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Polizei und ein Sicherheitsdienst werden gemeinsam mit der Stadt dafür sorgen, dass Betrunkene am Maifeiertag nicht auf die Freizeitanlage kommen. - © Simone Flörke (Archiv)
Polizei und ein Sicherheitsdienst werden gemeinsam mit der Stadt dafür sorgen, dass Betrunkene am Maifeiertag nicht auf die Freizeitanlage kommen. | © Simone Flörke (Archiv)

Höxter So sollen Alkohol-Exzesse am Godelheimer See zum 1. Mai verhindert werden

Stadt und Polizei wollen an der Freizeitanlage den Alkoholkonsum zum 1. Mai in vernünftige Bahnen lenken.

Hermann Ludwig
23.04.2019 | Stand 23.04.2019, 19:13 Uhr

Höxter. Den Alkohol-Exzessen zum Maifeiertag an der Freizeitanlage Höxter-Godelheim soll Einhalt geboten werden, darauf haben sich jetzt die Stadt und die Polizei verständigt. Am 1. Mai werden aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre das Mitführen und der Konsum von branntweinhaltigen Getränken in der gesamten Anlage verboten, so steht es jetzt in der neu verfassten Benutzungsordnung. Entsprechende Schilder sind bereits angebracht worden. Spätestens 18 Uhr ist die Maifeier an der Freizeitanlage beendet, ab 17 Uhr werden Durchsagen auf das Feier-Ende aufmerksam machen. Der für den Tourismus und damit auch die Freizeitanlage zuständige Fachbereichsleiter Volker Rodermund und Leiterin des Ordnungsamtes Inge Ortjohann und der Leiter der Polizeiwache Höxter, Erster Polizeihauptkommissar Hubertus Albers, informierten jetzt über die Änderungen, die zu einer Deeskalation beitragen sollen. „Im letzten Jahr hat es zu viele Vorfälle gegeben, da mussten wir jetzt einschreiten", erklärt Rodermund. Platzverweise schwer durchzusetzen Polizeihauptkommissar Hubertus Albers beklagt im Rückblick auf die beiden letzten Jahre den fehlenden Respekt der Feiernden gegenüber der Polizei. „Da fehlte es auch vielfach an Unrechtsbewusstsein", so Albers, der damit insbesondere die Jugendlichen meint, die im alkoholisierten Zustand vielfach den Weisungen der Polizeibeamten nicht folgten. „Wir haben Platzverweise ausgesprochen, die wir dann aber nicht gewaltsam durchgesetzt haben, um die Situation nicht weiter anzuheizen", berichtet Albers. „Jugendschutz beginnt im Elternhaus, da sind dicht die Behördenvertreter gefordert", mahnt Albers zu einem verantwortungsvollen Umgang mit alkoholischen Getränken. „Ohne Alkohol hätten wir diese Probleme nicht", so Albers, der gemeinsam mit Vertretern der Stadt, des Jugendamtes und des Sicherheitsdienstes an dem Feiertag Grenzen setzen will. Albers wird am Maifeiertag den Einsatz leiten, dazu werden Einsatzteams der Polizei, ein Rad fahrender Polizist, ein Hundeführer und ein Sicherheitsdienst sorgfältig darauf achten, dass der Alkoholkonsum unter Kontrolle bleibt. Betrunkene werden an der Eingangskontrolle erst gar nicht auf die Anlage gelassen, zudem werden bei weiteren Kontrollen in der Anlage Platzverweise ausgesprochen, wenn dort Betrunkene angetroffen werden. „Wir werden sehr strikt kontrollieren", betont Albers. Bier, Wein und Sekt sind erlaubt „Ein absolutes Alkoholverbot wollten wir nicht aussprechen, da appellieren wir einfach an die Vernunft der Feiernden", sagt die Leiterin des Ordnungsamtes, Inge Ortjohann. „Bier, Wein und Sekt sind erlaubt", so Ortjohann, die darauf verweist, dass der gastronomische Betrieb und die Wohnmobilanlage von den Einschränkungen ausgenommen sind. An allen Zuwegen werden Kontrollposten eingerichtet, wo auch die branntweinhaltigen Getränke konfisziert werden. „Dafür werden Sammelcontainer eingerichtet", erklärt Volker Rodermund. Zusätzlich werden DLRG und ein Sanitätsdienst an der Freizeitanlage dafür sorgen, dass die Feiernden den Tag unbeschadet überstehen. Kontrollverlust unter Alkoholeinfluss Welche Konsequenzen ein Kontrollverlust unter Alkoholeinfluss haben kann, habe sich im letzten Jahr gezeigt. „Ein Mann wurde betrunken auf den Gleisen sitzend angetroffen", erzählt Rodermund. Eskaliert sei auch eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen Jugendlicher, ergänzt Hubertus Albers. Der Streit um ein Mädchen sei völlig aus dem Ruder gelaufen. „Alkohol enthemmt", skizziert Albers die Problematik. Die Schwierigkeit bei den Feiern auf der Freizeitanlage sei, dass dort kein Veranstalter in der Pflicht sei. „Das ist eine Veranstaltung ohne Veranstalter, in der wie eine Gefahren abwehrende Lage bearbeiten müssen", erklärt der Leiter der Polizeiwache Albers den rechtlichen Rahmen. Mit dem getroffenen Maßnahmen hofft die Stadtverwaltung, die Feier wieder in einen Rahmen zurückzuführen, wie er zu Anfang der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei in den Jahren 2015 und 2016 möglich war. „Die Freizeitanlage ist wie ein Magnet für die Feiernden, wir rechnen bei gutem Wetter wieder mit mehr als 1.000 Besuchern", meint Inge Ortjohann. Alle Beteiligten hoffen jetzt auf eine ruhige Maifeier, denn als letzte Lösung bliebe nur die komplette Schließung der Freizeitanlage an dem fraglichen Tag. „Das ist aber eine Lösung, die wir uns alle nicht wünschen. Denn letztlich führt das nur zu einer Verdrängung an einen Ort, wo wir dann möglicherweise keine Kontrolle haben", sagt Hubertus Albers.

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