Bischof Anba Damian begrüßt am Wochenende in der Kapelle des Klosters Brenkhausen den Koptischen Papst Tawadros II., der die Räume weihen wird. - © FOTO: UWE POLLMEIER
Bischof Anba Damian begrüßt am Wochenende in der Kapelle des Klosters Brenkhausen den Koptischen Papst Tawadros II., der die Räume weihen wird. | © FOTO: UWE POLLMEIER

Brenkhausen "Nachts rede ich im Brenkhäuser Wald mit Gott"

INTERVIEW: Bischof Anba Damian über seine Studienzeit, Heimatgefühle und die Rolle der Kopten in Brenkhausen

Im Kloster Brenkhausen gibt es noch viel zu tun, aber es ist auch schon viel passiert. - © FOTO: PRIVAT
Im Kloster Brenkhausen gibt es noch viel zu tun, aber es ist auch schon viel passiert. | © FOTO: PRIVAT

Brenkhausen. Am Dienstsitz von Generalbischof Anba Damian sind derzeit die Handwerker besonders fleißig. Am Sonntag, exakt 20 Jahre nach dem Kauf der verfallenen Klosterruine durch die koptisch-orthodoxe Kirche in Deutschland, stattet deren Oberhaupt, Papst Tawadros II., dem Zentrum der bundesweit lebenden Kopten einen Besuch ab. NW-Redakteur Uwe Pollmeier sprach mit Bischof Anba Damian über die Entwicklungen der vergangenen zwei Jahrzehnte und die Zukunftspläne für das ehemalige Zisterzienserinnenkloster in Brenkhausen.

Bischof Damian, wie haben die Brenkhäuser reagiert, als die Kopten am 22. Dezember 1993 ins Kloster einzogen?
BISCHOF ANBA DAMIAN: Die Bürger konnten, nachdem wir dem Land NRW das Kloster für eine D-Mark abgekauft haben, zunächst nichts mit uns anfangen. Einige hielten die Kopten sogar für eine Sekte. Unsere Religion war ihnen fremd, und unsere Kleidung irritierte sie. Aber allmählich begann unsere Liebe zueinander zu wachsen.

Wie gelang die Annäherung zwischen den Ägyptern und den Ostwestfalen?
DAMIAN: Der Brenkhäuser Pastor Klaus Mohr hat sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet. Er hat Bücher über Ägypten und die Kopten gekauft und an die Bürger verteilt. Nach und nach kamen immer mehr Besucher in unser Kloster. Das Verhältnis war stets geprägt von Offenheit. Die Türen des Herzens waren nie geschlossen, und insbesondere die Kinder haben wir stets liebevoll behandelt, auch wenn sie manchmal viel Krach gemacht haben, als sie durch das Kloster tobten.

Wie ist die aktuelle Situation in Brenkhausen?
DAMIAN: Die Kopten sind mittlerweile keine Fremden und keine Gäste mehr. Im Laufe der Jahre haben sich viel Harmonie und Liebe aufgebaut. Wir leben hier miteinander, und die Brenkhäuser sehen uns als einen Bestandteil ihres Dorfes. In jedem Gottesdienst können wir Gäste begrüßen. Unser Kloster hat, nach Corvey, die höchsten Besucherzahlen aller touristischen Ziele im Kreis Höxter. Wir beteiligen uns an den Aktivitäten des Dorfes, und viele unserer Kinder sind Mitglied im Schützen- oder Musikverein.

Wie ist ihr Verhältnis zur katholischen Gemeinde, deren Pfarrkirche St. Johannes Baptist Brenkhausen ja in den Klosterkomplex integriert ist?
DAMIAN: Wir kooperieren Hand in Hand. Das Verhältnis ist geprägt von gegenseitigem Respekt.

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