Aus den Niederlanden ist Teuni van Vliet zum Nieheimer Käsemarkt angereist. Die Familie stellt Gouda in zahlreichen Variationen her. - © Madita Schellenberg
Aus den Niederlanden ist Teuni van Vliet zum Nieheimer Käsemarkt angereist. Die Familie stellt Gouda in zahlreichen Variationen her. | © Madita Schellenberg

Nieheim Mehr als 100 Aussteller begeistern beim Nieheimer Käsemarkt

Großveranstaltung: Der Deutsche Käsemarkt in Nieheim hält einige Anekdoten bereit. Mehr als 100 Aussteller präsentieren drei Tage lang ihre Produkte

Madita Schellenberg

Nieheim. Vom Kreißsaal direkt zum Käsemarkt – an diese Fahrt nach Nieheim erinnert sich Stephan Klöckner noch gut. Rund 18 Jahre ist die Geburt seines Sohnes nun her. Und noch immer kommt Klöckner gern zum Deutschen Käsemarkt, stets mit Köstlichkeiten seines Weinguts im Gepäck. „Ich bin schon von Anfang an beim Markt dabei", erzählt er, während er den Gästen an seinem Stand den feinfruchtigen Weißwein „Summertime" einschenkt. Bei seinen ersten Besuchen sei er selbst oft über den Käsemarkt geschlendert. Mittlerweile ist der Besucherstrom aber so groß, dass kaum Zeit für Pausen bleibe. Denn für die elfte Auflage des Deutschen Käsemarktes haben die Stadt sowie die großen Sponsoren der Veranstaltung kräftig Werbung gemacht. Viele Tausend Besucher strömten an den vergangenen drei Tagen in die Ackerbürgerstadt, um von würzigem Parmesan über Mango-Chili-Käse bis hin zu geröstetem Käse eine Vielzahl an Sorten des beliebten Milchprodukts zu probieren. »Kleine, handwerkliche Käsereibetriebe und keine großen Handelsbetriebe« Trotz des großen Interesses am Käsemarkt ist das Nieheimer Tourismus- und Kulturamt bemüht, den Markt nicht zur Kirmes werden zu lassen. „Das Besondere an unserem Käsemarkt ist, dass hier wirklich nur kleine, handwerkliche Käsereibetriebe vertreten sind und keine großen Handelsbetriebe", betont auch Bürgermeister Rainer Vidal. Die Tradition spielt in Nieheim eine große Rolle – und so sind unter den rund 100 Ausstellern zahlreiche traditionell handwerklich arbeitende Käseproduzenten aus ökologischen Betrieben. So ist beispielsweise das niederländische Unternehmen der Familie van Vliet mit einem Stand auf dem Richterplatz dabei. Schon in fünfter Generation bereiten die Familienmitglieder den echten traditionellen Goudakäse mit der Milch der eigenen „glücklichen Kühe" zu. „Die Tiere laufen den ganzen Sommer über auf der Weide, was in bestimmten Jahreszeiten auch im leckeren Geschmack des Käses zu finden ist", sagen Rien und Teuni van Vliet. Auch regionale Lebensmittelproduzenten sind dabei Ebenfalls auf dem Richterplatz waren beim Deutschen Käsemarkt viele regionale Lebensmittelproduzenten zu finden. Partnerbetriebe des Kulturlandes Kreis Höxter ließen die Gäste dort von ihren besonderen Produkten aus Wald, Feld, Flur, Gärten und Streuobstwiesen kosten. Darunter Hanf-Blüten-Tee aus Steinheim, aromatische Wurst aus Bad Driburg und geräucherte Forellen aus Ovenhausen. So kamen auch diejenigen Gäste, deren Leibspeise nicht unbedingt Käse ist, auf ihre Kosten. Auch hölzerne Kunst, Antiquitäten und farbenfrohe Gartendeko waren an den Straßen und Gassen des Nieheimer Ortskern zu finden. Wer Lust auf etwas Süßes hatte, konnte sich zudem in der Schäferstraße mit Kuchen versorgen. Ebenso war das Sackmuseum als Café geöffnet.

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