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Höxter "Den Auftrag des Rates nicht erfüllt"

Jürgen Lessing kritisiert Verschleppung der Verhandlungen zur Fortsetzung des Flugplatzbetriebs

16.12.2009 | Stand 15.12.2009, 21:01 Uhr

Höxter. "Nach Defiziten im Bereich von Hunderttausenden Mark pro Jahr waren die Städte Höxter und Holzminden 1998 froh, dass ein privater Betreiber den Flugplatz Höxter-Holzminden übernommen hat. Dieser Pachtvertrag mit Jens Gronemeyer endete am 31. Mai 2009. Deshalb wurde am 23. April 2009 der Pachtvertrag durch den Rat bis zum 31. Oktober 2009 verlängert und gleichzeitig die Verwaltung beauftragt, endlich eine Lösung für den Flugplatz zu finden" teilte gestern der Fraktionsvorsitzende der UWG, Jürgen Lessing, mit.

Diesen Auftrag des Rates habe die Verwaltung, so Lessing weiter, bis heute nicht erfüllt. "Es liegen weder Ergebnisse über Gespräche mit anderen Betreibern noch Alternativen vor. Stattdessen reibt man sich an einem Vertragspartner, statt das Ziel im Auge zu haben."

Lessing habe mit Manfred Schelhorn (CDU) im September mit Jens Gronemeyer ein Gespräch über die Zukunft des Flugplatzes und bestehende Forderungen geführt. "Leider sind die anderen Fraktionen der Einladung nicht gefolgt", kritisiert Lessing. In diesem Gespräch habe Gronemeyer die Bilanz der vergangenen Jahre sowie mündlich sein Konzept für die Zukunft vorgestellt. Ein Konzept, das auch die Verwaltung jederzeit von ihm hätte erfragen können.

Für die UWG sei, so Lessing weiter, der Erhalt des Flugplatzes als eine der letzten interessanten Infrastruktureinrichtungen in Höxter mit touristischem Wert wichtiger als die Errichtung eines Solarparks, wie er einigen Personen und Parteien vorschwebe. Für einen Solarpark gebe es im Stadtgebiet Höxter andere Flächen. Die Bedeutung des Flugplatzes für die Region lasse sich auch daran ermessen, dass die Flugaufsichtsbehörde in Münster angeblich die Lizenz zum Betreiben des Flugplatzes nicht endgültig erlöschen lassen wolle.

Der 1968 ausgehandelte Pachtzins für die "Schafswiese", der bis zum Jahr 2067 zu zahlen sei, habe eine unrealistische Höhe und sei aus heutiger Sicht unverständlich. Er betrage bis zum Ende der Laufzeit mehrere Millionen Euro. Es sei nachvollziehbar, argumentiert Lessing, dass kein Betreiber des Flugplatzes diese Kosten allein schultern wolle, solange er nicht schwarze Zahlen schreibe.

Die Ratsmehrheit müsse sich entscheiden, ob sie den Flugplatz erhalten oder in einen Solarpark umwandeln wolle und der Verwaltung eine eindeutige Weisung erteilen, sagt Lessing.

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