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Herzog Viktor von Ratibor und Fürst von Corvey hatte sein Anwesen zur Verfügung gestellt. - © Katharina Thiel
Herzog Viktor von Ratibor und Fürst von Corvey hatte sein Anwesen zur Verfügung gestellt. | © Katharina Thiel

Höxter Rekruten sprechen Gelöbnis vor beeindruckender Kulisse in Höxter

Mehr als 50 Rekruten haben mit ihrer Kompanie eine zweite Familie gefunden

Katharina Thiel
18.07.2019 | Stand 18.07.2019, 18:45 Uhr |

Höxter. „Guten Tag Herr Oberstleutnant" schallte es am Donnerstag durch Corvey. Erstmals seit 2012 fand ein Feierliches Gelöbnis wieder in Höxter statt. Etwa 27 freiwillig Wehrdienstleistende und angehende Zeitsoldaten des Grundausbildungszuges der 1. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 7 sowie 29 Feldwebel/Unteroffizieranwärter und Spitzensportler der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover standen auf dem Gelände des Anwesen, um der Bundesrepublik Deutschland die Treue zu schwören. „Die Werte, denen Sie sich heute verpflichten, stehen in unserem Grundgesetz. Für deren Verteidigung sind Sie ganz persönlich verantwortlich", sagte Oberstleutnant Lothar Struck bei seiner Ansprache. Er motivierte die Rekruten dazu, sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen – „und das nicht nur über das Smartphone." Denn Kameradschaft sei immer noch einer der Grundpfeiler der Bundeswehr. „Ein Soldat ist nie allein", so der Oberstleutnant. Soldat ist kein Beruf wie jeder andere CDU-Bundestagsabgeordneter Christian Haase sprach von einem „ganz besonderen Tag" für die Rekruten. „Soldat ist kein Beruf wie jeder andere", sagte er und sprach den jungen Männern und Frauen seine Anerkennung aus. Die Bundeswehr müsse sich, wie sie es beim Schützenfest in Beverungen getan hat, stärker in die Öffentlichkeit stellen. Außerdem sprach er sich dafür aus, mehr in die Modernisierung und Instandsetzung der Ausrüstung der Bundeswehr zu investieren. Auch die Kameradschaft kam in seiner Ansprache nicht zu kurz: „Sie agieren in einer Gruppe zusammen und müssen einander vertrauen können. Ab dem heutigen Tag ist Ihre Kompanie Ihre zweite Familie." Anschließend traten sechs Rekruten aus den beiden Gruppen hervor, legten ihre Hand auf die Fahne der Bundesrepublik und sprachen: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe." Die Soldatinnen und Soldaten auf Zeit legten einen Amtseid ab und begannen den Eid mit „Ich schwöre". Das soll sie stärker an die Bundesrepublik und das Volk binden. Gutes Verhältnis zwischen Stadt und Bundeswehr Begleitet wurde dieses besondere militärische Zeremoniell durch das Luftwaffenmusikkorps Erfurt. Rund 250 Gäste, darunter die Angehörigen der Soldatinnen und Soldaten sowie Vertreter von Politik, Stadt, Kultur, Polizei und Feuerwehr sowie der Militärgeistlichkeit. Der stellvertretende Bürgermeister Günther Ludwig sprach von einem besonderen Verhältnis zwischen der Stadt und der Bundeswehr: „Das war, das ist und das wird auch immer gut sein. Der Soldat wird gern in der Stadt gesehen." Während der Feierlichkeiten bekamen zwei Familien einen Blumenstrauß überreicht. Sie hatten die weiteste Anreise auf sich genommen, um am Gelöbnis teilnehmen zu können. Familie Stöckl war 425 Kilometer aus Stuttgart und Familie Singendonk 275 Kilometer aus Emmerich am Rhein nach Höxter gefahren.

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