sagte Azim anerkennend.

Die exotischen Instrumente, die beidhändig gespielt werden, bestehen aus einem Brettchen, auf dem mehrere Metallzungen befestigt sind. Das Brettchen wiederum befindet sich in einem runden Resonanzkörper, der zum Beispiel aus der Hülle eines Flaschenkürbisses hergestellt wird. Durch Zupfen an den Metallzungen entstehen die ungewöhnlichen Töne.

Organisiert wurde das Mbira-Europe-Camp von Linda Kniep, die sich seit einigen Jahren mit dem Spielen des afrikanischen Instruments beschäftigt. "Die Mbira-Musik funktioniert ganz anders als die klassische abendländische Musik", sagte sie. "Die Lieder sind zyklisch, besitzen keinen vorgeschriebenen Anfang und kein Ende".

Sie werden intuitiv gespielt. Kniep stammt aus dem Kreis Höxter, wuchs in Altenbergen auf und lebt zurzeit in Hannover. Gemeinsam mit weiteren Teilnehmern aus Deutschland, Schweden und den Niederlanden genoss sie den Workshop in Hagedorn sehr.

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