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Hat gern im Projekt mitgewirkt : Flüchtling Jeharathnadas Mayadas (39) aus Sri Lanka. - © Burkhard Battran
Hat gern im Projekt mitgewirkt : Flüchtling Jeharathnadas Mayadas (39) aus Sri Lanka. | © Burkhard Battran

Nieheim Viel beachtetes Integrationsprojekt in Nieheim ist eingeweiht

Das Integrationszentrum Heimatwerker-Haus in Nieheim wird von der Regierungspräsidentin offiziell übergeben

Burkhard Battran
20.10.2019 | Stand 20.10.2019, 18:14 Uhr

Nieheim. Wer in Deutschland hauptamtlich konzeptionell mit Flüchtlings- und Integrationsarbeit zu tun hat, kennt das Projekt Heimatwerker in Nieheim. Drei Jahre haben Flüchtlinge zusammen mit Ehrenamtlichen unter professioneller Anleitung ein historisches Ackerbürgerhaus an der Lüttge Straße restauriert. Am Mittwoch wurde es von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben. Die lässt sich in vielerlei Hinsicht noch gestalten. „Mit der Kleiderkammer und der Flüchtlingsberatung der Arbeiterwohlfahrt haben wir bereits zwei Ankernutzer, aber vor allem ist dieses Haus ein Ort der Begegnung für alle Bürger", sagte Nieheims Bürgermeister Rainer Vidal. Rund 420.000 Euro hat die Sanierung gekostet. Knapp 300.000 Euro hat das Land getragen. Den Rest hat die Stadt Nieheim als Eigenanteil geleistet. Die große bundesweite Ausstrahlung „Der besondere Pilotcharakter und die große bundesweite Ausstrahlung dieses Projekts liegen in der Verbindung von Integration und Städtebau. Denn mit dieser Integrationsmaßnahme ist auch eine potenzielle Leerstandsimmobilie im Ortszentrum in ein städtebauliches Vorzeigeobjekt mit einer besonderen sozialen Komponente geschaffen worden", erläuterte Projektmanager Christoph Kremerskothen, vom Verein Stadt-Bau-Kultur NRW, unter dessen Regie die Maßnahme stattgefunden hat. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein sogenanntes in Fachwerkbauweise konstruiertes Deelendurchgangshaus. „Es ist im Laufe der Zeit mehrfach abgebrannt, wieder aufgebaut und umgebaut worden, aber im Kern stammt das Gebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts", erklärte Architekt Friedhelm Dütting, der zusammen mit Architekt Roman Lesker die Planung geleitet hat. Flüchtlinge werden für den ersten Arbeitsmarkt geschult Mit der Gebäuderestaurierung sollten Flüchtlinge angelernt und für den ersten Arbeitsmarkt geschult werden. Das ist besser gelungen als gedacht. „Die Arbeitskräfte waren schneller in bezahlte Stellen vermittelt, als uns lieb war, was mitunter zu echten Engpässen geführt hat", berichtet Holger Pump-Uhlmann, Vorsitzender des Heimatwerker-Fördervereins. „Wer baut, der bleibt, lautet die Grundidee hinter dem Vorhaben. Denn es geht auch darum, über das Projekt Flüchtlinge als neue Mitbürger in einer demografisch schrumpfenden Region dauerhaft anzusiedeln", erläuterte Projektmanager Kremerskothen. „Nieheim hat gezeigt, dass es in der Lage ist, ein Vorhaben von großer überregionaler Bedeutung erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Darum waren die Fördergelder hier sehr gut investiert", sagte Regierungspräsidentin Thomann-Stahl. Nun geht es darum, die insgesamt 350 Quadratmeter Nutzfläche des Hauses Lüttge Straße 14 mit Leben zu füllen. Bürgermeister Vidal: „Das gelingt. Da habe ich keine Bedenken."

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