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Zum Schutz: Auf dem Sportplatz Herstelle stehen bei einer Übung Reinigungszelte für die Einsatzkräfte zur Verfügung. - © Kreis Höxter/Stefan Nostitz
Zum Schutz: Auf dem Sportplatz Herstelle stehen bei einer Übung Reinigungszelte für die Einsatzkräfte zur Verfügung. | © Kreis Höxter/Stefan Nostitz

Kreis Höxter "Wesersturm 2019": Höxter will für den Ernstfall vorbereitet sein

Mehr als 700 Einsatzkräfte nehmen am 1. Juni an einer der größten Übungen in der Region teil

Katharina Thiel
22.05.2019 | Stand 22.05.2019, 19:00 Uhr

Kreis Höxter. In der Nacht auf Samstag, 1. Juni, wird ein Sturmtief von Ost nach West über den Kreis Höxter ziehen und eine Spur der Zerstörung ziehen. Neben umgestürzten Bäumen, die Straße und Wege versperren, und lokalen Stromausfällen wird auch das Dach einer Halle, in der Gefahrgut lagert, vom Sturmtief abgehoben und teilweise einstürzen. Das weiß Landrat Friedhelm Spieker schon jetzt, weil es sich bei „Wesersturm 2019" um eine der bisher größten Katastrophenschutz-Übungen in der Region handelt. „Vorsorge zu treffen ist in vielen Bereichen unerlässlich", so Spieker. „Das gilt ganz besonders im Katastrophenschutz. Es ist uns wichtig, dass wir auf den Ernstfall so gut wie möglich vorbereitet sind, auch wenn wir inständig hoffen, dass er nicht eintritt." Insgesamt werden rund 700 Einsatzkräfte mit etwa 100 Fahrzeugen im Stadtgebiet Höxter im Einsatz sein. Wo genau das sein wird, konnten die Verantwortlichen des Kreises Höxter, der Bezirksregierung Detmold und der Stadt Höxter noch nicht sagen. Nur so viel: Die Altstadt wird vom Übungsgeschehen nicht betroffen sein. Kreisübergreifende Aktion Eines der Ziele der Aktion ist es, die überörtliche Zusammenarbeit der unterschiedlichen Hilfsorganisationen zu üben. Denn von den Auswirkungen des fiktiven Sturms sind im Übungsszenario neben Höxter auch die Städte Brakel, Marienmünster, Nieheim und Steinheim betroffen – diese allerdings nur virtuell, erklärt Philipp Mantel. Er ist der für den Katastrophenschutz zuständige Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold. Nur der Abschnitt der Stadt Höxter nimmt aktiv daran teil. „Das ist die Chance, diese Einsatzkräfte real auf die Straße zu bringen", so Mantel. Nach der Feststellung der Großeinsatzlage am frühen Samstagmorgen soll die Freiwillige Feuerwehr Höxter die Gefahrenabwehr vor Ort übernehmen, während etwa 130 Einsatzkräfte aus dem Nachbarkreis Paderborn die Versorgung von Verletzten vor Ort sicherstellen. Bis zu ihrem Eintreffen übernehmen das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, das Technische Hilfswerk und die Johanniter Unfallhilfe mit 240 Einsatzkräften die Betreuung und Erstversorgung. Der Kreis Herford wird außerdem neun Fahrzeuge und zwei Dutzend Einsatzkräfte für den Transport von Verletzten ins Krankenhaus zur Verfügung stellen. "Diese Größenordnung haben wir noch nicht geübt" Auch der Messzug des Regierungsbezirks nimmt an der Übung teil, um zu überprüfen, ob es während des fiktiven Einsturzes des Hallendachs zu einem Austritt von Gefahrstoffen gekommen ist. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft beteiligt sich im Rahmen ihrer jährlichen Einsatzübungen ebenfalls mit mehreren Wasserrettungszügen. „Diese Größenordnung haben wir noch nicht geübt", sagt Spieker und dankt allen Beteiligten, die die Großübung möglich machen, vorbereiten und organisieren. Die Bevölkerung wird an diesem Tag durch die Warn-App NINA vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe über die Übung informiert. Die Einsatzkräfte werden durch Blaulicht und Sirenenalarm auf sich aufmerksam machen. Schon jetzt bittet der Kreis Höxter deshalb um Verständnis für mögliche vorübergehende Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet. „Wir machen das für die Sicherheit der Bevölkerung", sagt Landrat Spieker. Die Großübung beginnt um 8 Uhr mit dem Einrücken der ersten Kräfte und soll gegen 14 Uhr beendet sein.

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