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Kreis Höxter Mit Vogelwelten an die Spitze

Jugend forscht: Brakeler David Singer im Landesfinale / Schulpreis geht nach Nieheim

VON FREDERIK GRABBE
04.02.2013 | Stand 03.02.2013, 19:44 Uhr
David Singer (15) vom Gymnasium Brede aus Brakel qualifizierte sich fürs Landesfinale im März in Leverkusen. Er untersuchte den Vogel-Lebensraum Stadt und erstellte einen Maßnahmenkatalog für Stadtplaner, um Vögel und Umwelt zu schützen. - © FOTOS: FREDERIK GRABBE
David Singer (15) vom Gymnasium Brede aus Brakel qualifizierte sich fürs Landesfinale im März in Leverkusen. Er untersuchte den Vogel-Lebensraum Stadt und erstellte einen Maßnahmenkatalog für Stadtplaner, um Vögel und Umwelt zu schützen. | © FOTOS: FREDERIK GRABBE

Kreis Höxter. Dieses Jahr schienen sich die Jugendlichen aus dem Kreis Höxter etwas vorgenommen zu haben: 14 Teams schickten die Höxteraner in Heinz-Nixdorf-Form in Paderborn beim Jungwissenschaftler-Wettbewerb "Jugend forscht" ins Rennen. Acht Teams räumten Preise ab, als einziger konnte sich David Singer aus Brakel für das Landesfinale vom 18. bis 20. März in Leverkusen qualifizieren: Er untersuchte seine Heimatstadt Brakel in Bezug auf ihre Lebensräume für Vögel.

Die Laudatio von Regionalwettbewerbsleiter Hauke Friedrich muss runtergegangen sein wie Öl: "David hat sein Projekt mustergültig umgesetzt und beispielhaft angewendet. Seine Forschungsergebnisse könnten ohne weiteres den Stadtplanern übergeben werden." Ausgerechnet der unscheinbaren Vogelwelt hat der Schüler des Gymnasium Brede diese huldvollen Worte zu verdanken. "Ich habe die Vogelwelt im Lebensraum Stadt untersucht", erzählt der 15-Jährige. Wohngebiete, Altstadt, Industriegebiete oder städtische Grünflächen: Die Stadt weise sehr heterogene Lebensräume für Vögel auf.

Information

Preisträger

Erster Platz in der Kategorie "Jugend forscht":

David Singer im Fach Biologie, Gymnasium Brede, Brakel; er untersuchte Vogel-Lebensräume im Stadtgebiet.

Zweite Plätze bei "Schüler experimentieren":

Ruth Borrmann (Biologie, Städtisches Gymnasium Beverungen, Morphologie von Apfelkerngehäusen),

Marcel Ostermann (Chemie, Peter-Hille-Schule Nieheim, Tintenfarben auf Zucker in Wasser). (fg)

An 20 Punkten im Ort hat er jeweils fünf Zählungen durchgeführt. Gezählt hat David mit Augen und Ohren. "Seit fünf Jahren beschäftige ich mich näher mit Vögeln, da kennt man Form und Gesang einzelner Arten", sagt er. 2.157 Vögel habe er so insgesamt notiert. Sein Fazit: Besonders Brachflächen, alte Baumbestände sind für den Artenreichtum wertvoll. In vielfältigen Lebensräumen bestehe ein großes Gleichgewicht an unterschiedlichen Vogelarten. "Vögel sind immer ein Indikator für den Zustand der Umwelt", sagt David und gibt in seiner Arbeit Hinweise, wie die Stadtplanung beide Aspekte fördern könnte.

Nicht minder spannend war die Untersuchung von Vanessa Kraft-Mikus und Ann-Christin Schäfers vom Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg. Fürs Fach Physik erforschen sie die Bremswirkung einer Wirbelstrombremse. Sie lassen durch ein 100 Zentimeter langes röhrenförmiges Metallgestell einen Wagen hindurchfahren, an dem ein Aluminium-Stück angebracht ist. Außerhalb des Gestells haben sie Neodym-Magnete montiert. "Metall und Magnete erzeugen eine Wirbelstromwirkung und tragen so zum Abbremsen des Wagens bei", so Ann-Christin.

In zahlreichen Testfahrten haben sie das Verhältnis von Magneten und Bremswirkung untersucht. Je größer die Anzahl der Magnete, so ihr Ergebnis, desto stärker die Bremskraft. "Beim ICE oder beim Free-Fall-Tower wird diese Bremstechnik schon eingesetzt. Wir denken, dass so auch die Bremswirkung von Autos verbessert werden kann", schildert Vanessa. Der Vorteil: Feinstaub und Verschleiß sind durch die Wirbelstrombremse ausgeschlossen. Für ihre Arbeit erhielten sie den Preis des Vereins Deutscher Ingenieure.

In den Altersklassen "Jugend forscht" (15 bis 21 Jahre) und "Schüler experimentieren" (10 bis 14) konnte insbesondere das Paderborner Team Epunkt e. abräumen. In der Kategorie Arbeitswelt erzielten die Domstädter, die mit fünf Gruppen angetreten waren, jeweils den ersten Preis. Noch eine weitere Auszeichnung ging in den Kreis Höxter: Die Peter-Hille-Schule in Nieheim erhielt den Schulpreis wegen "regelmäßiger Teilnahme" und Beisteuerung "hochwertiger Projekte" am Wettbewerb, urteilte die Jury.

"Künftig wollen wir noch systematischer in den Schulen für ,Jugend forscht’ werben und noch mehr Projekt an den Start bringen", kündigte der Geschäftsführer des HNF, Kurt Beiersdorfer, an. Er begrüßte zum dritten Mal die Jungforscher des Regionalwettbewerbs, der Jugendliche für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern soll, im HNF. Wie wichtig indes die Betreuungslehrer an den Schulen für den Wettbewerb sind, mussten die Organisatoren in diesem Jahr feststellen: Wurden 2012 noch 45 Projekte im beim Regionalentscheid im HNF angemeldet, sind es 2013 lediglich 36. "Viele Betreuungslehrer sind aus dem Berufsleben ausgeschieden", erklärt Regionalwettbewerbsleiter Hauke Friedrich den Rückgang. Nun wolle man bei den Referendaren in den Studienseminaren die Werbetrommel rühren.

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