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Wird hergerichtet: Die Fläche vor der Burg wird mit Mutterboden aufgefüllt und Rasen eingesät. Das Sperrgitter an der Weserbrücke soll einer Mauer weichen. Zudem sollen schnellstmöglich die kaputten Fenster an der Ostseite der Burg ersetzt werden. Der Innenausbau wird zunächst im Rentmeisterhaus (r.) voran getrieben. Dort sollen zwei Appartements und zwei Wohnungen entstehen. FOTOS: WEGENER
Wird hergerichtet: Die Fläche vor der Burg wird mit Mutterboden aufgefüllt und Rasen eingesät. Das Sperrgitter an der Weserbrücke soll einer Mauer weichen. Zudem sollen schnellstmöglich die kaputten Fenster an der Ostseite der Burg ersetzt werden. Der Innenausbau wird zunächst im Rentmeisterhaus (r.) voran getrieben. Dort sollen zwei Appartements und zwei Wohnungen entstehen. FOTOS: WEGENER

BEVERUNGEN Schleppende Sanierung sorgt für Unmut

Privater Investor will in diesem Jahr zumindest das Burgumfeld verschönern

18.04.2012 | Stand 18.04.2012, 13:18 Uhr

VON TORSTEN WEGENER
Beverungen. Seit 18 Monaten ist die Burg in Beverungen und das Rentmeisterhaus im Besitz eines privaten Investors. Doch viel ist seit dem nicht passiert. Stattdessen ärgern sich die Beverunger über das stilwidrige Burgumfeld und das Sperrgitter auf der Weserbrücke. Investor Michael Schnoor erklärte nun auf Nachfrage der Neuen Westfälischen, dass sich das äußere Erscheinungsbild schnellst möglich ändern soll.

Im Oktober 2009 wurden die Grundmauern des ehemaligen Betriebsgebäude der Stadtwerke Beverungen neben der Burg eingerissen. Durch die Demontage entstand ein neuer, freier Blick von der Weser und dem Radweg auf die ehemalige Wasserburg. Doch der aktuelle Blick auf die neu entstandene Freifläche gefällt in Beverungen niemanden mehr. Das Areal glich einer Bauschuttdeponie und ein Sperrgitter stand zur Sicherung auf der Weserbrücke.
Der Unmut wurde immer größer und die Fragen im Stadtrat an Bürgermeister Christian Haase immer lauter. Doch Haase konnte auch immer nur auf Michael Schnorr verweisen, der im September 2010 den Burgkomplex mit dem Rentmeisterhaus und dem ZOB-Gebäude erwarb.
Lange passierte nichts am Erscheinungsbild des Burgumfeldes. Als sichtbare Veränderung registrierten die Bürger nur die kaputten, eingeworfenen Fenster an der Ostseite der Burg.
Doch nun kommt so langsam Bewegung in die Angelegenheit. "Das Burgumfeld wird mit Mutterboden aufgefüllt und zunächst ein Rasen gesät. Zudem kommt das Sperrgitter an der Brücke weg. Dort wird eine Mauer errichtet, die optisch zur Burg passt", sagte Burgbesitzer Michael Schnoor auf Nachfrage der Neuen Westfälischen. Dem Stadtrat hatte Schnoor im September 2010 sein Konzept für die Burg und das Rentmeisterhaus erläutert und bekam daraufhin den Zuschlag für die Immobilien.
Der Investor, der zu dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in Salzkotten lebte, plante für die Burg ein Hotel- und Gaststättenbetrieb, der vor allem für Hochzeitsfeiern ausgerichtet sein sollte. "An den Plänen hat sich auch grundsätzlich nichts geändert, nur die Umsetzung ist schwieriger als erwartet", sagt Schnorr, der mittlerweile in Bad Driburg wohnt. In der Burg sollen unter anderem ein Festsaal und eine Hochzeitssuite entstehen.
Kleinere Feiern wurden im Erdgeschoss schon ausgerichtet. Beim Brückenfest im Juli 2010 konnten sich zudem die Bürger bei einem DJ-Abend im Erdgeschoss davon überzeugen, welches Potenzial die Räume der Burg bieten. "Die Beverunger Burg ist aus meiner Sicht ein optimales Gebäude für Hochzeits- oder anderen Familienfeiern. Der Innenraum hat das gewisse Etwas und die Freifläche zur Weser hin ist optimal."
Bei der eigenen Hochzeit 2007 war Michael Schnorr auf die Idee gekommen, weil er für sein Fest keine geeignete Location gefunden hatte. Über den Architekten Fauerbach kam dann der Kontakt zur Beverunger Burg. "Leider muss ich offen sagen, dass ich mir die Umsetzung etwas leichter vorgestellt habe. Die Finanzierung ist ein Problem, doch ich hoffe, dass die Gespräche mit den Kreditinstituten nun positiv enden", sagt Schnoor. Zuletzt war der Betriebswirt zudem beruflich am Bodensee beschäftigt und konnte die Umbaumaßnahmen in Beverungen nicht voran treiben.
Nun hat sich Michael Schnoor auch mit Bürgermeister Christian Hasse getroffen, um die Verwaltung über den aktuellen Stand in Kenntnis zu setzen. "Wir hatten ein sehr offenes Gespräch, dass mich sehr zuversichtlich macht. Wenn Herr Schnoor erst einmal in Beverungen wohnt, dann glaube ich auch, dass er sich mit der Burg noch mehr auseinandersetzen wird. Schön und wichtig ist, dass er nun bestrebt ist, das Burgumfeld zu verschönern und die Fenster zu erneuern", sagt Haase.
Die Umbaumaßnahmen bei Michael Schnoor konzentrieren sich nun zunächst auf das Rentmeisterhaus. Dort sollen zwei Appartements (circa 30 und 60 Quadratmeter) sowie zwei Wohnungen mit 80 Quadratmeter und etwa 140 Quadratmeter entstehen. Die größere Wohnung will der Burgherr selbst nutzen, die kleinere Wohnung soll dauerhaft vermietet werden. Die Appartements sollen eher als Ferienwohnung dienen.
"Ich hoffe, dass ich mit der Sanierung des Rentmeisterhauses in diesem Jahr beginnen kann. Der Zeitablauf für die Modernisierung der Burg ist dagegen noch ungewiss", so Schnoor.