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Ziegenhirte Mario Rasche mit Bock Hector, Bürgermeister Christian Haase, Landrat Friedhelm Spieker und der Bezirksausschussvorsitzende Bernhard Villmer (v.l.) eröffnen das neue Tourismus-Erlebnisgebiet. - © FOTO: PATRICK OTTE
Ziegenhirte Mario Rasche mit Bock Hector, Bürgermeister Christian Haase, Landrat Friedhelm Spieker und der Bezirksausschussvorsitzende Bernhard Villmer (v.l.) eröffnen das neue Tourismus-Erlebnisgebiet. | © FOTO: PATRICK OTTE

DALHAUSEN Neuer Weg zu den Ziegenweiden

Eröffnung des "Erlebnisgebietes Kalkmagerrasen" beim Almabtrieb in Dalhausen

VON PATRICK OTTE
26.09.2011 | Stand 25.09.2011, 21:47 Uhr

Dalhausen. Bei Sonnenschein und blauem Himmel trieben die Dalhäuser am Samstag ihre Ziegen von den umliegenden Höhen ins Dorf. Passend zu diesem Anlass eröffnete Landrat Friedhelm Spieker den Höhenwanderweg "Erlebnisgebiet Kalkmagerrasen".

Denn die Ziegen ermöglichen mit ihrem Verbiss die artenreichen Kalkmagerrasen-Biotope. Zum nördlichsten Almabtrieb Deutschlands hatten der Erzeugerzusammenschluss Bergwiesen Dalhausen und der Verein Beverungen Marketing wieder ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Umrahmt vom Musikverein Dalhausen zogen zunächst die Ziegenhirten mit ihren Geißen vom Hellweg in Richtung Bever. Mit Blumen im Fell und Kränzen um den Hals zeigten sich die mehr als 40 Ziegen von ihrer besten Seite. Besonders prächtig war Bock Hector. Das acht Jahre alte Tier wurde von seinem Halter Mario Rasche durch den Ort geführt.

Landrat Friedhelm Spieker nutzte das traditionelle Volksfest um den Höhenwanderweg "Erlebnisgebiet Kalkmagerrasen" zu eröffnen. Zusammen mit Bürgermeister Christian Haase und Bernhard Villmer, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Dalhausen, weihte er den Wanderweg ein. "Dieses neunte Erlebnisgebiet der Erlesenen Natur ist im wahren Sinne des Wortes ein Höhepunkt", schwärmte der Landrat.

13 Kilometer legt der Wanderer auf dieser Route zurück, die Anstiege addieren sich aber auf fast 500 Höhenmeter. Für seine Mühen wird er mit einem herrlichen Blick ins Bevertal und einer artenreichen Fauna und Flora belohnt. Orchideen auf den Halbtrockenrasen, üppige Laubwälder und kühle Bachtäler erlebt der Wanderer auf den Höhen beiderseits des Bevertals.

Wanderfreunde konnten am Samstag ein Teilstück testen. Vier Kilometer ging es unter der fachkundigen Führung von Burkhard Beinlich, dem Leiter der Landschaftsstation in Borgentreich, den Krähenberg hinauf. Das Team der Landschaftsstation sowie die Jugendgruppe des Naturkundlichen Vereins Egge-Weser haben in zahlreichen Stunden die Wege befestigt und die Flächen gepflegt. Und nicht zu vergessen die Ziegen, die mit ihrer Beweidung den artenreichen Kalkmagerrasen erhalten.

Buntes Treiben spielte sich auch an der Bever vor dem Korbmachermuseum ab. Ob Damwild, Obstschnäpse oder Hanfwaren, der Besucher konnte zahlreiche Spezialitäten aus der Region genießen.

Traditionelles Handwerk zeigten die Eberschützer Spinnstube und das Korbmachermuseum. Dort lief auch die Präsentation "Beweidung der Bergwiesen bei Dalhausen". Wie das Korbmacherhandwerk hat die Ziegenwirtschaft in dem Beverdorf eine lange Tradition. Die Kuh des kleinen Mannes war über viele Jahrhunderte für manchen Dalhäuser die Grundlage der Existenz.