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Von der Drehleiter aus kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Der Dachstuhl brannte völlig aus und hinterließ einen gespenstischen Anblick. - © Josef Köhne
Von der Drehleiter aus kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Der Dachstuhl brannte völlig aus und hinterließ einen gespenstischen Anblick. | © Josef Köhne

Nieheim Großbrand vernichtet früheres Hotel "Westfälischer Hof" in Nieheim

Zwischen dem Brand des Ratskrugs und dem neuen Großbrand liegen nur 13 Monate

Josef Köhne
02.03.2017 | Stand 02.03.2017, 19:43 Uhr |

Nieheim. Der Schrecken ist den Menschen in Nieheim anzumerken: Nur ein Jahr nach dem verheerenden Brand des historischen Ratskrugs steht wenige Meter von der Brandstelle entfernt, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, das ehemalige Hotel Westfälischer Hof in Flammen.

Die Bürger wurden gegen 2.15 Uhr von den Sirenen aus dem Schlaf gerissen. Bereits wenige Minuten später trafen die ersten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr am Brandort ein und begannen mit den Löscharbeiten. Laut Auskunft des stellvertretenden Nieheimer Wehrführers Daniel Dierks-Lünz waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz.

Bei der Brandbekämpfung arbeiteten die Einsatzkräfte bei eiskaltem Regen und kräftigem Wind. Zu schaffen machte ihnen die starke Rauchentwicklung. Um die Nachbarhäuser zu schützen, wurden diese kontinuierlich mit Wasser gekühlt. Entsprechend groß dürfte der Schaden an dem sich direkt anschließenden Gebäude sein, in dem sich die Rathaus-Apotheke befindet. Hier floss das Löschwasser durch das Treppenhaus wieder nach draußen. Die Bewohner waren zuvor in Sicherheit gebracht worden.

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Brandursache noch unklar

Zur Brandursache wollte sich in der Nacht niemand äußern. Es wurde jedoch gemunkelt, die hintere Eingangstür an dem ehemaligen Hotel sei aufgebrochen worden. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Die Schadenshöhe ist schwer einschätzbar. Angesichts der Tatsache aber, dass das große Gebäude erst im vergangenen Jahr saniert und das Nachbargebäude durch das Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dürfte der Gesamtschaden laut einer ersten vorsichtigen Schätzung im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.

Die von Wehrführer Ulrich Engelke geleiteten Löscharbeiten wurden von der Marktstraße und vom Richterplatz aus durchgeführt. Sie dauerten bis zum Morgen an. Wie lange die Ortsdurchfahrt in diesem Bereich wegen der möglichen Einsturzgefahr des hohen Backsteingiebels gesperrt bleibt, müssen Sachverständige entscheiden.

Der Westfälische Hof war jahrzehntelang eines der führenden Hotels am Platz. Die letzten beiden Betreiber waren die Familien Boedeker und Müller. Seit einigen Monaten stand das von einem neuen Investor sanierte Gebäude leer.