Schnell und einfach: In drei Schritten können Bürger über die App Meldoo Mängel an die Verwaltung schicken, indem sie ein Foto aufnehmen, den Standort erfassen und eine Schadenskategorie auswählen. - © dambrans.lv
Schnell und einfach: In drei Schritten können Bürger über die App Meldoo Mängel an die Verwaltung schicken, indem sie ein Foto aufnehmen, den Standort erfassen und eine Schadenskategorie auswählen. | © dambrans.lv

Kreis Höxter Mängel können in Holzminden mit einer App jetzt gezielt gemeldet werden

Holzminden testet derzeit die App Meldoo, über die Bürger Schäden und Ärgernisse direkt an die zuständige Stelle senden können. Das soll für beide Seiten Vorteile haben.

Kristina Grube
21.02.2019 | Stand 20.02.2019, 20:27 Uhr

Kreis Höxter. "Nicht meckern, melden", lautet der Slogan der Mängelmelder-App Meldoo und bezieht sich auf folgendes Szenario: Entdeckten Bürger sonst Schäden, Makel und Ärgernisse in ihrer Stadt, dürfte es bei vielen beim Meckern geblieben sein - zu sich selbst gesprochen oder im privaten Bereich. Die Stadt musste auf den abgeladenen Müll oder die defekte Straßenlaterne also oft selbst aufmerksam werden, um aktiv werden zu können. Mit der App Meldoo, die sowohl fürs I-Phone als auch für Android-Geräte installierbar ist, soll dieses Prozedere für Bürger, aber auch für die Stellen, die für die Behebung und Beseitigung der Mängel zuständig sind, vereinfachen. Musste früher erst die Telefonnummer, E-Mail oder das Kontaktformular auf der Webseite der Stadt oder des Ordnungsamtes herausgesucht werden, kann jetzt das Smartphone an Ort und Stelle gezückt werden. In drei einfachen Schritten ist der Fall optimal erfasst: Foto aufnehmen, Standort orten lassen und die Schadenskategorie auswählen. "Das Foto zeigt uns sehr gut, wie erheblich der Schaden, wie groß die Gefahrenlage und wie eilbedürftig die Sache zu erledigen ist", erklärt Holzmindens Ordnungsamtsleiter Burkhard Woitczyk. Holzminden ist in der Testphase Seit Anfang Februar testet die Stadt Holzminden die App und erkennt bereits jetzt enorme Vorteile gegenüber herkömmlicher Verfahren. Über GPS kann die App den genauen Ort umgehend lokalisieren, ohne dass der Bürger Entfernungen schätzen muss. "Bei Angaben wie 'der Müllhaufen befindet sich ungefähr 100 Meter links von der Bank im Park', musste zunächst gesucht werden", erklärt Woitczyk. Dieser Zeitaufwand könne dank der App nun eingespart werden. Und auch der Zwischenschritt, dass die Meldung zunächst an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet werden muss, ist mit Meldoo hinfällig. Der Bürger könne aus elf Kacheln selbst wählen, um was es sich genau handelt: Sturmschaden, Ampel, Beleuchtung, Schild, Spielplatz, Straße, Vandalismus, Verschmutzung, Müll, Wildwuchs oder Hochwasser. Je nachdem, was angeklickt wurde, lande der Fall zielgerichtet bei der passenden Stelle des Ordnungsamts, des Tiefbaus, des Grünflächenamts oder des Baudezernats. Am ersten Wochenende nach der Einführung der App in Holzminden hätten rund 600 Nutzer die App heruntergeladen, der Zuspruch sei groß. "Eine Erledigungsquote von 95 Prozent" Holzminden werde die App Meldoo noch bis Ende Juli 2019 testen und dann entscheiden, ob sie sie danach fest installieren wolle. "Ich bin aber guter Hoffnung, dass sich das einspielen wird. Aktuell passt das Unternehmen "Leanact", die die App entwickelt hat, für uns noch Kleinigkeiten an. Die Adressierung der Fälle soll bis zum nächsten Update in einigen Wochen sogar noch konkreter und personenbezogen werden, bereits erledigte Meldungen sollen schneller von der Karte genommen werden", sagt Woitczyk. Er schätze, dass die App so praxisnah sei und offensichtlich in enger Absprache mit Kommunen und Städte erstellt wurde. Das Holzmindener Stadtmarketing ist ebenfalls großer Befürworter der App und hat die Einführung mit angeregt. "Das ist eine tolle Sache. Sie entlastet die Organisation und stärkt bei den Bürgern das 'Wir-Gefühl'. Jeder kann etwas dafür tun, dass die eigene Stadt sauberer wird", sagt Stadtmanagerin Katrin Konradt. Auch für andere Städte eine Option? Laut Hadi Ghorashi, Mitgründer von Leanact, liegt die Erledigungsquote von Meldungen bundesweit bei 50 Prozent, bei den Partner-Kommunen und -Städten von Meldoo bei 95 Prozent. Bürger könnten zudem bundesweit Mängel angeben. Sollten diese in Städten auftreten, die kein Partner von Meldoo seien, leite das Unternehmen Leanact die Meldung an die dafür vorgesehene Mailadresse der Stadt weiter. Ein Modell auch für andere Städte? Die NW fragte in Höxter und Brakel nach: „Die Entwicklungen in Holzminden werden wir beobachten und die Probephase abwarten. Die Melde-App zeigt auf, welche Verbesserungen durch die Möglichkeiten der Digitalisierung gegeben sind, um die Höxteraner in die Entwicklung unserer Stadt mit einzubeziehen. Zurzeit sehen wir allerdings nicht die dringende Notwendigkeit, dass unsere Bürger dafür eine externe App verwenden müssen", schreibt Sprecher Sebastian Vogt auf Anfrage der NW. Auch Carla Drewes, Sprecherin der Stadt Brakel, verweist auf die vorhandenen Kontaktmöglichkeiten: „Über die Startseite gelangt man zur Seite ’Anregungen und Kritik’. Hier können auch Kategorien angekreuzt werden, die Seite ist responsive und somit gut über Smartphone aufrufbar. Fotos können Bürger auch via E-Mail schicken.

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