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Jetzt wird kontrolliert: Landet etwas in der Tonne, das da nicht hineingehört, wird der Bürger zunächst verwarnt. - © Alexandra Buck
Jetzt wird kontrolliert: Landet etwas in der Tonne, das da nicht hineingehört, wird der Bürger zunächst verwarnt. | © Alexandra Buck

Kreis Höxter Kontrolleure schnüffeln im Kreis Höxter in Wertstofftonnen

Fehlwürfe zwingen die Abfallwirtschaft zu teurer Maßnahme

Manuela Puls
14.08.2019 | Stand 14.08.2019, 15:02 Uhr

Kreis Höxter. Alle Kreisbewohner haben sich inzwischen an die neue gelbe Mülltonne gewöhnt. „Wir sind echt zufrieden, das hat sich gut eingespielt", sagt Hubertus Abraham vom Kreis Höxter. Vier Monate nach der Einführung will der Kreis Höxter jetzt aber mit Kontrollen beginnen. Noch im August soll es losgehen: „Wir werden uns nach und nach alle 120 Ortschaften vornehmen", erklärt Abraham. Wer seine Wertstofftonne falsch befüllt, muss mit Konsequenzen rechnen. Ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung wird etwa 20 Minuten mit seinem Auto vor dem Müllwagen herfahren und die Straße für Straße einen Blick in die Tonnen werfen. Der Kontrolleur hat auf seinem Handy eine spezielle App. Er schießt dann Fotos vom Inhalt der bemängelten Tonne und vom Barcode mit der betreffenden Adresse. „Beides wird sofort weitergeschickt ins Abfallservicebüro", erläutert Abraham. Es muss viel aussortiert werden Wenn sich der Bürger dort meldet, weiß der Abfallberater beim Kreis sofort, worum es geht und kann erklären, welcher Müll nicht in die Wertstofftonne gehört und wie er richtig entsorgt werden sollte. Wenn nur ein bisschen was Falsches in der Tonne gelandet ist, hinterlässt der Kontrolleur ein gelbe Karte – quasi zur Verwarnung. „Wenn das Falsche aber überwiegt, bekommt die Tonne eine rote Karte, bleibt stehen und wird nicht entleert", so Nicolas Witschorek von der Abfallberatung beim Kreis. Im Wiederholungsfall wird dem „Müllsünder" die gelbe Wertstofftonne weggekommen, und ihm wird stattdessen eine zusätzliche graue Restmülltonne vor die Tür gestellt, die er dann natürlich auch extra bezahlen muss. So einige sogenannte Fehlwürfe in der Wertstofftonne wurden in der Vergangenheit von den Entsorgungsunternehmen bereits festgestellt. „Die haben Dinge wie Zementsäcke, eine Rolle Teerpappe, Hygieneartikel wie Feuchttücher und sogar einen Arbeitskittel darin gefunden", berichtet Hubertus Abraham. Oder das Netz von Strohballen. Besonders problematisch seien Batterien „Das dürfen Landwirte da natürlich nicht reinwerfen, genauso wenig wie Silofolie". Deswegen will der Kreis im Vorfeld der Kontrollen noch mal einen speziellen Informationsbrief an die gewerblichen Nutzer schicken. Besonders problematisch seien Batterien in der Tonne: „Wenn die Kontakte aneinandergeraten, können die in Brand geraten", warnt Abraham. Lithiumionenbatterien seien fast immer ursächlich für Feuer in Entsorgungsanlagen. In den Städten seien die Verschmutzungen der Wertstofftonnen am größten. „In den kleinen Dörfern klappt die Mülltrennung unserer Erfahrung nach etwas besser", sagt Abraham. Kein Wunder – da lässt sich ja auch anders als im großen Mietshaus auch jede Tonne genau ihrem Besitzer zuordnen. Abraham ist froh, dass die Umstellung vom gelben Sack auf die Wertstofftonne so gut funktioniert hat. Weitgehend reibungslos sei das vonstatten gegangen. Ärger um schwarze Wertstofftonnen mit gelbem Deckel Insgesamt 48.000 Behälter ließ der Kreis von einer Firma verteilen. Im April und Mai seien noch vereinzelt gelbe Säcke dazugestellt worden, doch inzwischen komme das kaum noch vor. Genauso wie die anfänglichen Klagen, dass die schwarzen Wertstofftonnen mit gelben Deckel zu klein bemessen seien: „Man kann das Material leicht pressen. Manche Leute haben sich dann aber eine zusätzliche Tonne bestellt." Um den Platz optimal auszunutzen, rät Hubertus Abraham den Bürgern dazu, keine Säcke zu verwenden und die gelben Tonnen lose zu befüllen: „Dann passt am meisten rein." Die Kontrollen würden zwar einen großen personellen Aufwand für den Kreis bedeuten. Aber das sei es wert: „Werden die Tonnen falsch befüllt, muss viel aussortiert werden, und das ist dann wiederum kostenintensiv", sagt der Müllfachmann vom Kreis. Auch beim Biomüll gibt es laut Nicolas Witschorek aktuell übrigens stichprobenartige Kontrollen. „Das sieht oft aus wie Restabfall und nicht wie Kompost", berichtet er. Zum Beispiel gehörten abgelaufene Lebensmittel nicht mitsamt Verpackung in die grüne Tonne. Auffällig schlecht sei die Mülltrennung übrigens oft in Hochhaussiedlungen im Kreisgebiet.

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