Schnelle Hilfe gibt es im Ernstfall demnächst vielleicht per App im Kreis Höxter. - © Pixabay (Themenbild)
Schnelle Hilfe gibt es im Ernstfall demnächst vielleicht per App im Kreis Höxter. | © Pixabay (Themenbild)

Kreis Höxter Per Smartphone zum Notfallort bald auch im Kreis Höxter?

Die CDU-Kreistagsfraktion beantragt die Einführung einer Retter-App im Kreis Höxter und will das Thema nächste Woche diskutieren


Kreis Höxter. Ein Mensch liegt mit Herz- und Atemstillstand bewusstlos am Boden. Passanten wählen die 112 und alarmieren den Rettungsdienst. Doch bis der Rettungswagen eintrifft, können durchaus bis zu acht Minuten vergehen. Zu lange für einen Menschen mit Herzstillstand. Bleibende Schäden oder der Tod können die Folge sein. Eine sogenannte Retter-App kann da Abhilfe leisten. Deren Einführung im Kreis Höxter beantragt jetzt die CDU-Kreistagsfraktion. Beim Einsatz einer solchen App werden speziell geschulte Ersthelfer, die sich zufällig in der Nähe zu dem Einsatzort befinden, durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones kontinuierlich geortet und nach Wahl des Notrufs 112 durch die Leitstelle automatisch parallel zum Rettungsdienst über die Retter-App informiert und zur Notfallstelle gelotst. Dort können die Ersthelfer Wiederbelebungsmaßnahmen vornehmen, bis Rettungswagen und Notarzt eintreffen. Die CDU-Fraktion fordert in ihrem Antrag, dass die Kreisverwaltung zeitnah ein Konzept zur Implementierung der App „Mobile Retter" oder „Kat-Retter" in den Rettungsdienst des Kreises Höxter vorlegen soll. Dabei solle ergebnisoffen geprüft werden, welche der Apps für den Kreis Höxter besser geeignet ist. Nach Möglichkeit, so die CDU, sollte ein solches App-System im nächsten Jahr eingeführt werden. Mit dem Thema wird sich am Donnerstag, 21. März, der Kreis- und Finanzausschuss des Kreises Höxter in seiner öffentlichen Sitzung befassen. Die Sitzung beginnt um 17.30 Uhr im Konferenzraum I des Höxteraner Kreishauses. In der Verwaltung diskutiert und als sinnvoll angesehen Die Einführung einer Ersthelfer-Alarmierung werde von der Verwaltung seit geraumer Zeit diskutiert, heißt es vonseiten des Kreises. Beispielsweise die Einführung der App „Mobile Retter" aus dem Kreis Gütersloh sei bisher aus unterschiedlichen Gründen unterblieben. Der Kreis nennt zum einen wirtschaftliche Gründe, weil die Implementierung nach Auskunft der Kostenträger kostenmäßig nicht über die Rettungsdienstgebühren refinanziert werden dürfe. Zum anderen werde eine Schnittstelle zum Einsatzleitsystem der Kreisleitstelle Brakel benötigt, damit die Disponenten dort ohne Zeitverzug die Ersthelfer automatisiert mit alarmieren könnten. „Da erst kürzlich das sehr aufwendige Verfahren zur Vergabe des vernetzten Einsatzleitsystems der Kreise Höxter, Lippe und Paderborn beendete werden konnte, haben die drei Kreise in der Leitstellen-Kooperation vereinbart, erst nach abschließender Vergabeentscheidung zum Einsatzleitsystem die Planungen zur Einführung der für sinnhaft und im Einsatzfall möglicherweise lebenserhaltend wirkenden App voranzutreiben", heißt es in der Sitzungsvorlage zum Kreisausschuss. Abstimmungs- und Vorstellungsrunden laufen Derzeit liefen zudem in den übrigen Kreisen in OWL Abstimmungs- und Vorstellungsrunden dieser App-Modelle. Die Varianten unterschieden sich demnach insbesondere bei der Aktivierung und Betreuung der freiwilligen Ersthelfer. „Hier könnten gegebenenfalls die Hilfsorganisationen und örtlichen Feuerwehren zur Rekrutierung und Betreuung der Helfer mithelfen", so der Kreis. Zunächst sei also angedacht, die politischen Gremien erst wieder nach Abschluss der Markterkundung zu beteiligen und über die Einführung beschließen zu lassen. Ein anderes System zur direkten Ortung eines Hilfesuchenden, das auf privaten Smartphones basiert, läuft im Nachbarkreis: Der Kreis Paderborn setzt eine neue Software für die schnelle Hilfe bei Notfällen ein. Die Leitstelle arbeitet mit einer Software, die Mobiltelefone mittels einer SMS ortet. Der Name: „Rescue Track". Die SMS der Leitstelle enthält einen Link, die der Empfänger in seiner Notlage bestätigen muss. Danach werden der Leitstelle automatisch die GPS-Standortdaten des Handys übermittelt. So konnte bereits ein verletzter Mountainbiker im Wald nach einem Sturz und Schlüsselbeinbruch geortet werden. Auch ein Holzfäller wurde abseits der Wege gefunden, nachdem ein umfallender Baum ihn erwischt hatte. Rettungspunkte an Wanderwegen Wie der Kreis Paderborn setzt auch der Kreis Höxter auf die sogenannten Rettungspunkte an Wanderwegen oder touristischen Zielen, die den Einsatzkräften bei Nennung der Kennung eine exakte Ortsangabe liefern. Der Kreis Höxter nutzt aber „Rescue Track" nach Angaben von Sprecherin Silja Polzin derzeit nicht. „Sollte in seltenen Fällen eine Notfallortung per Handy sinnvoll sein, ist dies technisch auch anders möglich", sagt sie und verweist auf einen Messenger-Dienst. Doch noch in diesem Jahr werde die Leitstelle des Kreises baulich erweitert und dabei auch technisch umgerüstet. Polzin: „Bei den Planungen ist auch die Notfallortung Thema."

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