Symbolik: Vor einer mit den Attributen des heiligen Jakobus ausgestatteten Puppe verabschiedeten sich die Kommunionkinder von ihrem Pfarrer. - © Josef Köhne
Symbolik: Vor einer mit den Attributen des heiligen Jakobus ausgestatteten Puppe verabschiedeten sich die Kommunionkinder von ihrem Pfarrer. | © Josef Köhne

Marienmünster Kirche: Abschied von Pastor in Marienmünster und Zusammenführung von sieben Gemeinden

Die Katholiken in Marienmünster feiern die sogenannte "Rückpfarrung" zur Gemeinde St. Jakobus der Ältere

Josef Köhne

Marienmünster. Mit den Worten "hier bin ich" stellte sich Pastor Stefan Siebert am Sonntag, 21. September 2014, während einer Messfeier in der Abteikirche den Katholiken als Pfarradministrator des Pastoralverbundes Marienmünster vor. Gestern Nachmittag verabschiedete er sich am selben Ort von den Gläubigen, um im sauerländischen Sundern die Leitung des Pastoralen Raumes zu übernehmen. In die 27-monatige Amtszeit von Siebert fällt die vom ihm gelenkte Zusammenführung der zuvor selbstständigen Pfarrgemeinden Abtei St. Jakobus, St. Martin Altenbergen, St. Joseph Bredenborn, St. Johannes Kollerbeck, St. Kilian Vörden, St. Patroklus Löwendorf und St. Jakobus Großenbreden zur Gesamtpfarrei St. Jakobus der Ältere, deren offizielle Gründung gestern ebenfalls feierlich vollzogen wurde. Die Gesamtpfarrei ist in den Pastoralen Raum eingebunden, der ab dem 1. Februar 2017 offiziell die Städte Steinheim, Nieheim und Marienmünster umfassen wird. Die Leitung liegt in den Händen von Pastor Ansgar Heckeroth. Bis zur Ernennung eines neuen Priesters wird die Gesamtpfarrei Marienmünster von Nieheim und Steinheim aus mitbetreut. Während des Gründungsgottesdienstes nahm Dechant Gerhard Pieper Bezug auf das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung. Auch dort hätten die Menschen, die Jesus folgten, in kleinen Gruppen zusammengesessen und die von den Jüngern gereichten Speisen verzehrt, während sie sich über das von Jesus Verkündete austauschten. So könne es auch nach der "Rückpfarrung der seit Jahrhunderten selbstständigen Kirchengemeinden" in Marienmünster sein, erklärte Pieper. Den Gläubigen machte er Mut, sich der Herausforderung des Neuen zu stellen und wie der Apostel Paulus zu sagen: "Ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater und somit auch eine Gemeinde." Für die Kirche in Marienmünster bedankte sich die Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates, Elisabeth Seifert, bei Stefan Siebert. Er habe die Gläubigen von Anfang an nicht darüber im Unklaren gelassen, dass weitreichende Neuerungen das Leben in den Pfarrgemeinden nachhaltig verändern würden. Umso dankbarer sei man ihm nun, dass er die Zusammenführung aller Kirchen- und Kapellengemeinden mit Nachdruck vorangetrieben und schließlich vollzogen habe. Man werde seine aufbauenden Predigten ebenso vermissen wie seine Mitwirkung in den Versammlungen der kirchlichen Gremien. Aber man könne auf dem aufbauen, was er an Eckpunkten und Fundamenten hinterlasse. Johannes XXIII zitierend sagte sie: "Wer glaubt, der zagt und zittert nicht." Zum Schluss ihrer Dankesrede bat sie die Kirchenbesucher, gemeinsam für das Wohlergehen des scheidenden Seelsorgers zu beten. Pastor Siebert erwiderte mit einem Dank an die vielen engagierten ehrenamtlichen Helfer, ohne die die Gemeinde nicht lebensfähig wäre. Dank sagte er vor allem den Pfarrsekretärinnen, die ihn unterstützten und freiwillig Überstunden leisteten. Die neue Gesamtpfarrei St. Jakobus der Ältere nannte er eine lebendige Gemeinde, in der er den Geist Gottes gespürt habe. Da auch er zeitweilig an seine Grenzen gestoßen sei, wolle er diejenigen, die sich von ihm ungerecht behandelt fühlten, um Verzeihung bitten. Bevor er den Gläubigen den Abschlusssegen spendete, lud er sie ein, ihn in seiner neuen Pfarrei in Sundern zu besuchen. Die Einführung dort ist am Sonntag, 19. Februar, in der Pfarrkirche St. Johannes.

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