0
Harpo im Glitzeranzug genießt das Bad in der Menge. In der Stadtgalle Brakel drängten sich die Fans, um dem Schweden die Hand zu drücken oder ein Foto von ihm zu machen. - © FOTOS: SEBASTIAB BUOB
Harpo im Glitzeranzug genießt das Bad in der Menge. In der Stadtgalle Brakel drängten sich die Fans, um dem Schweden die Hand zu drücken oder ein Foto von ihm zu machen. | © FOTOS: SEBASTIAB BUOB

Brakel Zeitreise zu den Stars von 1976

Golden Star Night in Brakel mit 400 Gästen

VON SEBASTIAN BUOB
18.01.2010 | Stand 17.01.2010, 20:17 Uhr

Brakel. Er zog - wie immer - seine roten Turnschuhe aus, kramte in seinem Rucksack, verteilte Autogrammkarten und fetzte trotz seiner 59 Jahren wie ein 20-Jähriger über die Bühne. Punkt 23.37 Uhr stimmte er bei der "Golden Star Night" in der Brakeler Stadthalle seinen Hit an: "Moviestar" hatte den Schweden Harpo 1976 weltberühmt gerühmt gemacht.

Weitere Stargäste auf dem internationalen Oldie-Festival: "Pussycat"-Sängerin Toni Wille, Kroatiens Casting-Sternchen Vanja und "Route", die Band aus dem berühmten Hamburger Starclub. "Wir wollten auch mal etwas für die Generation der 70er machen", sagte Organisator Peter Markus, der sich mit den Verkaufszahlen zufrieden zeigte. 300 Karten gingen allein im Vorverkauf weg, die Stadthalle war aber um mindestens 100 Plätze voller. Trotz Schneetreibens - das hätte den Auftritt der normalerweise notorisch pünktlichen niederländischen Sängerin Toni Wille fast verhindert.

"Mississippi" - einer der großen Hits der letzten 40 Jahre

Toni Wille ist als letzte der "Pussycats" noch im Geschäft. Zusammen mit ihren beiden Schwestern hatte sie 1976 den Hit "Mississippi". Das Lied wird noch heute als einer der 25 größten Hits der letzten 40 Jahre gefeiert. Während sich ihre Schwestern ins Private zurückgezogen haben, steht Toni noch immer auf der Bühne. Natürlich auch in Brakel, natürlich auch mit ihrem größten Hit - "Mississippi". Die Künstlerin aus der holländischen Provinz Limburg verabschiedete sich direkt nach ihrem Auftritt, hatte sie doch eine mehrstündige Autofahrt und ein weiteres Konzert in der Heimat vor sich.

Harpo hatte es weniger eilig - er nächtigte im Brakeler Hotel Kaiserbrunnen. Morgens war er noch auf seinem Bauernhof bei Stockholm, 14.30 Uhr landete er im Ostwestfälischen. Sein Markenzeichen: Die roten Turnschuhe, die er auf der Bühne auszieht. Mit Glitzer-Anzug und Rucksack wirbelte Harpo - der bürgerlich Jan Torsten Svensson heißt -über die Bühne, begrüßte die Fans per Handschlag, verteilte Autogramme, nahm gern auch das Bad in der Menge. Zwischendrin rief er seine alte Mutter per Handy an, berichtete ihr von Brakel in Deutschland und plauderte mit den Brakelern über seinem schwedischen Bauernhof, mit 16 Pferden, 40 Schafen, Elchen auf Futtersuche und zurzeit knackigen 18 Grad unter Null.

Harpo und "Pussycat" waren die Top-Gäste, "Route" und Vanja aber genauso stark. Vanja kämpfte sich in ihrer Heimat Kroatien durch die Stahlmühle einer Casting-Show. Die inzwischen in Düsseldorf lebende Vanja hat eine unheimlich starke Stimme. Sie sang die schweren Stücke von Whitney Houston, Cher und Celine Dion und zwar nicht schlechter als die großen Diven.

"Route" hingegen hat im Hamburger Starclub gespielt - der Ort, an dem die Beatles weltberühmt wurden. Sie spielten zwischen den Auftritten, coverten das Beste aus 40 Jahren Musikgeschichte und rundeten eine sechsstündige Zeitreise in die 70er ab.