Dagmar Kleine (Mitte) führt durch die Ausstellung im Möbelmuseum Steinheim, in dem die Porzellanmalerinnen zeigen, wie facettenreich die Darstellung auf dem "weißen Gold" ist. - © FOTO: MARTINA SCHÄFER
Dagmar Kleine (Mitte) führt durch die Ausstellung im Möbelmuseum Steinheim, in dem die Porzellanmalerinnen zeigen, wie facettenreich die Darstellung auf dem "weißen Gold" ist. | © FOTO: MARTINA SCHÄFER

STEINHEIM Flora und Fauna auf Porzellan gebannt

Ausstellung "Poesie der Natur" im Möbelmuseum Steinheim

VON MARTINA SCHÄFER

Steinheim. Sie ziert Schalen, Vasen, Teller, Fliesen oder Lampen: Malerei auf Porzellan ist vielschichtig. Wie facettenreich und dekorativ das "weiße Gold" gestaltet werden kann, beweist zurzeit eine Ausstellung im Möbelmuseum Steinheim.  Unter dem Titel "Poesie der Natur" zeichnet die Malgruppe um Dagmar Kleine für die Schau verantwortlich.

Dagmar Kleine zählt wohl zur bekanntesten Repräsentantin der Fürstenberger Porzellanmanufaktur, sie frönt seit mehr als 40 Jahren der Leidenschaft des Porzellanmalens und hat auch andere damit angesteckt. Ihre Malgruppe nämlich. Acht Frauen aus der Region, die sich einmal die Woche in Brakel treffen und ihre Fantasie auf das filigrane Material in Szene setzen, unter der Federführung von Dagmar Kleine, die für ihr präzises Arbeiten bekannt ist.

Information

Bis zum Januar

Die Ausstellung "Poesie der Natur" ist bis zum 11. Januar 2012 im Möbelmuseum Steinheim zu sehen.

Öffnungszeiten: sonntags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr.

www.moebelmuseum.de

Die Ausstellung im Steinheimer Möbelmuseum - es ist dort übrigens die 50. Schau - zeigt, wie viel Wissen und Können sich die Porzellanmalerinnen angeeignet haben. Erika Klein, Ingrid Klennert, Elisabeth Loke, Sigrun Dabitz, Elli Üpping, Brunhilde Büse, Melanie Römmeling und Marianne Fichter begeistern sich seit 20 Jahren für die Kunst auf Porzellan.

Und dabei ist es ganz gleich, ob es stürmt, regnet oder schneit, sie kommen in Brakel zusammen und beschäftigen sich mit dem "weißen Gold".  Fingerfertigkeit und Geschicklichkeit lassen sich selbst im Alter trainieren. "Die Hand darf zittern, aber der Pinsel nicht", meint Dagmar Kleine.

 Das Ergebnis des intensiven Trainings kann sich sehen lassen. Da strahlen kleine Katzen von Tischlampen, ein stolze Eisvogel oder Stadtansichten prägen Wandteller oder Kinderporträts zieren Fliesen. Und dazwischen immer wieder Blumen, Blumen und Blumen.

Elisabeth Loke aus Bad Driburg setzt vor allem Stadtansichten und Vögel - wie hier den Eisvogel - in Szene.
Elisabeth Loke aus Bad Driburg setzt vor allem Stadtansichten und Vögel - wie hier den Eisvogel - in Szene.

Von allem von einer Malerin. "Ich kann machen, was ich will, ich bin und bleibe eine Blümchenmalerin", sagt Dagmar Kleine und betont, dass sie sehr wohl auch abstrakte Malerei liebt, aber selbst das macht, was sie am besten kann.

Auch ihre Aquarelle und Acrylbilder zeigen meist üppige Blütenpracht. Rosen spielen dabei eine große Rolle.

 Dagmar Kleine hat sich längst einen Namen gemacht. Und nicht nur in der Region. Sie ist in Fürstenberg oft in der Besucherwerkstatt zu finden, leitet dort auch Malseminare mit internationalem Publikum. "Wenn die Teilnehmer dann von Meißen schwärmen, das kann ich gar nicht leiden", zeigt sie sich ganz lokalpatriotisch.

Auch Auftragsarbeiten - für das Auswärtige Amt hat sie schon gestaltet - gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben. Im Moment ist die "agile Allzweckwaffe", wie Dagmar Kleine schon einmal im Internet bezeichnet wurde, mit einer Sonderanfertigung beschäftigt - einer Muschelvase aus dem 18. Jahrhundert gilt ihre ganze Aufmerksamkeit.

Ihre Schülerinnen stehen diesem künstlerischen Engagement in nichts nach. Auch andere künstlerische Bereich werden inzwischen erobert: Ingrid Klennert aus Steinheim beispielsweise beeindruckt in der Ausstellung mit großformatigen, farbenprächtigen Acrylbildern, in die sie wirkungsvoll Collagen eingearbeitet hat.

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