, das ist die Gemeinde St. Peter und Paul, die das 50. Kirchweihfest feiert. Das Heilig-Geist- oder auch Pfingstfenster lässt bei Einfall von Sonnenlicht leuchtende Farbflächen über den Boden und die Wände der Kirche wandern. Der Bildhauer Josef Baron schuf die Madonnenfigur (r.), die ihr Kind dem Betrachter entgegenstreckt - eine Figur mit starker Symbolwirkung. - © FOTO: MELANIE PETER
, das ist die Gemeinde St. Peter und Paul, die das 50. Kirchweihfest feiert. Das Heilig-Geist- oder auch Pfingstfenster lässt bei Einfall von Sonnenlicht leuchtende Farbflächen über den Boden und die Wände der Kirche wandern. Der Bildhauer Josef Baron schuf die Madonnenfigur (r.), die ihr Kind dem Betrachter entgegenstreckt - eine Figur mit starker Symbolwirkung. | © FOTO: MELANIE PETER

Höxter Gemeinde baut sich ihre Kirche

St. Peter und Paul feiert 50. Kirchweihfest / Ein Rückblick

VON MELANIE PETER

Höxter. Der Klang der Glocken von St. Peter und Paul tönt weit über die Häuser der Siedlung im Petrifeld, und das Kreuz auf der Kirchturmspitze strahlt golden im Sonnenlicht. Vor fünfzig Jahren, wurde der Grundstein für die Gemeinde gelegt. Seitdem war die junge Kirche immer im Wandel und hat seit ihrer Weihe viele Veränderungen durchlaufen, die auch durch den stetigen Einsatz der Gemeindemitglieder sowohl über Geldspenden als auch durch die eigene Arbeitskraft möglich wurden.

Am Anfang stand die Idee, für die Menschen in der neuen Siedlung am Petrifeld eine eigene Kirche zu errichten. Bisher wurden die Gottesdienste in der Kapelle des Kindergartens gefeiert, bis im Jahre 1958 der damalige Pfarrdechant Sander die Voraussetzung für den Bau eines eigenen Gotteshauses durch die Gründung einer Kirchbaugemeinschaft schuf. Jedes Mitglied der Gemeinschaft verpflichtete sich, in 50 Monaten einen Betrag in Höhe eines Monatseinkommens zu opfern.

Innerhalb eines Jahres konnte die Summe von 230.000 Mark (die veranschlagten Baukosten betrugen 405.000 Mark) aufgebracht werden, da der überwiegende Teil der Gemeinde der Kirchbaugemeinschaft beigetreten war. Am 9. März 1959 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau von St. Peter und Paul, am 30. März 1959 die feierliche Grundsteinlegung durch Domkapitular Henneke. Am 30. Juni 1960, nach knapp 16 Monaten Bauzeit, wird die "Pfarrvikarie ohne eigene Vermögensverwaltung St. Peter und Paul" unter großem Interesse durch Erzbischof Jäger für errichtet erklärt. Josef Schürmeyer, bis dahin 2. Vikar von St. Nikolai, wurde auf Wunsch von Pfarrdechant Sander 1. Vikar dieser Gemeinde, um schließlich am 16. März 1969 feierlich ins Amt des Pfarrers eingeführt zu werden. Vorher, am 15. Januar 1969 erhielt die Vikarie den Status einer selbstständigen Pfarrei, in der kurz darauf auch der erste Kirchenvorstand gewählt wurde.

Die Bauweise der Kirche ist vom Architekten Gröne bewusst schlicht gehalten. Über dem dreitürigen Eingang befindet sich das Heilig-Geist-Fenster, das bei Einfall von Sonnenlicht "Feuerfarben" durch die Kirche wandern lässt, im Eingangsbereich findet sich eine eigene Taufkapelle. Gröne verzichtete auf Pfeiler, um die Tiefe des Raumes zu betonen und einen freien Blick auf das Christusbild und den Altar zu gewähren. Eine weit ausgespannte Flachdecke führt die Augen des Betrachters zum Chorraum. Der Turm der Kirche ist aus statischen Gründen nicht in den Bau integriert und trägt ein Geläut mit vier Glocken, die am Sonntag Gaudete 1962 geweiht wurden. Zu den Gottesdiensten kamen zu Teil mehr als 700 Gläubige, obwohl die Kirche nur 420 Sitzplätze bietet.

Das heutige Erscheinungsbild von St. Peter und Paul wird stark geprägt durch Einflüsse des Bildhauers Josef Baron und des Künstlers Hermann Gottfried. Während einer ersten großen Renovierung im Jahre 1972 wurden sowohl im Innen- als auch im Außenbereich weitreichende Veränderungen vorgenommen. Der gesamte Chorraum wurde neu gestaltet, unter anderem mit einem freistehenden Altar aus hellgrauem Naturstein und einem neuen Altarkreuz, beides erschaffen durch die Hand des Bildhauers Baron. Die Messen fanden zwischen den Gerüsten statt, und jede Woche putzten Frauen freiwillig "ihre" Kirche.

1992 wurde das Gotteshaus wieder zur Baustelle. Unter anderem wurde die Gestaltung der Seitenfenster durch die Entwürfe des Künstlers Hermann Gottfried umgesetzt, die sich thematisch in alt- (Amboseite) und neutestamentarische (Madonnenseite) Motive gliedern. Die Anbringung eines neuen Kreuzweges des Bildhauers Baron bildete im Jahre 1996 den Abschluss der Erneuerungsmaßnahmen.
     

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