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Die Visualisierung zeigt, wie die Ecke von Marktstraße und Richterstraße künftig aussehen könnte. - © Architekturbüro Claes
Die Visualisierung zeigt, wie die Ecke von Marktstraße und Richterstraße künftig aussehen könnte. | © Architekturbüro Claes

Nieheim Neues Café auf ehemaliger Brandfläche in Nieheim

Die hochumstrittene Frage der Nachfolge ist geklärt. Die Politik hofft auf Belebung der Innenstadt.

Burkhard Battran
02.12.2019 | Stand 02.12.2019, 08:03 Uhr

Nieheim. Die Frage war in Nieheim sehr umstritten: Was soll mit der Fläche mitten in der Innenstadt werden, auf der einst das Hotel Westfälischer Hof stand, das im Februar 2017 bei einem Großbrand vernichtet wurde. Nun gibt es eine Lösung. Der Ortsausschuss der Stadt Nieheim hat einstimmig den Plänen zur teilweisen Wiederbebauung der Brachfläche des abgebrannten Hotelbetriebs Westfälischer Hof zugestimmt. Der Bredenborner Bäckereibetrieb Krome wird auf dem Areal ein Bäckereicafé errichten. Eröffnet werden soll es im kommenden August passend zum 12. Nieheimer Käsemarkt, der vom 4. bis 6. September stattfindet. Bislang ist der Backbetrieb Krome in Nieheim zwei Häuser weiter in der Marktstraße 29 ansässig. Für einen großzügigen, schönen Cafébetrieb sind die Räumlichkeiten aber zu beengt. Der Standort soll zugunsten des neuen, größeren und schöneren Betriebs aufgegeben werden. Der Ortsausschuss begrüßte die Pläne als Frequenzbringer und Bereicherung. Der Cafébetrieb füge sich insbesondere sehr gut in das Gesamtkonzept zur Neugestaltung des Richterplatzes ein, betonte der Ausschuss. Wie berichtet, soll das gesamte Areal baulich aufgewertet und zu einem öffentlichen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität umgestaltet werden. So teuer ist die Umgestaltung 825.000 Euro werden in die Umgestaltung investiert. Auch wenn der neue Richterplatz erst zum Käsemarkt 2022 fertig sein soll, orientiert sich die Café-Planung bereits heute an dem Vorhaben der Richterplatz-Neugestaltung. So soll es einen gastronomischen Außenbereich des Cafés geben, der nicht nach vorn zur Marktstraße, sondern parallel zur Richterstraße, wo sich das Grundstück zum Richterplatz hin öffnet. Mit dem Bäckereicafé wird gleichzeitig auch der Leerstand der ehemaligen Rathaus-Apotheke beseitigt. „Die teilweise Wiederbebauung erfolgt als eingeschossige Erweiterung des Gebäudes Marktstraße 25", erläuterte der Allgemeine Vertreter Franz-Josef Lohr. Für den Hauptbetrieb des Cafés wird der rechte Erdgeschossteil des gewerblichen Bereichs des Gebäudes Marktstraße 25 entsprechend umgebaut. Es erhält einen 40 Quadratmeter großen eingeschossigen Anbau in westlicher Richtung auf das Grundstück des ehemaligen Westfälischen Hofs. Entlang der Richterstraße soll ein 80 Quadratmeter großer gepflasterter Bereich für eine Außengastronomie entstehen. Die baulichen Planungen zur Umnutzung der ehemaligen Rathaus-Apotheke stammen von dem Bad Driburger Architekten Meinolf Claes. Historischer Ortskern soll belebt werden Die Planungen seien vorab mit Holger Pump-Uhlmann in seiner Funktion als städtebaulicher Berater der Stadt Nieheim abgesprochen worden, betonte Lohr. Das Vorhaben sei stadtbildverträglich und konform mit der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung. Die Erweiterung des Gebäudes und der Betrieb einer Bäckerei mit Café habe für die Belebung des historischen Ortskerns und Stadtmittelpunkts herausragende Bedeutung, stellte Pump-Uhlmann fest. Noch mehr als bisher werde die schon jetzt im Stadtkern gelegene Bäckerei durch die Erweiterung um Sitzplätze im Innen- und Außenbereich ein Frequenzbringer für den innerstädtischen Einzelhandel sein. Zudem werde das Gebäude der ehemaligen Apotheke durch die Sanierung der Fassade erheblich aufgewertet und strahle damit auch in den öffentlichen Raum aus. „Das ist eine wirklich gute Nachricht für unsere Stadt, zumal die Belebung auch sehr schnell umgesetzt wird", sagte Bürgermeister Rainer Vidal gegenüber nw.de Die zukünftige Nutzung des Gebäudes und seines Außenbereichs werde auch den neu gestalteten Richterplatz beleben, ist der Ortsausschuss überzeugt. „Diese bauliche Entwicklung an dieser Stelle kann auch weitere Investitionen in die Gebäudeinfrastruktur im Quartier Richterplatz auslösen, insbesondere zur Schaffung barrierefreien Wohnraums oder von Beherbergungsbetrieben", sagt Lohr. Begrüßt wurde auch, dass die städtebaulich herausragende Sichtachse zwischen Kirche und historischem Richterhaus erhalten bleibe.

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