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Stillstand: Auf dem Felsenkeller-Gelände türmen sich die Schuttberge aus den Überresten des Ruinen-Abbruchs. - © Mathias Brüggemann
Stillstand: Auf dem Felsenkeller-Gelände türmen sich die Schuttberge aus den Überresten des Ruinen-Abbruchs. | © Mathias Brüggemann

Höxter Felsenkeller-Investoren werfen Stadt Höxter Untätigkeit vor

Seit Monaten herrscht auf dem Gelände Stillstand

Mathias Brüggemann
14.05.2019 | Stand 14.05.2019, 19:19 Uhr

Höxter. Nichts tut sich auf dem Felsenkeller-Areal seit dem Abriss im Oktober vergangenen Jahres. Auf dem Gelände türmen sich die Schuttberge aus den Überresten der abgebrochenen Brandruine. „Die werden wir auch solange dort liegen lassen, bis wir endlich Klarheit haben", sagt Georg Ummen, einer der drei Eigentümer des Grundstücks. Er ist stinksauer und wirft der Stadt Untätigkeit vor. „Die Stadt hampelt nur rum und kriegt nichts auf die Reihe", schimpft der Höxteraner Unternehmer. „Wir warten seit mehr als zwei Monaten auf ein uns zugesagtes Vertragswerk, in dem unter anderem die Erschließung des Grundstücks geregelt ist. Aber es passiert nichts. So verprellt die Stadt Investoren." Für 115.000 Euro ersteigert Ummen hatte zusammen mit dem Bielefelder Unternehmer Hans-Jochen Lott und dem Höxteraner Manfred Hecker das Felsenkeller-Grundstück im September 2017 für 115.000 Euro ersteigert. Auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Gelände sollen acht oder neun Grundstücke für Wohnbebauung entstehen, so die Pläne des Trios. Zunächst hatte sich der Abriss des im Jahr 2006 niedergebrannten Felsenkellers verzögert. Der Kreis Höxter hatte den Eigentümern zur Auflage gemacht, Ersatzquartiere für Fledermäuse zu schaffen. „Wir haben dann 40 Fledermauskästen rund um die Anlage installiert, obwohl in der Felsenkeller-Ruine nie Fledermäuse geortet wurden", erzählt Hans-Jochen Lott. Im Oktober vergangenen Jahres konnte dann endlich mit dem Abriss der Ruine begonnen werden. Jetzt warten Ummen, Lott und Hecker darauf, dass die Fragen der Grundstückserschließung geklärt werden. Mehrfach habe man deshalb Gespräche mit Bürgermeister Alexander Fischer geführt, berichtet Georg Ummen. Jedesmal sei ihnen eine schnelle und zielführende Bearbeitung zugesichert worden. „Doch in Wirklichkeit zieht sich das alles zäh wie Kaugummi hin. Das ist ziemlich frustrierend". »Das gesamte Projekt wird zunehmend gefährdet« „Durch die Untätigkeit der Stadt wird das gesamte Projekt zunehmend gefährdet", warnt Ummen. „Mittlerweile stellt sich die Frage, ob wir überhaupt noch Lust darauf haben, hier in Höxter attraktive Häuser bauen zu lassen." Auch Hans-Jochen Lott ist von dem fast zweijährigen Stillstand tief enttäuscht: „Ich bin fast geneigt zu sagen: Hätten wir doch bloß die Hände davon gelassen." Die Vorwürfe der Investoren weist die Stadt Höxter zurück. „Natürlich sind wir ebenfalls daran interessiert, dass das Gelände des ehemaligen Felsenkeller-Areals entwickelt und bebaut werden kann", so Sebastian Vogt, Sprecher der Stadt Höxter. Dafür sei jedoch zuerst eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Die dafür benötigten Vorleistungen bereite die Stadt in Abstimmung mit den Eigentümern vor. Mit diesen stehe man „in ständigem Kontakt". Insbesondere müssten noch erschließungstechnische Fragen geklärt werden, bevor die Änderungsvorschläge an die entsprechenden Gremien gehen könnten. Vogt: „Die Stadt Höxter arbeitet kontinuierlich daran, diese Änderungen und die Bebauung auf dem Felsenkeller-Areal so schnell wie möglich voranzubringen."

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