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Präzision statt Geschwindigkeit: Zum achten Mal findet der Weser-Bergpreis auf der Strecke zwischen Ottbergen und Bosseborn statt. - © Thomas Kube
Präzision statt Geschwindigkeit: Zum achten Mal findet der Weser-Bergpreis auf der Strecke zwischen Ottbergen und Bosseborn statt. | © Thomas Kube

Höxter Bergrennen: Irritationen um Weser-Bergpreis in Höxter

Die Rennstrecke zwischen Ottbergen und Bosseborn ist zugleich Umleitungsstrecke wegen des Straßenbaus auf der B 64

Mathias Brüggemann
12.07.2019 | Stand 11.07.2019, 20:44 Uhr

Höxter-Ottbergen/Bosseborn. Der 8. Weser-Bergpreis auf der Strecke zwischen Ottbergen und Bosseborn kann trotz der großen Straßensanierung auf der Bundesstraße 64 wie geplant am 20. und 21. Juli uneingeschränkt stattfinden.Das teilte Hartmut Schwämmle, einer der Organisatoren vom Automobilclub Höxter auf Anfrage der Neuen Westfälischen mit. Zwischenzeitlich hatte es Irritationen gegeben, weil ab Montag die Ortsdurchfahrt Godelheim gesperrt wird und die Landesstraße 890, auf der die Motorsportveranstaltung ausgetragen wird, auch als eine der Umleitungsstrecken ausgeschildert ist. Nach Auskunft von Björn Becker, Projektleiter vom Landesbetrieb Straßen NRW, wird diese Umleitungsstrecke an dem Veranstaltungswochenende ab Boseeborn für zwei Tage gesperrt, damit der Weser-Bergpreis stattfinden kann. Der Verkehr von Höxter kommend wird dann auf der Kreisstraße 18 weiter in Richtung Brakel geführt. Autofahrer, die aus Richtung Ottbergen kommen, müssen über Amelunxen fahren. Größere Verkehrsbehinderungen sind vorprogrammiert. Hartmut Schwämmle rät allen Besuchern, die aus dem Raum Höxter kommen nach Bosseborn zu fahren, dort zu parken und entweder zu Fuß zur Strecke zu gehen oder den Shullte-Bus zu nutzen."Es sind ausreichend Parkplätze vorhanden", betont Schwämmle. Auf die hundertstel Sekunde genau 3 Minuten und 20 Sekunden: Das ist die Zeit, in der die Motorsportler beim ADAC-Weser-Bergpreis die 3,3 Kilometer lange Strecke zwischen Ottbergen und Bosseborn absolvieren müssen.Und zwar auf die hundertstel Sekunde genau. „Nicht mehr und nicht weniger", betont Hartmut Schwämmle vom Automobilclub Höxter, der das Rennen, das eigentlich keines ist, zusammen mit der Sportfahrergemeinschaft Lippe am 20. und 21.Juli zum achten Mal ausrichtet. „Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um Präzision", sagt der Höxteraner. Denn so richtig schwierig wird’s 100 Meter vor dem Ziel. Dann stoppen die Fahrzeuge und müssen je nach der bisher gefahrenen Zeit die letzten Meter so zurücklegen, dass sie so nah wie möglich an die Soll-Zeit herankommen. „Da geht’s um hundertstel Sekunden", hebt Schwämmle hervor. Wer die geringste Abweichung von der Soll-Zeit hat, hat gewonnen. Rund 120 Motorsportler erwarten die Veranstalter am dritten Juli-Wochenende in Ottbergen. Die Fahrer kommen aus ganz Deutschland. „Wir haben bereits Anmeldungen aus Süddeutschland und aus Berlin vorliegen", berichtet Schwämmle. „Alles Amateure. Fast alle sind Hobby-Schrauber, die ihre letzte Kohle, ihr ganzes Erspartes in ihre Autos investieren", weiß Schwämmle. Bis zwei Tage vor der Veranstaltung können sich Interessierte unter www.weser-bergpreis.de oder per E-Mail an Nennung@weser-bergpreis.de anmelden. Das Startgeld beträgt 120 Euro. Klassen gestaffelt nach Baujahr Gestartet wird in mehreren Klassen, gestaffelt nach Baujahr der Fahrzeuge. Youngtimer (20 bis 30 Jahre alt) und Oldtimer (ab 30 Jahre) gehen an den Start. Neuere Fahrzeuge sind nicht zugelassen. „Die Zuschauer wollen doch keinen Golf 7 sehen. Den sehen sie doch jeden Tag, wenn sie zur Arbeit fahren", sagt Hartmut Schwämmle. „Die wollen einen alten Ford Escort oder einen A-Ascona sehen." Zu sehen sein werden auch Formelfahrzeuge, die in der Shake-Down-Klasse an den Start gehen, aber außerhalb der Wertung fahren. Eine weitere Attraktion für die Zuschauer: eine spektakuläre Driftshow. „Driften ist mittlerweile eine eigene Sportart geworden", sagt Schwämmle, der aber keinen Hehl daraus macht, dass er selbst dem Driften nicht allzu große Sympathien abgewinnen kann. Beim Driften versucht der Fahrer sein Fahrzeug zum Übersteuern zu bringen, während er die Kontrolle und ein hohes Fahrtempo beibehält. Bei diesen Fahrmanövern zeigen die gelenkten Vorderräder zur Kurvenaußenseite, die hinteren Räder haben einen höheren Schräglaufwinkel als die Vorderräder. Als Motorsport-Wettbewerb wird das Driften weltweit ausgetragen, wobei es auf Geschwindigkeit, Driftwinkel und Eleganz der Drifts ankommt. Wer Interesse hat, kann für 50 Euro an einer solchen Drift-Fahrt als Beifahrer teilnehmen. Für die Zuschauer – erwartet werden rund 3.000 – wird ein Shuttle-Bus-Service angeboten, der sie zu den besten Plätzen entlang der Strecke bringt. Mit mehreren Imbiss- und Getränkeständen ist auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Der Eintritt beträgt sieben Euro.

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