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Johannes Firck beobachtet mit dem Fernglas startende Maschinen in Brenkhausen. - © ARCHIV-FOTO: BAT
Johannes Firck beobachtet mit dem Fernglas startende Maschinen in Brenkhausen. | © ARCHIV-FOTO: BAT

Höxter Zukunft des Flugplatzes Höxter unklar

Bürgermeister Fischer hofft auf Verhandlungsergebnis in der kommenden Woche

VON DAVID SCHELLENBERG
04.12.2009 | Stand 03.12.2009, 21:02 Uhr

Höxter. Nur noch wenige Wochen bleiben den Verhandlungspartnern, um den Flugplatz Höxter-Brenkhausen vor dem Aus zu retten: Seit fast einem Jahr ringen Pächter Jens Gronemeyer und die Stadt Höxter um einen neuen Pachtvertrag und die Ansiedlung eines Motorenbau-Betriebs auf dem Gelände am Räuschenberg.

"Höxter-Holzminden – ab 01.01.2010 – Platz geschlossen", heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Flugsicherung. Die Ankündigung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das Ende für den Flugplatz. Sie ist nur eine Mitteilung für Piloten, dass der Platz dann nicht mehr angeflogen werden könne.

Gestern waren zwei Experten des zuständigen Dezernats Luftverkehr der Bezirksregierung Münster vor Ort, um sich zu informieren. "Die Betriebserlaubnis ist nicht entzogen. Das geht auch nicht, da sie generell unbefristet erteilt wird", erklärte Sigrun Rittrich von der Bezirksregierung. Allerdings könne sie vom Pächter zurückgegeben werden. Das ist bisher aber noch nicht geschehen.

Noch bis Ende Dezember haben Gronemeyer und die Stadt Zeit, sich zu einigen. Dann läuft der vor zehn Jahren geschlossene Pachtvertrag aus. 1999 hatten sich die beiden Städte Höxter und Holzminden sowie die Kreise Höxter und Holzminden aus der Trägerschaft zurückgezogen, weil sich der Flugplatz nicht wirtschaftlich betreiben ließ.

Jetzt steht Jens Gronemeyer vor einem ähnlichen Problem. In den Verhandlungen gehe es darum, die Jahrespacht von 40.000 Euro sehr deutlich zu reduzieren. "Ich habe großes Interesse daran, den Flughafen weiter zu betreiben, allerdings nicht um jeden Preis", sagte Gronemeyer der NW. Auch der Höxteraner Bürgermeister Alexander Fischer (SPD) sieht den Flugplatz nicht vor dem Aus. "Ich habe kein Problem, wenn Herr Gronemeyer den Platz weiterbetreibt. Zurzeit verhandeln wir noch, in welcher Form und zu welchen Bedingungen", sagte Fischer. Er habe vergangene Woche erstmals direkt mit dem Pächter zusammengesessen und hofft, in der kommenden Woche eine Lösung zu finden.

Auch die CDU drängt darauf, den Landeplatz in Brenkhausen zu erhalten. "Es wäre schade, wenn der Platz sang- und klanglos und ohne Alternative aufgegeben würde", sagte die Fraktionsvorsitzende der Union im Stadtrat, Karin Wittrock. Der Flugplatz ist ihrer Ansicht nach ein attraktiver Anziehungspunkt für Touristen und Fallschirmspringer und sichere zugleich Arbeitsplätze in Brenkhausen. Immerhin rund 100.000 Besucher, 14.000 Passagiere und 12.000 Fallschirmsprünge zählt der Flugplatz derzeit jährlich. Zudem stehen laut Gronemeyer zehn Arbeitsplätze auf dem Spiel. Unter anderem in der Gastronomie.

Wittrock plädiert dafür, notfalls über die Höhe der Pacht nachzudenken. "Solange es keinen Plan B gibt, ist es besser, den Platz in dieser Form zu erhalten." Nachdem die Verhandlungen über den Flugplatz bereits im Ortsausschuss Brenkhausen thematisiert worden war, steht das Thema auch im Wirtschaftsförderungsausschuss am 9. Dezember auf der Tagesordnung.

Die Brenkhäuser Bürger befürchten, dass bei einer Schließung des Standortes der Platz verwahrlost und für illegale Autorennen genutzt werde.

Enttäuscht ist auch der Hauptnutzer des Platzes, der Fallschirmspringerclub Skydive in Höxter. Die zweitgrößte Fallschirmspringerschule hat bereits Kontakte zu den Flugplätzen in Detmold und Blomberg aufgenommen.

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