Bilster-Berg-Bewohner: Diese kleine Fuchsfamilie hat vor kurzem Nachwuchs bekommen. - © Bilster Berg
Bilster-Berg-Bewohner: Diese kleine Fuchsfamilie hat vor kurzem Nachwuchs bekommen. | © Bilster Berg

Nieheim/Bad Driburg Seltene Tiere und Pflanzen leben an der Bilster-Berg-Strecke

Die Wirtschaftlichkeit einer Test- und Präsentationsstrecke mit der Umwelt in Einklang zu bringen sei für den Bilster-Berg-Betreiber kein Widerspruch

05.06.2019 | Stand 04.06.2019, 20:12 Uhr

Nieheim/Pömbsen. Die Tier- und Pflanzenwelt am Bilster Berg hat sich nach Angaben der Bilster-Berg-Drive-Resort-Gesellschaft trotz des regen Betriebs auf der Strecke ausgedehnt. Anlässlich des Weltumwelttages der Vereinten Nationen am 5. Juni betont der Betreiber des Test- und Präsentatrionsstrecke, dass schon bei der Planung und beim Bau der 4,2 Kilometer langen Rundstrecke darauf geachtet worden sei, den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten. So seien dort lebende Tiere umgesiedelt, Tierhabitate neu aufgebaut, die umliegenden Wälder weiter aufgeforstet und Grünanlagen neu angelegt worden. Zahlreiche Tier- und Vogelarten All dies zeige heute Erfolg. So seien bei der letzten Zählung 82 Vogelarten nachgewiesen worden, 60 davon hätten auf dem Bilster Berg ihr Revier. Von den 82 Arten seien 31 streng geschützt und würden bundes- oder landesweit als gefährdet bis stark gefährdet gelten. Es gebe 11 Fledermausarten, wovon zum Beispiel die Bechsteinfledermaus auf der Roten Liste stehe. Auch die Geburtshelferkröte oder der Laubfrosch, die beide als stark gefährdet gelten, hätten auf dem Bilster Berg einen passenden Lebensraum gefunden. Eigener Umweltbeauftragter Michael Retzmann ist seit der ersten Stunde Umweltbeauftragter am Bilster Berg. Über seine Arbeit sagt er: „Ich habe wirklich einen spannenden und abwechslungsreichen Job. Zusammen mit neun Mitarbeitern sorge ich dafür, dass es den Tieren und Pflanzen am Bilster Berg gut geht und dass die Vorgaben des Umweltmanagementsystems ISO 14001 eingehalten werden. Jedes Jahr zählen wir alle Tierarten und haben dabei festgestellt, dass die Tiere sich bei uns sehr wohl fühlen, denn alle haben sich vermehrt. Auch bereits ausgestorbene Tierarten, wie zum Beispiel der Kammmolch, konnte in einem extra angelegten Teich neu angesiedelt werden." Zudem gebe es eine Orchideenwiese, die sich sehr gut entwickele. Ohne den Bau des Strecke wäre diese Fläche verloren gegangen und die dort heimischen Pflanzen durch Gräser und Büsche verdrängt worden, meint er. "Arbeiten im Einklang mit der Natur" Die Wirtschaftlichkeit einer Test- und Präsentationsstrecke mit der Umwelt in Einklang zu bringen ist für Hans-Jürgen von Glasenapp, Geschäftsführer des Bilster Bergs, kein Widerspruch: „Die Ökologie war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil unseres Projekts und wir wollten trotz des Eingriffs in die Natur, den der Umbau des Bilster Bergs natürlich schon dargestellt hat, diesen soweit wie möglich kompensieren. Es ist uns wichtig, im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Deshalb haben wir uns zum Beispiel für die Installation eines Umweltmanagementsystems entschieden – als einzige Strecke in Europa. Ein unabhängiger Umwelt-Auditor überprüft dazu regelmäßig, dass wir alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien befolgen." Außer seltenen Vogelarten, Amphibien und Fledermäusen finde man auf dem Bilster Berg übrigens auch normale tierische Mitbewohner, wie zum Beispiel eine Herde von 20 Galloway-Rindern oder eine kleine Fuchsfamilie, die beide vor kurzem Nachwuchs bekommen hätten. „Nicht zu vergessen die Bienenvölker, die ziemlich guten ‚Rennhonig‘ machen", so von Glasenapp.

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